Nina Bott: "Ich wollte meine Mutter schützen"

Die Schauspielerin Nina Bott unterstützt ein Online-Portal für Psychotherapie. Und hat ganz persönliche Gründe dafür

Es ist ein Thema, über das selbst in der modernen Gesellschaft nicht gern gesprochen wird: Depressionen. Schauspielerin Nina Bott will das Tabu brechen – aus gutem Grund. Ihre Mutter litt jahrelang an Depressionen, starb sogar an den Folgen. "Depressionen muss man genauso ernst nehmen, wie jede andere lebensbedrohliche Krankheit", sagt Bott, als GALA sie zum Gespräch in ihrer Heimat Hamburg trifft. Genau deshalb ist die 38-Jährige jetzt Schirmherrin von Selfapy geworden – Deutschlands erstem Online-Portal (selfapy.de), das systematische Selbsthilfe und persönliche Gespräche mit Psychologen am Telefon oder via Skype anbietet.

Wie sind Sie mit der Krankheit Ihrer Mutter umgegangen?

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Melania Trump führt uns durch das weihnachtlich dekorierte Weiße Haus.
©Gala

Ich habe damals kaum darüber gesprochen. Als Kind dachte ich immer, es sei mir peinlich. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich meine Mutter schützen wollte. Ich wollte nicht, dass sie bloßgestellt wird. Heute weiß ich, dass es eine Krankheit ist, für die man sich nicht schämen muss.

Hat sich Ihre Mutter denn professionell helfen lassen?

Uns zuliebe ist meine Mutter zu allen möglichen Therapeuten gegangen, aber sie hat sich nicht wirklich darauf eingelassen. Sie wollte sich nicht öffnen, irgendwas hat ihr nie gepasst. Die Krankheit war stärker. Die Betroffenen müssen selber merken, dass sie Hilfe brauchen. Selfapy kann hier ansetzen. Für meine Mutter wäre dieses System vielleicht eine Chance gewesen. Bei Selfapy ist fast rund um die Uhr ein Psychologe erreichbar. Alle Gespräche, Übungen und Tests kann man von zu Hause aus machen. Dort, wo man sich sicher und wohl fühlt.

Was hat Sie an diesem Angebot außerdem überzeugt?

Selfapy passt in die heutige Zeit. Es ist eine moderne Plattform mit der Möglichkeit, sich helfen zu lassen. Betroffene können die teilweise monatelange Wartezeit überbrücken, bis sie einen Therapieplatz bekommen oder bereit sind, sich Hilfe zu holen. Der Schritt, sich bei Selfapy anzumelden, ist ein kleinerer, als sich zu einem Therapeuten auf die Couch zu setzen. Es ist immerhin ein großer Schritt, sich erst einmal einzugestehen, dass man krank ist und Hilfe braucht. Selfapy ist eine angeleitete Hilfe zur Selbsthilfe.

Wie lange war Ihre Mutter krank?

Als ich zehn Jahre alt war, ist mir das Ganze bewusst geworden. Gestorben ist meine Mutter an meinem 27. Geburtstag. Als Folge ihrer Magersucht und ihres Alkoholkonsums litt sie an Diabetes und starb an Unterzuckerung.

Welche Auswirkungen hatte die Krankheit Ihrer Mutter auf Ihr Leben?

Ich habe sehr früh unbewusst die Verantwortung für meine Mutter übernommen. Ich bin beispielsweise auch nicht für ein Jahr ins Ausland gegangen, weil ich immer das Gefühl hatte, dass ich zu Hause bleiben und die Familie zusammenhalten muss.

Und auf Ihren Charakter?

Ich bin aus all dem zum Glück sehr stark hervorgegangen. Ich bin ein sehr bodenständiger, stabiler Mensch mit einem starken Charakter. Ich weiß, was mir im Leben wirklich wichtig ist. Und ich bin unendlich dankbar für meine gesunden Kinder, meine Familie, meine Freunde und mein ganzes Leben. Außerdem bin ich sowieso der allergrößte Optimist.

Welche Konsequenzen haben Sie für Ihr Leben gezogen?

Seit ich selbst Mutter bin, hänge ich noch viel mehr an meinem Leben als vorher. Jedes Mal, wenn mich ein Fahrer zu schnell über die Autobahn fährt, ich in ein Flugzeug steige oder mich für das teure Bio-Fleisch entscheide – alles ist von dem Gedanken geprägt, so lange wie möglich zu leben, um für meine Kinder da zu sein. Und keine Sekunde zu verpassen. Ich gehe sehr offen mit kritischen Themen um. Wenn ich das Gefühl habe, dass es jemandem nicht gut geht, spreche ich es an. Ich bin sehr direkt. Dafür sind meine Freundinnen mir auch sehr dankbar.

Erzählen Sie den Kindern von Ihrer Mutter?

Ich spreche mit meinem Sohn sehr viel über meine Mama. Ich hoffe, dass wir das Tabuthema damit aufbrechen können – zumindest im kleinen Kreis. Ich möchte ihm das Gefühl geben, dass er immer zu mir kommen kann. Und auch im Freundeskreis bin ich eine Anlaufstelle für viele, die ein offenes Ohr brauchen. Ich helfe einfach gern!

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