Nik + Til Schweiger: Die Schweiger-Bruderschaft

Nik und Til Schweiger sind Brüder, Freunde, neuerdings auch Geschäftspartner. Exklusiv in "Gala" sprechen sie über wilde Zeiten, große Visionen - und die Familie

Til Schweiger, Nik Schweiger

, der Ältere, ist Deutschlands erfolgreichster Regisseur, Schauspieler und Produzent. Jeder seiner Filme lockt Millionen Zuschauer in die Kinos. Sein Bruder Nik, mit 49 ein Jahr jünger, hat als Innenarchitekt bei Designgrößen wie Matteo Thun und Philippe Starck gearbeitet und gilt in der Szene heute selbst als Star. Jetzt machen die Schweiger-Brüder gemeinsame Sache: Sie haben die Firma "Barefoot Design" gegründet. "Gala" traf die beiden in Haus in Hamburg.

Sie stammen aus einem Lehrerhaushalt. Woher kommt Ihre künstlerische Kreativität?

Til Schweiger: Ich frage mich, ob Kreativität vererbbar ist - ich glaube nicht. Ich wollte ja immer Lehrer werden. Die Schauspielerei war eher eine Verlegenheitsentscheidung. Aber Geschichten erzählen, das habe ich schon als Kind gemacht.

Nik Schweiger: Und zwar grandios! Er hat mir immer Filme erzählt, von der ersten bis zur letzten Minute. Wenn ich dann später einen Film gesehen habe, wusste ich: Das ist genau der, den Til mir erzählt hat.

Til: Und Nik hat damals schon sehr, sehr gut gezeichnet.

Haben Sie einen ähnlichen Geschmack?

Nik: Eigentlich gar nicht. Allerdings schätze ich Tils Landhausstil und fühle mich in seinem Haus total wohl. Ich arbeite nach dem Voronoi-Prinzip. (Dabei werden Räume und Flächen in Regionen zerlegt; Anm. d. Red.)

Til: Mein Einrichtungsstil unterscheidet sich wirklich sehr von seinen Projekten. Aber ich finde sie toll, weil sie in sich stimmig sind.

Für Ihr erstes Familienprojekt haben Sie Film und Design verbunden und ein Heimkino entworfen. Was steht jetzt an?

Nik: Das nächste Kino ist bereits in Planung. Wir haben in den letzten Monaten einen Showroom fertiggestellt und sind jetzt gerade dabei, den Flagship-Store für eine Fitnesskette zu entwerfen.

Familien-Projekte: Technik, Interior, Licht: Beim 25 Quadratmeter großen Heimkino (oben) haben Nik und Til Schweiger alles selbst entworfen. Der Grundpreis liegt bei 200000 Euro. Ein weiteres Projekt ist der Showroom für eine Investorengruppe aus Aserbaidschan, den die beiden in Berlin im ehemaligen "Cumberland Hotel" eingerichtet haben.

Haben Sie mal für Tils Filme designt?

Nik: Bin ich gerade dabei! Wir machen für "Honig im Kopf" eine Skulptur, die man in dem Film in Tils Büro sehen wird. Wird heute Nacht hoffentlich noch fertig.

Til: Ich bin gespannt …

Gibt es Nachteile, wenn Brüder zusammenarbeiten?

Nik: Nee, wir beide sind offen und deutlich.

Til: Wir haben ja mal zusammengewohnt, da war ich 22 und er 21. Das hat nicht so gut funktioniert, oder, Nik? (lacht)

Nik: Alte Geschichten ...

Wie standen Sie als Kinder zueinander?

Nik: Sehr eng. Wir waren immer schon nicht nur Brüder, sondern auch Freunde.

Es gibt ja noch einen dritten Bruder.

Til: Flo ist knapp zwei Jahre älter als ich und arbeitet als Manager. Früher hat er mich immer verprügelt - heute haben wir ein super Verhältnis.

Sie könnten ihn doch ins Family Business miteinbeziehen, als Barefoot Money …

Til:(schmunzelt) Theoretisch schon. Ich würde es auf jeden Fall nicht ausschließen.

Familienbande

GeschwiSTAR

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Haben Sie es mal mit Schauspielerei probiert, Nik?

Nik: Das war nie mein Ding. Ich habe schon als Jugendlicher Bars oder Restaurants renoviert. Nachtleben und Mode, das war meine Welt. Und irgendwann habe ich mich entschlossen, Innenarchitektur zu studieren, weil mir das so viel Spaß gemacht hat.

Til: Dabei habe ich ihn schon mal besetzt: Bei "Knockin’ On Heaven’s Door" hat er einen Gangster gespielt und kräftig mitgeballert.

Nachtleben und Kreativität - zwei große Leidenschaften auch in Tils Leben. Ist das immer noch so?

Til: Nik und ich sind Anfang der Neunziger oft mal für ein Wochenende nach Ibiza geflogen. 48 Stunden ohne Schlaf, nur Durchfeiern. Aber ich bin jetzt so viel unterwegs, dass ich froh bin, wenn ich abends mal zu

Hause sein kann.

Nik: Ich bin auch völlig zur Ruhe gekommen.

Haben Sie manchmal die Befürchtung, im Schatten des großen Bruders zu stehen?

Nik: Überhaupt nicht. Ich bin immer schon stolz auf Til gewesen und freue mich sehr für ihn. Konkurrenzdenken und Neid kenne ich nicht. Wir hatten schon als Kinder unterschiedliche Interessen, und eigentlich ging das immer ohne Wettkampf ab.

Til: Auch bei Frauen hatten wir einen unterschiedlichen Geschmack. Wir sind uns nie in die Quere gekommen. Ich verstehe nicht, wie Geschwister aufeinander eifersüchtig sein können - das ist mir total fremd.

Wie sah es bei Ihnen in der Schule aus, Nik? Waren Sie so gut wie Til?

Nik: Nee, überhaupt nicht. Ich musste wiederholen und sogar die Schule wechseln. Schließlich habe ich dann doch noch mein Abi geschafft.

Til: Ich werde nie vergessen, wie ich Nik vor der mündlichen Prüfung in Geschichte abgehört habe: Thema Nationalsozialismus, er wusste nix. Wirklich nichts! Ich sagte ihm: Du wirst so auf die Fresse fallen! Und dann kam er zurück und hatte 13 Punkte.

Nik: 15!

Til: Niemals! (lacht)

Was schätzen Sie jeweils an Ihrem Bruder ganz besonders?

Nik: Til schafft eine tolle Atmosphäre. Menschen fühlen sich bei ihm wohl und total integriert. Das ist bei seinen Filmen so und auch privat. Er kann ein Team zusammenhalten. Das macht er auch in der Familie.

Til: Für mich ist Nik natürlich erst mal mein Bruder, und ich liebe ihn. Darüber hinaus folgt er ähnlich wie ich einer Vision und tut alles, um sie umzusetzen. Geht nicht gibt’s nicht - das gilt für uns beide. Ich mag es nicht, wenn jemand zu mir sagt: Nein! Ich antworte dann immer: Versuch es doch wenigstens mal.

Sie scheinen beide durch und durch Familienmenschen zu sein.

Til: Familie ist das Wichtigste. Das sage ich auch immer meinen Kindern, wenn sie sich die Köpfe einschlagen: Ihr habt nur eine Familie. Und es ist schön, wenn man die um sich hat - dann prallt alles Negative ab.

Nik: Dem kann ich nur zustimmen.

Barefoot Film, Barefoot Design, wie wär’s mit Barefoot Wine?

Til: Den gibt’s schon! Das ist ein amerikanisches Wein-Label, der Pinot Grigio ist sehr lecker. Den gibt es immer auf unseren Festen. Ich erzähle dann, dass er von meinem Weingut in Kalifornien stammt - und alle glauben es.

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