Nicole Kidman Glück auf Bestellung


Eine Leihmutter verhalf Nicole Kidman zum Wunschkind - nun steht die Schauspielerin wegen dieses Verfahrens in der Kritik. Doch sie will sich die Freude übers Baby nicht nehmen lassen

So oft hat sie diesen Satz gesagt:

"Ich wünsche mir noch viele Kinder." Immer wieder war das Nicole Kidmans Antwort, wenn sie nach einem Geschwisterchen für ihre heute zweijährige Tochter Sunday Rose gefragt wurde. Sie fügte allerdings auch jedes Mal hinzu: "Es liegt in Gottes Hand."

Allein auf Gottes Hilfe wollte sie sich mit 43 Jahren aber doch nicht mehr verlassen. Wie sie und ihr Mann Keith Urban, ebenfalls 43, vergangene Woche in einem offiziellen Statement mitteilten, brachte eine Leihmutter Ende Dezember im Centennial Medical Center in Nashville eine biologische Tochter von Nicole und Keith zur Welt.

"Riesig" hätten sie sich gefreut, so die Eltern. "Weihnachten saßen wir noch auf glühenden Kohlen, aber nachdem Faith Margaret am 28. Dezember gesund zur Welt gekommen war, schwebten wir auf Wolke sieben", ließ Nicole Kidman durch ihren Sprecher verkünden. Das Mädchen heißt mit gutem Grund Faith, also "Glaube". "Nicole und Keith haben niemals den Glauben aufgegeben, dass sie doch noch ein weiteres Kind zusammen haben können", erklärte ein Freund des Paars dem US-Magazin "People".

Doch warum wählten die Schauspielerin und der Countrysänger ausgerechnet das umstrittene Verfahren der Leihmutterschaft? Es sei der Ausweg nach einer langen Reihe von Enttäuschungen gewesen, heißt es aus ihrem Umfeld. Nicole selbst, sagen Freunde, wäre liebend gern noch einmal auf natürlichem Weg von Keith Urban schwanger geworden, doch es habe nach der Geburt von Sunday Rose einfach nicht mehr geklappt. "Es hat schon damals so lange gedauert, bis ich überhaupt schwanger war", sagte die Schauspielerin jüngst in einem Interview. Sunday Rose sei ein absoluter Glücksfall mit besonderer Unterstützung gewesen: Während der Dreharbeiten zu "Australia" im Jahr 2007 badete Nicole Kidman öfter unter einem Wasserfall, den sie für "fruchtbarkeitsfördernd" hielt. Viele belächelten sie dafür. Doch dass sie sich an übersinnliche Dinge klammerte, zeigt, wie verzweifelt sie sich schon damals ein Kind gewünscht hat.

Beim Thema Nachwuchs scheint in Nicole Kidmans Leben nichts problemlos zu verlaufen. In ihrer ersten Ehe mit Tom Cruise musste sie kurz nach der Hochzeit eine Eileiterschwangerschaft verkraften; am Ende der Beziehung erlitt sie eine Fehlgeburt. Tom Cruise und sie entschlossen sich, zwei Kinder zu adoptieren, die heute 18-jährige Isabella und Connor, 16. Eine Mutterschaft mit Tücken: Nach der Trennung blieben die halbwüchsigen Kids bei Cruise. Ihre Mom sehen sie nur noch selten. Nicole Kidman leidet darunter: "Ich hätte sehr gerne, dass die beiden bei uns leben, aber was kann ich tun?", fragte sie traurig in einem Gespräch mit der britischen "Hello". Immerhin hat sie Isabella und Connor mit großgezogen, übte mit ihnen Lesen und Schreiben, kümmerte sich um ihre Wehwehchen. Fakt ist: Isabella und Connor leben heute in Tom Cruises Villa in Los Angeles und werden zu Hause von Scientology-Lehrern unterrichtet. Grundlage ist angeblich eine Vereinbarung, die bei der Scheidung getroffen wurde - und der Nicole Kidman nicht ganz freiwillig zugestimmt haben soll. Denn nach der Trennung von Tom Cruise wandte sie sich radikal von Scientology ab.

Dass sie nach dieser Erfahrung die Gründung einer zweiten und diesmal intakten Familie vehement vorantreibt, kommt nicht überall gut an. Obwohl rechtlich gesehen Nicole Kidmans jüngstes Baby den Adoptivkindern und Sunday Rose gleichgestellt ist, wird vor allem in ihrer Heimat Australien heftig über Baby Faith und die "Leihmutter-Affäre" diskutiert. "Kinder kauft man sich doch nicht wie ein Fashion-Accessoire", empört sich dort die Tageszeitung "Herald Sun". Mit ihrer Wortwahl lieferte Nicole Kidman den Kritikern zusätzliche Munition. Im offiziellen Statement nannte sie die Leihmutter kühl "gestational carrier", also "Austrägerin der Schwangerschaft". Damit qualifizierte sie die Frau nach Meinung vieler als eine "Brutmaschine" ab. Außerdem soll im australischen Bundesstaat New South Wales, wo Nicole Kidman aufgewachsen ist, ein Gesetz erlassen werden, das es verbietet, Leihmütter zu entlohnen. Genau das hat die Schauspielerin jedoch getan: Rund 110.000 Euro, so die "Herald Sun", habe sie einer Leihmutter-Agentur in Los Angeles bezahlt. In anderen Ländern ist das umstrittene Verfahren, bei dem einer Frau die befruchtete Eizelle des Spenderpaares eingesetzt wird, längst verboten, weil es "die Menschenwürde gefährdet".

Wäre eine weitere Adoption eine Alternative gewesen? Keinesfalls, glaubt man in Nicole Kidmans Umfeld. Sie sei vorbelastet, könnte ein Adoptionsverfahren nach den Erfahrungen aus der Zeit mit Tom Cruise nicht mehr unbefangen angehen. Außerdem wollte sie unbedingt ein Neugeborenes - und um diese Kinder konkurrieren viele Adoptionswillige. "Es ist einfach wunderschön, ein Baby im Haus zu haben", sagte Nicole Kidman zur Erklärung. "Ich liebe die Reinheit, die Geräusche und die Energie von Babys."

Zufall oder geplant? Nicoles Schwester - und beste Freundin - Antonia brachte wenige Tage vor der Leihmutter ihr fünftes Kind zur Welt.

Bleibt die Frage, ob bei Keith Urban der Babywunsch ebenso stark war wie bei Nicole. Auf jeden Fall scheinen die beiden füreinander bestimmt zu sein: "Bei Keith habe ich das tiefe Gefühl, zu Hause zu sein und jederzeit beschützt zu werden", sagte Nicole Kidman zu Gala. Mit ihm sei sie erstmals seit langer Zeit wirklich glücklich, er sei der Mann ihrer Träume. Umgekehrt sagt er über seine abgöttisch geliebte Nic, die ihn gleich zu Beginn der Ehe bei einem Drogenentzug unterstützte: "Sie ist meine Retterin, das Mädchen Nummer eins in meinem Leben." Wie könnte er ihr da einen Wunsch abschlagen ...

, Mitarbeit: Alexander Nebe

gala.de

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