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Nico Rosberg im GALA-Interview "Ich habe jetzt viel Freiheit"

Nico Rosberg spricht in GALA über seine Ziele nach der Sport-Karriere: Der Ex-Rennfahrer schmiedet große Pläne

Sein Leben nach der aktiven Zeit als Formel-1-Weltmeister fühlt sich so gar nicht an wie ein ewiger Stopp in der Boxengasse. Nico Rosberg liebt und lebt seine neue Freizeit. Er saugt sie auf – und ist dabei so rasant unterwegs wie auf der Rennstrecke, denn heute kann der 32-Jährige das nachholen, was er über all die Jahre verpasst hat. So besuchte er jüngst das Tennisturnier Wimbledon, wo er einen fabelhaften Nachmittag mit Schauspiel-Star Jude Law auf der Tribüne verbrachte.

Auch die Amfar-Gala im "Hôtel du Cap-Eden-Roc" in Cannes ließ er sich nicht entgehen. Dort erschien Nico Rosberg mit seiner schwangeren Frau Vivian, 32. Er erzählte uns: "Wir waren jedes Jahr eingeladen, aber da zwei Tage später ja das Rennen in Monte-Carlo ist, konnte ich nie kommen. Dazu war ich zu professionell, zu sehr Sportler. Wir freuen uns, solche Dinge jetzt machen zu können. Dafür hatten wir vorher nie die Zeit, weil ich andauernd wegmusste. Und natürlich freuen wir uns auf die Geburt unseres zweiten Kindes!"

Doch vorher ging noch ein anderer Traum für Rosberg in Erfüllung: Er reiste für sechs Tage zum ersten Mal nach Kalifornien, um Los Angeles, San Francisco und das Silicon Valley zu besuchen. Eine Fortbildungs-Tour, denn der Ex-Rennfahrer hat viel vor, wie er GALA im Interview erzählt.Warum wollten Sie das Silicon Valley kennenlernen?

Diese Reise stand schon immer auf meiner Bucket List. Silicon Valley ist einfach inspirierend. Unglaublich viele Genies sitzen hier auf einem Haufen, die die Welt mit ihren Technologien verändern. Ich wollte das hautnah mit­erleben dürfen. Besonders jetzt in meiner Lebenssituation, in der ich natür­lich sehr viel Freiheit habe, ist das eine tolle Gelegenheit für Inspiration.

Was haben Sie gelernt?

Ich habe Menschen kennengelernt, die furchtlos sind. Keiner von ihnen hat Angst vorm Scheitern oder Versagen. In unserer Kultur empfinde ich das gänzlich anders. Mit dem Scheitern habe ich selbst meine Schwierigkeiten. Die Leute hier wollen in erster Linie unsere Welt verbessern, dafür nehmen sie Rückschläge in Kauf – und ebenso, dass es nicht immer ums große Geldverdienen geht.

Wen haben Sie getroffen?

Ich habe versucht, die relevantesten Firmen und Menschen kennenzulernen. Ich habe Netflix besucht. Ich habe mit Amazon in Santa Monica über mögliche Kooperationen gesprochen. Dann war ich bei Google und Facebook. Es ist genial, welche Ideen sie haben. Google setzt auf das autonome Auto. Bald wird nicht mal mehr ein Lenkrad nötig sein. Zudem habe ich mit dem Co-Founder von Instagram, Mike Krieger , zu einem "Silicon Valley Mobility Dinner" ge­la­den, bei dem Politiker, Start-ups und Firmen wie Uber zu Gast waren. Das war eine unglaublich spannende Diskussion. Wir haben vier Stunden lang sehr intensive Gespräche geführt. Am Ende haben da die Köpfe geraucht. (lacht)

Und neben dem Business?

Habe ich die Spieler von Manchester United sowie Coach José Mourinho beim Training besucht. Außerdem bin ich bei Sonnenaufgang mit dem Motorrad über die Golden Gate Bridge gefahren – der Wahnsinn.

Sie halten jetzt Vorträge für Führungskräfte. Was kann man von Ihnen lernen?

Ich komme aus einer anderen Welt, aus der Sportwelt. Da habe ich einen anderen Blickwinkel als Business-People. Daher kann ich Geschichten erzählen, mit denen ich sie bewege. In meiner Karriere als Rennfahrer war es immer entscheidend, dass das Team um mich herum funktioniert. Daher teile ich meine Erfahrungen gerne.

Sie und Ihre Frau sind mit einer Eisdiele auf Ibiza sehr erfolgreich …

Das ist unser eigenes Start-up. Anfangs hatten wir kaum Ahnung von einer Gelateria. Heute brummt der Laden. Wir haben zehn Angestellte. Jetzt ar­beiten wir an der nächsten Phase, um noch mehr Menschen zu erreichen. Ent­scheidend an unserem Erfolg ist, dass wir selbst Riesen-Eisfans sind. Und nach meiner aktiven Zeit kann ich mir mehr Eis erlauben, was sehr schön ist.

Was steht als Nächstes auf Ihrer Bucket List?

Nächstes Jahr möchte ich an der Stanford Business School in einem Kompaktkurs studieren. Ich war am Freitag den Campus besuchen. Ein Wirtschaftsprofessor hat mich herumgeführt. Der Oberhammer, welche Brains dort studiert haben, wie zum Beispiel die Google- und Instagram-Erfinder.

Nico Rosberg mit schwangerer Ehefrau Vivian Sibold bei der AmfAR Cinema Against AIDS Gala im Rahmen der 70. Internationalen Filmfestspielen in Cannes
Mitarbeit: Hili Ingenhoven Gala


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