Nathalie Volk: Mutter Viktoria verliert Beamtenstatus

Niederlage für Nathalie Volks Mutter: Ein Gericht wies den Berufungsantrag von Viktoria Volk ab, sie verliert ihren Status als Beamtin.

Nathalie Volk mit ihrer Mutter Viktoria Volk

War es das wirklich wert? - wird sich die Mutter von Nathalie Volk, 22, mittlerweile wohl fragen. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit wurde Viktoria Volks Berufung gegen die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis abgelehnt. Bedeutet, die Lüneburger Lehrerin verliert ihren Status als Beamtin.

Dies entschied das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht am heutigen Dienstag (10. Dezember). Die Entscheidung bezieht sich auf ein im April 2019 ergangenes Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg, gegen das Nathalies Mutter Berufung eingelegt hatte.

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Nathalie Volks Mutter flog trotz Krankmeldung nach Australien

Viktoria Volk meldete sich im Januar 2016 bei ihrem Arbeitgeber krank, um als Begleitung ihrer Tochter nach Australien zu reisen und sie bei ihrer Teilnahme am RTL-Dschungelcamp zu unterstützen. Ein Antrag auf Sonderurlaub wurde von der Schule zuvor abgelehnt, daraufhin reichte sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mit der Diagnose "Schwere depressive Erschöpfung" ein.

Dumm nur, dass die Niedersächsische Landesschulbehörde durch die ausgestrahlten Interviews bei RTL schnell von der Sache Wind bekam und daraufhin ein Disziplinarverfahren einreichte. Viktoria Volk wurde vorläufig des Dienstes enthoben. Zusätzlich wurde sie in einem Strafverfahren zu einer Geldstrafe verurteilt.

Disziplinarische Höchstmaßnahme für Viktoria Volk

Mit der jetzigen Entfernung aus dem Beamtenverhältnis setzt das Gericht die disziplinarische Höchstmaßnahme ein, welche folgendermaßen in einer Pressemitteilung begründet wird: "Die Lehrerin sei planvoll und berechnend vorgegangen, um eine unrichtige mehrwöchige Krankschreibung zu erlangen und sodann ihre Tochter nach Australien begleiten zu können. Das Dienstvergehen habe schwerwiegende Folgen für den dienstlichen Bereich gehabt, weil die Abwesenheit der Lehrerin im Zeitraum unmittelbar vor der Vergabe der Halbjahreszeugnisse und der damit einhergehenden Zeugniskonferenzen habe kompensiert werden müssen." Viktoria Volk sei dem Dienst "schuldhaft ferngeblieben", da eine Erkrankung im Sinne einer depressiven Erschöpfung nicht vorlag und sie die Symptome gegenüber zwei Ärzten vorgetäuscht habe.

Verhalten fügt erheblichen Schaden zu

Weiterhin wird Nathalies Mutter vorgeworfen, dass sie für die Übernahme der Reise- und Hotelkosten sowie eine Entschädigungszahlung durch die Produktionsfirma bei Fernsehinterviews mitwirkte. "Dass ein solches Verhalten objektiv geeignet sei, den Dienstfrieden zu stören und dem öffentlichen Ansehen der Schule, der Lehrerschaft sowie dem gesamten öffentlichen Dienst erheblichen Schaden zuzufügen, liege auf der Hand", heißt es. Viktoria Volk habe nach drei Jahren immer noch keine reflektierende Sicht auf ihr Verhalten, weshalb man von der disziplinarischen Höchstmaßnahme nicht absehen könne.

Verwendete Quellen: Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht 

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