Natalie Wood Ihr Unfalltod hält Hollywood in Atem


Rund 30 Jahre nach dem Tod der Schauspielerin Natalie Wood rollen die Ermittler den Fall wieder auf. Denn plötzlich ist die Rede von einem Eifersuchtsdrama. Im Zentrum: zwei Hollywoodstars

Sie war jung, schön und erfolgreich: Als die Schauspielerin Natalie Wood an jenem verhängnisvollen 29. November 1981 in den Fluten des Pazifiks ertrank, nahm die Welt geschockt Anteil. Ein tragischer Unfall, so hieß es bald, sei ihr Verschwinden von der Yacht vor der Küste Kaliforniens gewesen. Auch die Polizei legte den Fall zu den Akten - bis jetzt.

Denn in der vergangenen Woche hat die Polizei von Los Angeles die Ermittlungen wieder aufgenommen, und seitdem überschlagen sich die Ereignisse: Der damalige Kapitän der Yacht gibt Woods Mann, dem Schauspieler Robert Wagner, die Schuld an ihrem Tod, eine neue Zeugin berichtet von ungehört gebliebenen Hilfeschreien, bei den Ermittlungen soll geschlampt worden sein.

image

Aber der Reihe nach: Bisher nahm die Polizei an, dass Natalie Wood in der Todesnacht nach einem Streit mit ihrem Mann Robert Wagner plötzlich verschwand und wenig später tot im Wasser aufgefunden wurde. Wagner gab damals an, sich nach dem Streit in seine Kabine zurückgezogen zu haben und das Verschwinden seiner Frau erst zu spät bemerkt zu haben. Eine Version lautet, sie soll bei dem Versuch, das Beiboot besser zu befestigen ins Meer gestürzt sein.

Doch der Kapitän der Yacht, Dennis Davern, spricht nun laut "The Hollywood Reporter" von einem Eifersuchtsdrama. Mit an Bord war nämlich auch Woods Schauspielkollege Christopher Walken. Wagner soll wegen ihm einen weitaus handgreiflicheren Streit mit seiner Frau gehabt haben, als bisher angenommen. "Verschwinde von meinem Boot", soll er sie angeschrien haben. Und den Kapitän kurz darauf unterrichtet haben, dass seine Frau verschwunden sei.

Hilfe wollte er nicht rufen und so verging wertvolle Zeit, bis gegen drei Uhr morgens ein Rettungsboot der Küstenwache alarmiert wurde und die Schauspielerin schließlich tot gefunden wurde. Dennis Davern habe damals nichts davon erzählt, weil Wagner ihn darum gebeten habe. Außerdem hätte die Polizei ihm nie konkrete Fragen zum zeitlichen Ablauf des Abends gestellt.

image

Diese Version bekräftigt auch eine neue Zeugin, die ebenfalls noch nie zu dem Fall befragt worden war. Marilyn Wayne sagt, sie habe auf ihrem Boot, das in der Nähe ankerte, in der Unglücksnacht bereits gegen 23 Uhr Hilfeschreie einer Frau vernommen und einen Männerstimme gehört, die "Wir kommen dich holen", gelallt habe. Sie sei nach dem Tod von Natalie Wood anonym bedroht worden, ihr Wissen weiterzugeben.

Die Polizei betont nun, dass trotz der Neuaufnahme des Falls weder Robert Wagner noch Christopher Walken als Tatverdächtige gelten. Wagner hat 2008 in seiner Biografie gestanden, dass er sich am Tod Natalie Woods schuldig fühle. In einer offiziellen Stellungnahme begrüßt er nun die neuen Ermittlungen, die die Umstände des Todes seiner Frau genauer klären sollen. Christopher Walken, der zum Zeitpunkt von Natalie Woods Verschwinden auf der Yacht schlief, hat sich noch nicht geäußert.

Die Oscar-nominierte Natalie Wood ("Verliebt in einen Fremden", "Fieber im Blut") war zum Zeitpunkt ihres Todes gerade einmal 43 Jahre alt. Mit Wagner hatte sie die Tochter Courtney, geboren 1974, von ihrem zweiten Ehemann außerdem noch die Tochter Natasha, geboren 1970.

Dass Wagner und Wood eine komplizierte Beziehung hatten liegt nahe - immerhin waren die beiden damals bereits zum zweiten Mal miteinander verheiratet. Die neuen Ermittlungen könnten nun Aufschluss darüber geben, was genau in jener Unglücksnacht wirklich geschah. Und das sind die Behörden Natalie Wood auch nach 30 Jahren noch schuldig.

sst

gala.de


Mehr zum Thema


Gala entdecken