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Natalia Wörner Seltene Worte über ihren Sohn Jacob

Jacob Lee Seeliger und Natalia Wörner
Jacob Lee Seeliger und Natalia Wörner
© Gisela Schober / Getty Images
Natalia Wörner spricht im GALA-Interview über Gleichberechtigung, Emanzipation und die Rechte von Frauen. Dabei spielen aber auch zwei wichtige Männer in ihrem Leben eine große Rolle: Heiko Maas und Sohn Jacob Lee Seeliger.

Natalia Wörner, 54, hat für ein berufliches Projekt die Seiten gewechselt: Die Schauspielerin interviewte für die Vox-Dokumentation "A Women’s Story" (ab 8. März bei RTL+) prominente Frauen und Aktivistinnen, die für Gleichberechtigung, Rechte und Freiheiten kämpfen und als Vorbilder einer Bewegung gelten.

"Der Film ist ein Herzensprojekt und ich wollte nie einen Film machen, der Männer ausschließt oder schlechte Laune verbreitet. Ich wollte einen Film machen, der Mut macht und Impulse setzt. Ich möchte, dass junge Frauen diesen Film sehen und sagen: 'Okay, das haben die Generationen vor uns schon vorgearbeitet. Jetzt nehmen wir den Staffelstab an der Stelle in die Hand und machen weiter für uns und unsere Töchter.' Diese Dynamik liegt wahrscheinlich auch in meiner Biografie", sagt Natalia Wörner im Interview mit GALA.

Natalia Wörner kommt aus einem "Vier-Generationen-Haus ohne Geschlechter-Hierarchien"

Der Grund: Die Schauspielerin kommt aus einem "Vier-Generationen-Haus ohne Geschlechter-Hierarchien". "Ich bin mit meiner Mutter, Schwester, Großmutter und Urgroßmutter aufgewachsen. Sie waren allesamt Heldinnen für mich. Die Stolpersteine wurden mir erst später in den Weg gelegt. Ich musste mich als junge, erwachsene Frau daran gewöhnen, mein Leben mit Männern zu teilen. Der Alltag mit Männern war mir vorerst eine fremde Welt – wahrscheinlich muss ich mich bis heute daran gewöhnen", lacht die 54-Jährige.

Natalia Wörner bei den Dreharbeiten ihrer Vox-Dokumentation "A Women’s Story".
Natalia Wörner bei den Dreharbeiten ihrer Vox-Dokumentation "A Women’s Story".
© RTL

So erzieht die Schauspielerin ihren Sohn

Sie selbst ist Mutter eines fünfzehnjährigen Sohnes. "Jacob wächst natürlich mit dem auf, was ich ihm vorlebe und ich würde mal sagen, da wird er viele Momente haben, die ihn geprägt haben", sagt Natalia Wörner und betont: "Er ist kommunikationsfähig und kann über seine Gefühle reden. Und er hat auch noch nie den Satz von mir gehört, dass Jungs nicht weinen dürfen, im Gegenteil. Ich habe immer versucht zu vermitteln, dass Männlichkeit auch bedeutet, Gefühle zu zeigen, auch wenn man traurig ist. Alles andere ist einfach toxisch."

Ihr Sohn sei ein "sensibler junger Mann", der sich aber auch mal Videos auf TikTok und Co anschaue, "die antifeministisch sind" und es dann "witzig" findet, seine Mutter "auf die Palme" zu bringen, "weil er genau weiß, dass es nicht in Ordnung ist. Wir haben einen ganz eigenen Humor zusammen, der mir zeigt, dass er das total checkt."

Natalia Wörner und ihr Sohn Jacob Lee Seeliger besuchen die Berlin-Premiere des Films "Rico, Oskar und das Herzgebreche" im Zoo Palast am 31. Mai 2015 in Berlin.
Natalia Wörner und ihr Sohn Jacob Lee Seeliger besuchen die Berlin-Premiere des Films "Rico, Oskar und das Herzgebreche" im Zoo Palast am 31. Mai 2015 in Berlin.
© Target Presse Agentur Gmbh / Getty Images

"Ich glaube, ich würde verrückt werden, wenn ich eine fünfzehnjährige Tochter hätte ..."

Hätte Wörner daher auch manchmal gerne noch eine Tochter? "Ich glaube, ich würde verrückt werden, wenn ich eine fünfzehnjährige Tochter hätte, die den ganzen Tag auf Instagram unterwegs wäre, das ist ja teilweise so fürchterlich, welches Frauenbild dort kreiert wird. Diese unfassbare Flut an Informationen, so viel Quatsch und sinnlose Inhalte auf den sozialen Kanälen", antwortet die Schauspielerin ehrlich. "Ich finde, die größte Schwierigkeit ist, wenn ich mir heute 15-Jährige vorstelle, ein Wertesystem zu finden, an dem sie sich selbst authentisch orientieren und entwickeln können."

Ungerechtigkeit gehört zum Alltag

In der von Wörner selbst produzierten Vox-Dokumentation "A Women’s Story" lässt sie zahlreiche prominente Frauen und Aktivistinnen zu Wort kommen, die für Gleichberechtigung von Frauen kämpfen. Im Interview mit GALA verrät die Schauspielerin nun, in welchen Momenten sie schon mit Ungerechtigkeiten zu kämpfen hatte.

"Wo habe ich Ungerechtigkeit nicht erlebt, kann ich hier nur sagen. Gagen von männlichen Schauspielern sind nach wie vor höher als die von weiblichen, und zwar jenseits von Popularität und Marktwert oder gar Können", erklärt Wörner. "Wenn Männer komplizierte Fragen stellen oder sich einem Regisseur nicht kreativ unterordnen und Sachen infrage stellen, dann wird es oft als interessant empfunden. Wenn Frauen dasselbe machen, werden sie streckenweise immer noch als schwierig bezeichnet. Zum Glück ändert sich genau das gerade."

Natalia Wörner spricht für die Vox-Dokumentation "A Women’s Story" mit Franziska Giffey.
Natalia Wörner spricht für die Vox-Dokumentation "A Women’s Story" mit Franziska Giffey.
© Markus C. Hurek / RTL

"Mein Partner ist Feminist"

Ein Mann, dem Natalia Wörner allerdings blind vertraut, ist ihr Lebensgefährte Heiko Maas, 55. Er hat ihre Dokumentation schon gesehen. "Er findet sie gut", verrät die Schauspielerin. Durch den Regierungswechsel in Berlin verlor Maas sein Amt als Außenminister, sitzt aber nach wie vor für die SPD im Bundestag. "Wir feiern diese neugewonnene gemeinsame Zeit und wissen sie ganz neu zu schätzen. Bei uns verändert sich gerade ganz viel und ich finde das sehr schön", schwärmt Wörner.

Diskussionen gibt es im Hause Maas-Wörner aber trotzdem – und das nicht zu knapp. "Sie können davon ausgehen, dass ein Mann, der mit mir zusammenlebt, auch mit den Themen konfrontiert ist, die mich bewegen, und zwar von A bis Z. Mein Partner ist Feminist und natürlich diskutieren wir über Themen, über die wir beide hier gerade reden", stellt Natalia Wörner klar. 

Die Dokumentation "A Women’s Story" sehen Sie ab dem 8. März 2022 bei RTL+.

Gala


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