Nach Tod von Niki Lauda: Wer erbt sein Millionenvermögen?

Formel-1-Legende Niki Lauda starb am Montag mit 70 Jahren im Kreise seiner Familie. Zu Lebzeiten war er nicht nur als Rennfahrer äußert erfolgreich, sondern auch als Geschäftsmann. Ein geschätztes Vermögen von bis zu 400 Millionen Euro soll so zusammengekommen sein



Niki Lauda
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Zwischen den Jahren 1971 und 1985 feierte der Österreicher drei Weltmeistertitel in der Formel 1. Am frühen Morgen des 20. Mais ist Andreas Nikolaus "Niki" Lauda leider verstorben.

Niki Lauda, †70, war ein Mann mit Visionen - und ein Mann, der sie gegen alle Widerstände wahr machte. Als seine wohlhabenden Eltern ihm die Unterstützung für einen Einstieg in den Motorsport verweigerte, brach er den Kontakt ab und besorgte sich 1972 auf eigene Faust einen Kredit über zwei Millionen österreichische Schilling (heute etwa 145.000 Euro). Lauda ging auf volles Risiko – und gewann. Wie sich sein Wagemut in 47 Jahren Karriere finanziell auszahlte, darüber gibt es unterschiedliche Schätzungen. "Bild" spricht von 250 Millionen Euro, "OE24" gar von 400 Millionen. 

Das soll Niki Lauda als Formel-1-Fahrer verdient haben

Nachdem sich Lauda ins Team March-Ford eingekauft hatte, kam zwei Jahre später der entscheidende Karriereschritt: Ferrari bot ihm 1974 ein Cockpit an. Laut "Bild" soll Lauda - nach heutigem Stand - umgerechnet 220.000 Euro Gehalt pro Jahr erhalten haben, 1976 sogar 700.000 Euro. Kein Wunder, hatte er doch 1975 zum ersten Mal die Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen. 1977, ein Jahr nach seinem schweren Unfall am Nürburgring, folgte der zweite Titel. 1978 soll Niki Lauda beim Team Brabham 1,8 Millionen Euro Gehalt bekommen haben. 1979 kehrte Lauda nach dem legendären Satz  "Warum soll ich wie ein Trottel mit den anderen im Kreis fahren?" dem Rennsport den Rücken. Für sein Comeback 1982 bei McLaren verlangte er umgerechnet angeblich 2,6 Millionen Euro.

Niki Lauda in einer Trainingspause 1977 beim Grand Prix von Monaco. Dreimal wurde er Formel-1-Weltmeister (1975, 1977 und 1984)

TV-Experte und Aufsichtsrat 

Nach seiner aktiven Karriere als Rennfahrer (endgültiger Rücktritt 1985) blieb Lauda dem Motorsport treu. Mitte der 90er-Jahre war er als Berater für Ferrari tätig. In den Jahren 2001 und 2002 wurde Niki Lauda zunächst Renndirektor und später Teamchef des britischen Jaguar-Racing-Formel-1-Teams.
Von 1996 bis 2017 erklärte er beim TV-Sender RTL als Experte das Grand-Prix-Geschehen. Dafür soll ihm laut "Bild" pro Jahr ein Honorar von etwa eine Millionen Euro gezahlt worden sein. Seit 2013 war Niki Lauda Aufsichtsratschef der Mercedes-Benz Grand Prix Ltd. Geschätztes Einkommen jährlich: 750.000 Euro. 2013 erwarb er zudem zehn Prozent am Rennsportteam.

Niki Lauda (†)

Das Leben der Formel-1-Legende in Bildern

Niki Lauda wird am 22. Februar 1949 in Wien geboren. Mit 15 Jahren kauft sich der Sohn wohlhabender Eltern sein erstes Auto, einen VW Käfer. Sein Wunsch, Rennfahrer zu werden, führt zum Zerwürfnis mit der Familie. Als 19-Jähriger fährt Lauda sein erstes Rennen - mit einem Mini Cooper. Er belegt auf Anhieb den zweiten Platz. 1971 startet er beim Großen Preis von Österreich erstmals in der Formel 1.
1973 wird Lauda beim Großen Preis von Monaco Dritter.
James Hunt (r.) ist Niki Laudas großer Konkurrent (hier beim Großen Preis der Niederlande 1973).
Beim Großen Preis von Spanien 1974 feiert Lauda seinen ersten Sieg für Ferrari.

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Niki Lauda als Werbegesicht

Niki Lauda ohne seine rote Baseballkappe - nahezu undenkbar. Der Grund: sein schlimmer Unfall 1976. Der Verband um seinen Kopf wollte und wollte nicht halten, erzählte Lauda einst laut "Zeit". Die Lösung hatte sein Physiotherapeut parat: "Setz ein Kapperl auf!" Als Laudas Brandverletzungen abgeheilt waren, blieb die Kappe – und Lauda nutze sie als Werbefläche, zum Beispiel für den italienischen Lebensmittelhersteller Parmalat oder das Glücksspielunternehmen Novomatic. 1,5 Millionen Euro sollen laut "Bild" so jährlich zusammengekommen sein.

Niki Lauda mit seinem berühmten "Kapperl".

 

Flugzeug-Unternehmer

1979 gründete der umtriebige Niki Lauda, der in den 1970ern  einen Pilotenschein machte, die Fluggesellschaft Lauda Air. 1991 die Katastrophe: Eine der Maschinen stürzt auf dem Weg von Hongkong über Bangkok nach Wien ab. Alle 223 Insassen kommen ums Leben. 2002 übernahm Austrian Airlines Lauda Air. 2003 wagte Niki Lauda den Neuanfang und gründete zum zweiten Mal eine Fluggesellschaft, diesmal mit Namen Fly Niki. Sie wurde 2011 von Air Berlin aufgekauft. 2016 übernahm Lauda das Wiener Bedarfsflugunternehmen Amira Air, dass er in Laudamotion umbenannte. Die Fluggesellschaft existiert bis heute und besteht aus 15 Businessjets, die Flüge für gehobenere Kundschaft durchführt. 

Immobilien und Jachten

Niki Lauda investierte sein Geld nicht nur in Flugzeuge, sondern auch in Immobilien. Im März 2018 soll seine "Privatstiftung Lauda" eine 900-Quadratmeter-Luxusvilla in Wien gekauft haben. Angeblicher Kaufpreis laut Wirtschaftsmagazin "Gewinn": 10,6 Millionen Euro. Das Anwesen sei aber nur ein Investment, heißt es, ebenso wie eine weitere Villa Laudas in Wien für einen Kaufpreis von angeblich 6,9 Millionen Euro. Außerdem besaß er eine Beteiligung an René Benkos Signa ­Prime (KaDeWe, Karstadt). Niki Laudas Jacht "Princess Too" steht schon länger für 16 Millionen Euro zum Verkauf.

2008 heiratet Niki Lauda ein zweites Mal. Mit seiner Frau Birgit hat er die Zwillinge Max und Mia, die 2009 geboren werden.

Wer erbt die Millionen von Niki Lauda?

Niki Lauda hinterlässt seine Ehefrau Birgit und die beiden gemeinsamen Zwillinge Max und Mia, 9. Aus erster Ehe mit Marlene Knaus stammen die Söhne Lukas Lauda, 40, und Mathias Lauda, 38. Außerdem hat Lauda einen unehelichen Sohn, der 1981 zur Welt kam. In einem Interview 2017 in der Sendung "Frühstück bei mir" auf dem Sender Ö3 sagte Niki Lauda über sein Erbe: "Man soll die Kinder so erziehen, dass sie darauf schauen, wie sie mit ihrer Leistung ihr Leben gestalten können. Es gibt auch mit Lukas und Mathias keine Diskussion über das Erbe, sie haben mich auch noch nie danach gefragt."

Reaktionen auf Niki Laudas Tod

"Wir ziehen unsere Kappe vor dir"

Niki Lauda
Niki Lauda ist tot - mit ihm verstarb eine der größten Persönlichkeiten der Sportwelt. So reagieren Prominente, Weggefährten und Begleiter auf den Tod des dreifachen Weltmeisters.
©Gala

Verwendete Quellen: mercedesamgf1.com, Gewinn, Handelsblatt, BILD, ZEIT, ORF

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