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Motsi Mabuse Wird sie Deutschland den Rücken kehren?

Motsi Mabuse
© Getty Images
Seit über zwanzig Jahren lebt Motsi Mabuse in Deutschland. Doch seit ihre Tochter auf der Welt ist, hadert die "Let's Dance"-Jurorin mit ihrer Wohnsituation. Für die Kleine könnte sie sich sogar vorstellen, in einem anderen Land ein neues Leben anzufangen. 

Das politische Klima in Deutschland wird kälter, so scheint es Motsi Mabuse, 40, deutlich zu spüren. Das Thema Rassismus beschäftigt sie bereits seit ihrer Kindheit in Südafrika. Mit 18 Jahren zog es die Tänzerin in ihre heutige Wahlheimat Deutschland. Zunächst fühlte sie sich gut aufgenommen. Doch dann nahmen vor allem im Internet die Anfeindungen zu. Inzwischen sind der "Let's Dance"-Star und Ehemann Evgenij Voznyuk, 37, Eltern einer dreijährigen Tochter – und beschäftigen sich intensiv mit ihrer gemeinsamen Zukunft.

Motsi Mabus könnte sich einen Umzug vorstellen

Bereits im Jahr 2017 erklärte Motsi in der Talkshow "Maischberger" ihr ernstes Dilemma: "Der Rassismus ist sehr extrem, und es ist mehr geworden." Ihr würden "ganz böse Sachen" geschrieben: "Sie werden mich mit einem Baseball-Schläger schlagen, und 'Affe' und so."

Nun, mit einer Tochter, die es zu beschützen gilt, scheint die Tänzerin ins Grübeln gekommen zu sein. Im Interview mit "The Sunday Mirror" reagiert sie auf die Frage nach einem möglichen Umzug nach England offenkundig nachdenklich: "Ich würde [dorthin ziehen|, aber mal sehen, was die Zukunft bringt. Ich weiß, dass Großbritannien sein eigenes Ding durchmacht und dass es hier viele schwere Probleme gibt, aber die Zahl der Menschen meiner Hautfarbe ist viel größer als in Deutschland."  

"Let's Dance"-Star reagiert auf Kommentare im Netz

Und dieser Tatsache könnte ein ausschlaggebender Punkt für einen Ortswechsel sein. "Meine Tochter ist das einzige schwarze Kind in ihrer Kindergartenklasse und ich möchte nicht, dass es für immer so bleibt," wünscht sich Motsi. 

Eine Aussage, die in den sozialen Medien erneut für Zündstoff sorgt. Unter einem Posting des Online-Portals "Promiflash" zu Motsis Interview mit den britischen Medien ist eine rege Diskussion entbrannt. Enormes Verständnis trifft auf virtuelles Kopfschütteln. 

"Ich kann sie schon irgendwie verstehen, denn man möchte ja nicht, dass sein Kind sich überall so fühlt, als wäre sie anders als die anderen. So tolerant auch alle immer angeblich sind, die Realität sieht oft anders aus!", kommentiert eine mitfühlende Userin. "Ich weiss nicht ... mit solchen Aktionen kann man sich auch bewusst 'ausgrenzen'. Sie wäre vielleicht der Anfang dafür gewesen, dass mehrere Schwarze Kids in diesen Kindergarten gekommen wären. Vor allem find ich die Aussage daneben ... Wir sind alle gleich und ihr Kind darf genauso mit einem weißen Kind befreundet sein" [sic], schreibt wiederum eine andere Kommentatorin.

"Rassismus ist schmerzvoll, ungerecht und unmenschlich"

Motsi hat augenscheinlich die Diskussion unter dem Posting aufmerksam verfolgt und dabei auch einige drastische Aussagen entdeckt. Sie meldet sich mit einer klaren Botschaft: "Ich kommentiere solche Artikel sehr selten, weil es mich eigentlich nichts angeht. Aber sehr oft werden hier Artikel gepostet, die sehr heftig rassistisch sind und diese werden hier gelassen," merkt sie kritisch mit dem Hinweis um mehr Achtsamkeit an. Es werde über Menschen geschrieben, gibt sie zu bedenken. "Rassismus ist keine Meinung! Rassismus ist schmerzvoll, ungerecht und unmenschlich," stellt die 40-Jährige klar. 

Ein flammender Appell, der eindrücklich zeigt, unter welchem Druck Motsi, ihre Familie und viele andere People of Color tagtäglich stehen müssen. 

Verwendete Quellen: mirror.co.uk, promiflash.de

ama Gala


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