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Motsi Mabuse "Es ist nicht immer einfach mit mir"

Motsi Mabuse
© imago images
Privat wie nie! "Let’s Dance"-Star Motsi Mabuse spricht in GALA über die schwersten Momente ihres Lebens. Die Liebe gab ihr neue Hoffnung

Allein ihr Lachen ist schon so mitreißend: Motsi Mabuse hat die Gute-Laune-­Garantie im Blut. Zehn Jahre sitzt sie in der Jury bei "Let’s Dance". Und vor zehn Jahren wurde ihr heutiger Ehemann ihr Tanzpartner. Um bei runden Jubiläen zu bleiben: Am 11. April feierte sie ihren 40. Geburtstag. Was für ein Jahr für den beliebten TV-Star! Im GALA-Interview blickt sie nun zurück – und dabei wird klar: Ihre Fröhlichkeit hilft ihr, ganz viel Schmerz zu verarbeiten.

Motsi Mabuse im GALA-Interview

GALA: Motsi, Sie sind jetzt 40. Wie gehen Sie mit dieser Zahl um?
Motsi Mabuse: Es bleibt mir ja erst mal nichts anderes übrig, als mich damit anzufreunden. Mit dem Älterwerden komme ich heute aber besser klar. Ich meine, solange meine Haut noch mitmacht ... Noch habe ich nicht das Bedürfnis, etwas an mir machen zu lassen. (lacht) Tatsächlich bin ich froh, bei mir angekommen zu sein. Es sind ziemlich viele Sachen in den letzten zehn Jahren passiert.

Was genau?
Ich hab mich scheiden lassen. Ich hab mich in Evgenij verliebt. Wir haben geheiratet und ein Kind bekommen. Wir haben eine Tanzschule eröffnet. Ich arbeite inzwischen in Deutschland und in England fürs Fernsehen. Das ist eine ganze Menge. Ich habe viel über mich selbst und das Leben gelernt und bin dadurch sehr viel gelassener geworden. Vielleicht, weil ich so viel aushalten musste.

Motsi Mabuse und Evgenij Voznyuk
Motsi Mabuse und Evgenij Voznyuk
© imago images

Was meinen Sie damit?
Ich wurde von Menschen enttäuscht. Ein Leben in der Öffentlichkeit hat Vorteile, aber auch Nachteile. Es gibt immer wieder Personen, die versuchen, dich auszunutzen. Viele glauben auch, ich sei ihr Ticket, um ins Fernsehen zu kommen.

Sie entdeckt neue Seiten an sich

Die Kehrseite der Medaille also. Was hat das mit Ihnen gemacht?
Durch solche Enttäuschungen bin ich innerlich gewachsen. Heute kann ich viel klarer Grenzen setzen, um mich selbst und meine Familie zu schützen. Ich möchte ein glückliches Kind großziehen, eine glückliche Ehe führen, und ich möchte meiner Leidenschaft, dem Tanzen, nachgehen.

Wenn Sie also in den Spiegel blicken, dann …
… sehe ich eine Frau, die sich jetzt selbst akzeptiert. Ich entdecke auch neue Seiten an mir. Immer wieder. Mutter zu sein hat mir gezeigt, wo ich noch sehr verletzbar bin – und wo ich mich als Mensch verbessern kann.

Zum Beispiel?
Dass ich mich dem Druck nicht mehr hingeben muss, mich beweisen zu wollen. Ich war immer der Meinung, ich muss mich totarbeiten, um Anerkennung zu erhalten.

Motsi Mabuse bei "Let's Dance"
Motsi Mabuse bei "Let's Dance"
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Eine wertvolle Erkenntnis.
Ja. Mein Mann hat diese eigentliche Veränderung in mir bewirkt. Erst durch ihn kann ich Schwäche zugeben oder mir Hilfe suchen. Manchmal fällt mir das noch immer schwer, aber Evgenij hat mir beigebracht, meine weiche Seite zu zeigen. Dank ihm weiß ich: Ich bin genug, so wie ich bin.

Motsi Mabuse: "Mein Mann sieht mich, wie ich bin"

Beschreiben Sie uns bitte Ihren Mann.
Evgenij ist so ein ehrlicher Mensch. Er ist super loyal. Er gibt. Oft auch zu viel. Dann muss ich ihn hin und wieder bremsen. Mein Mann ist so voller Liebe. Aber auch er hat sich durch mich verändert. Obwohl er eigentlich sehr introvertiert ist, hat er jetzt eine extrovertierte Seite in sich entdeckt. Er ist dadurch viel lockerer geworden und inzwischen auch mal bereit, für ein Interview oder für den Social-Media-Kanal unserer Tanzschule vor der Kamera zu stehen.

Sie wirken sehr harmonisch miteinander.
Natürlich haben wir unsere Themen, wie alle anderen Paare auch. Und es ist auch nicht immer einfach, mit einem Menschen wie mir zusammen zu sein.

Warum sind Sie keine einfache Person?
Ich bin immer laut. Ich bin immer sehr präsent. Wenn mir das früher jemand vorgehalten hat, fühlte ich mich deswegen oft gekränkt. Doch Evgenij versteht, warum ich so bin.

Und wieso Sie sind so?
Weil ich meinen Bruder leider sehr früh verloren habe. Er war 18, als er sich das Leben nahm, ich war elf. Durch diesen Verlust habe ich gelernt, dass man jeden Moment genießen muss, und dass man bewusst und präsent leben sollte. Und das lebe ich intensiver und vielleicht auch ein wenig lauter als andere aus.

Wir kennen uns schon lange – Sie reden nicht oft über Ihren Bruder.
Das stimmt. Auch innerhalb der Familie sprechen wir selten über das, was damals passiert ist. Das hat ein Stück weit mit unserer Kultur zu tun. Aber auch, weil sein Tod eine riesige Wunde für meine Mutter hinterlassen hat. Ich weiß gar nicht, wie sie es geschafft hat, weiterzumachen. Ich schaue gerade meine Tochter an, während wir darüber sprechen. Wenn ich überlege, sie wäre jetzt nicht mehr da ...

Sie möchte ihren Mann nochmal heiraten

Ihre Geschwister bedeuten Ihnen sehr viel.
Familie bedeutet mir alles. Meine Schwester Oti lebt in London, die andere, Phemelo, in Südafrika. Wir haben ganz viel Kontakt, auch wenn wir uns gerade nicht sehen können. Wir spüren untereinander, wie wichtig es ist, dass wir über alles reden. Auch über die schwierigen Dinge im Leben. Unsere Eltern haben uns das leider nicht beigebracht.

Ihr größter Ratgeber?
Ist mein Mann. Ich würde unsere Liebe, die inzwischen auch eine tiefe Freundschaft geworden ist, für nichts auf der Welt riskieren. Evgenij sieht mich, wie ich bin. Mit allem Drum und Dran, dem ganzen Ballast des Lebens, den ich mit mir rumschleppe. Seine Augen sagen mir: "Ich lieb dich trotzdem. Ich nehm dich so an." Das ist doch eine unglaubliche Kraft! Was soll denn da noch kommen? Durch Evgenij weiß ich, ich werde jedes Problem meistern, sei es noch so heftig. Und als jemand, der in der Öffentlichkeit steht und sich jederzeit mit Shitstorms konfrontiert sehen muss, schenkt mir das die größte Kraft.

Können Sie eigentlich gut verzeihen?
Ja, sehr gut. Ich glaube tatsächlich, dass man jedes Problem lösen kann. Ans schnelle Hinwerfen glaube ich nicht.

Könnten Sie sogar einen Seitensprung verzeihen?
Puh! I don’t know! Man muss sich fragen, warum so etwas passiert. Alles hat seinen Grund. Und wenn einer merkt, da passiert etwas, aber er spricht es nicht an – dann hat derjenige eigentlich schon vorher aufgegeben.

Ihre Devise lautet "Kämpfen"?
Immer. Jetzt gerade kämpfen wir für mehr Zeit zu zweit. Denn seit zwei Jahren ist da eine junge Lady rund um die Uhr bei uns. (lacht) Natürlich hatten wir eine Ahnung, was auf uns zukommt, und es ist wunderschön! Aber anfangs hatten wir auch immer über ein zweites Kind gesprochen. Ich kann gerade nicht sagen, ob es noch passieren wird. Das wird sich zeigen.

Ein anderer Wunsch, den Sie haben, ist es, Ihr Jawort zu erneuern.
Richtig. Ich möchte mit meinem Mann auf die Malediven fliegen und ihn vor den Augen unserer Tochter noch mal heiraten.

Gala


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