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Molly Bloom Begehrter Pokertisch

Molly Bloom
Molly Bloom
© PR
Jetzt spielt sie mit offenen Karten: Molly Bloom organisierte jahrelang Spielrunden mit den größten Hollywood-Stars. Was hinter den Kulissen passierte, hat sie nun aufgeschrieben

Geplant hatte sie nur ein Jahr Auszeit in Los Angeles, eine Pause vom Jura-Studium. Dass sie dann in Hollywood Karriere auf einem bisher für sie völlig fremden Terrain machen würde – das konnte Molly Bloom 2004 nicht ahnen. Zunächst jobbte sie als Kellnerin. Nichts Ungewöhnliches. Bis sie eines Tages einen Spezialauftrag erhielt: In einem Hinterzimmer des berühmten Clubs "Viper Room" sollte sie einer geheimen Pokerrunde Drinks servieren.

3000 Dollar Trinkgeld

An diesem Tag ging Molly mit 3000 Dollar Trinkgeld nach Hause – und kaufte sich davon ein Designerkleid. Das große Spiel hatte begonnen. Peu à peu übernahm Molly Bloom, heute 36, selbst die Organisation von Pokerrunden und schaffte es immer häufiger, auch Hollywood-Stars an den Tisch zu locken.

"Als ich Leonardo DiCaprio die Hand gab, schlug mein Herz einen klitzekleinen Takt schneller", gesteht sie jetzt in ihrem Buch "Molly’s Game". "Er sah nicht nur betörend aus, sondern war auch unglaublich talentiert. Am Tisch legte er allerdings eine seltsame Art an den Tag: Es schien, als würde es ihn gar nicht kümmern, ob er gewann oder verlor. Er saß unter seinen Riesenkopfhörern, um sich besser zu konzentrieren." Immerhin ging es um sehr viel Kohle. 10000 Dollar Startgeld blätterten die Spieler hin, die Gewinne lagen deutlich höher.

Ben Affleck wollte nur das große Spiel

Schön für die Veranstalterin, denn je mehr ein Spieler gewann, desto wohler fühlte er sich und desto mehr Trinkgeld ließ er ihr da. So führte die in einer Kleinstadt in Colorado aufgewachsene Molly bald selbst ein Luxusleben. Oft in den Runden dabei: Ben Affleck. "Ein großer, blendend schöner Mann mit einem entspannten Charisma", schreibt sie über den Schauspieler, den nur "das große Spiel" interessierte, mit einem Startgeld von 50000 Dollar. Und dann war da Tobey Maguire: "Er gab mir das kleinste Trinkgeld."

Heiß begehrter Pokertisch

Dabei las Molly auch ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Von speziellen Desserts (Maguire liebte es vegan) bis zu Tischreservierungen in den angesagtesten Restaurants der Stadt: Molly machte alles möglich. DIe Stars rissen sich inzwischen um einen Platz an ihrem Pokertisch, auf dem jetzt Chips im Wert von mehreren Millionen Dollar im Einsatz waren. Doch dann kam dieser Abend, an dem "Spider-Man" Tobey Maguire ihr aus einer Laune heraus einen 1000-Dollar-Trinkgeld-Chip anbot: Dafür müsse sie auf den Tisch klettern und bellen. Molly lehnte dankend ab.

Sie landet vor Gericht

Von diesem Tag an war nichts mehr wie vorher. Das Geschäft lief nur noch schleppend. Molly verließ L. A., ging nach New York und startete dort ihre Pokerpartys. Alles prima – bis 2013 das FBI vor der Tür stand und Molly abführte. Wegen "Organisation illegaler Pokerrunden" musste sie sich vor Gericht verantworten. Das Urteil: mild. 1000 Dollar Geldstrafe, 200 Sozialstunden, ein Jahr auf Bewährung. Molly Bloom habe keine zentrale Rolle in dem Fall gespielt, befand das Gericht.

Die Sozialstunden leistete sie klaglos ab – und schrieb nebenher ihr Buch. Das soll nun auch verfilmt werden. Ob Tobey Maguire wohl mitspielt?

Stefanie Böhm, Mitarbeit: Maria Anderl Gala

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