Mode von J.W. Anderson Bloß kein Elitedenken

Model bei J.W. Anderson
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Designer Jonathan Anderson freut sich am meisten, wenn er ganz "normale" Menschen in seinen Designs sieht.

Jonathan Anderson (27) sieht seine Outfits lieber auf der Straße als auf dem roten Teppich.

Der Mann, der hinter dem beliebten Label 'JW Anderson' steckt, kleidet viele Stars ein, die Sängerin Rita Ora (22, 'R.I.P.') zählt beispielsweise zu seiner Fangemeinde. Anderson, der in diesem Jahr bei den britischen 'Fashion Awards' als bestes Nachwuchstalent ausgezeichnet wurde, verriet nun in einem Interview, welches Klientel er am liebsten in seinen Designs sehe: "Ich habe eine sehr zwiespältige Vorstellung von Prominenz. Sicherlich ist das ein sehr wichtiger Teil der Modeindustrie und diese Macht fasziniert mich, aber das reicht mir nicht. Am aufregendsten finde ich, wenn ich ein Mädchen oder einen Typen auf der Straße in meinem Outfit sehe", berichtete er gegenüber der britischen Zeitung 'The Evening Standard'.

So kurz vor Weihnachten geht natürlich der Partykleid-Kaufrausch wieder los und jede Fashionista ist auf der Suche nach dem letzten Schrei. Der irische Modemacher empfindet Kleider jedoch als Einschränkung seiner Kreativität: "Heutzutage wollen die Frauen ihre Klamotten abwechslungsreich gestalten und ein Kleid limitiert die Kapazitäten. Abendgarderobe ist nur für Preisverleihungen und ähnliches. Es ist eine Performance, eine erzwungene Überzeugung. Dafür braucht man nicht intelligent zu sein", kritisierte er.

Dennoch kreiert Anderson nach wie vor Abendkleider, doch dabei legt er Wert darauf, dem typischen 'JW Anderson'-Stil treu zu bleiben. "Meine Herausforderung ist es, eine neue Form der Architektur zu kreieren - ein Kleid, das mehrere Funktionen hat. Eines Tages schaffen wir das", versicherte er.

Neben Luxuslinien für sein eigenes Label und für 'Donatella Versace' entwarf der Modeschöpfer auch schon einmal Designs für die breite Masse. Seine Kollektion für die britische Kette 'Topshop' erwies sich als großer Erfolg.

"Es hat funktioniert, weil es tragbar war. Der Launch fand zu einem Moment statt, zu dem die Leute mehr für ihr Geld bekommen und ein Designer-Stück haben wollten. Die Schwierigkeit lag darin, etwas zu kreieren, dass die Leute aller Bevölkerungsschichten ansprach. Ich wollte sie in eine Branche involvieren, die sonst teuer ist. Ich hasse Elitedenken", erklärte Jonathan Anderson seinen 'Topshop'-Erfolg.

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