VG-Wort Pixel

Moby "Ich fragte das Publikum nach Drogen"

Moby
© Getty Images
Moby schildert in seiner Autobiografie "Then It Fell Apart" die negative Seite des Show-Business' und seinen damit verbundenen Absturz in die Alkohol- und Drogensucht

Moby, 53, hat wohl den "typischen" Fall eines zu erfolgreichen Musikers hinter sich. Diese Erkenntnis erlangt man, wenn man seine Autobiografie "Then It Fell Apart" liest, die im Mai erscheint.

Moby geht darin nicht nur auf seine Beziehung mit Natalie Portman, 37, nach der Veröffentlichung seines Bestselleralbums "Play" sowie auf viele weitere schillernde, aber auch skurrile Begegnungen mit großen Hollywood-Stars Anfang der 2000er ein, er schildert vor allem die negative Seite des Show-Business' und seinen damit verbundenen Absturz in die Alkohol- und Drogen-Sucht. Die "New York Post" veröffentlichte schon jetzt Ausschnitte aus dem Buch, in dem der DJ erschreckend offen mit seiner Vergangenheit abrechnet.

Moby stieg der Ruhm zu Kopf

Mobys plötzlicher Erfolg und sein Ansehen in der Party-Branche stiegen dem US-Amerikaner zu Kopf und ließen ihn zu einem Menschen werden, der er nie sein wollte. Eines Abends verlangte er Zutritt zu einer Party, wurde aber abgewiesen. "Ich schwankte auf meinen Füßen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ungefähr 16 Drinks intus. Lallend und wütend sagte ich: 'Weißt du nicht, wer ich bin?' Plötzlich stockte ich ... Ich hatte eine Grenze überschritten. Ich fühlte echte Angst. In dem Moment, wenn man jemanden so etwas fragt, richtet sich die Flut des Ruhms plötzlich gegen dich", schreibt Moby. Der Musiker trank zu dieser Zeit etwa 100 Drinks in der Woche.

Messer-Attacke gegen Jonathan Ames

Und trotzdem hörten die Eskapaden in Mobys Leben nicht auf. Als er eines Nachts eine Party in seinem Haus gab, bewarf er den Schriftsteller Jonathan Ames, 55, mit einem Messer. 

"In der Küche öffnete ich eine weitere Flasche Wodka und zog ein Messer aus einem Messerblock. 'Jonathan!', schrie ich zu ihm rüber. 'Was?' Er sah von dem Tisch auf, an dem er saß. Ich warf das Messer nach ihm. Liebevoll, weil ich Jonathan geliebt habe. Er schrie und hielt seine Hand hoch. Die Spitze des Messers war von Jonathans Princeton-College-Ring abgesprungen. Er sah mich mit Entsetzen an, das ganze Blut war ihm aus dem Gesicht gewichen. 'Nein, Jonathan, es war nett gemeint!', schrie ich.' Es war, weil ich dich liebe!'

"Hat hier jemand Drogen für mich?"

Im Jahr 2008 dann ein erneuter Tiefpunkt: Moby stieg auf die Bühne eines Konzerts, an dem Freunde von ihm beteiligt waren, und fragte das Publikum nach Drogen, doch dieses konnte ihm nicht aushelfen. "Ich bin sehr enttäuscht von euch. Ihr nennt euch New Yorker, aber niemand hier hat harte Drogen für mich. Ihr habt mich alle im Stich gelassen. Ihr solltet euch schämen", motzte er die Zuschauer an.

Er wollte sein Leben beenden

Denkt man an dieser Stelle, Moby war auf dem Höhepunkt seiner Verzweiflung, belehrt einen der Musikproduzent eines besseren. Als er eines Tages von dem Boot eines Freundes sprang und der ihn wieder an Bord zog, wollte Moby am liebsten sein Leben beenden. "Ich wollte schwimmen und treiben und dann sterben. Ich wollte im Meer versinken und endlich weg sein."

Den Boots-Trip überlebte Moby zwar, doch zuvor unternahm der heute 53-Jährige einen ernsthaften Selbstmordversuch. "Die Woche zuvor hatte ich versucht, mich umzubringen, indem ich mir eine Plastiktüte über den Kopf zog, bevor ich schlafen ging. Aber mein atavistischer Überlebensmechanismus muss eingesetzt haben. Obwohl ich mich nicht daran erinnern konnte, die Tüte abgenommen zu haben, lag sie auf dem Kissen, als ich aufgewacht bin."

Der Wendepunkt nach einem Kater

Dann kam endlich der entscheidende Wendepunkt: Moby trat bei einem Konzert auf und hatte wie immer einen Kater. 

"Ich hatte schon hunderte Kater. Aber dieses Mal fühlte es sich so an, als sei meine DNA vergiftet. Kater fühlen sich mal falsch und mal weniger falsch an, als würde man nicht nur ein paar Kilometer zu schnell fahren, sondern Benzin in ein neues Auto füllen." Moby lag an diesem Tag vor seinem Haus auf dem Beton in seinem eigenen Erbrochenen und schluchzte zu Musik, die aus seinem Handy kam. Sein letzter schlimmer Absturz, der alles veränderte. 

Als Moby anschließend ein Demo seines späteren Songs "Wait for me" hörte, liefen ihm die Tränen über das Gesicht und er entschied sich dazu, sein Leben zu ändern. In dem Song heißt es: "Ich werde dich auffordern wegzusehen / Dieses kaputte Leben kann ich niemals retten / ich versuche es so sehr, aber mir fehlt immer etwas dafür / Die Tage sind grau und die Nächte sind schwarz / Warte auf mich." 

Sie haben suizidale Gedanken? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe an. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Eine Beratung über E-Mail ist ebenfalls möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Verwendete Quellen: nypost.com

jno Gala

Mehr zum Thema


Gala entdecken