Miuccia Prada: Sorge um Italiens Mode-Status

Modemacherin Miuccia Prada befürchtet, dass Italiens "Glanz und Ruhm" bald verloren sein könnten.

Miuccia Prada (63) ist besorgt, dass ihr Heimatland Italien seine Führungsposition in Sachen Mode schon bald abgeben wird.

Die legendäre Designerin zeigte sich in einem Interview über den Ruf Italiens als tonangebendes Modeland besorgt. Sie fürchtete, dass ihr Heimatland seinen Führungsstatus bald verliere. Als Gründe nannte sie die Zerstreuung der Nachwuchstalente und die Verkäufe von Luxusmarken.

"Mit dem Verkauf unserer Luxus-Labels an Ausländer riskiert unser komplettes System einen Abstieg in die zweite Liga. Wenn unsere Marken die Grenzen überschreiten, dann liegen der Glanz, der Ruhm und alle Entscheidungen in den Händen der anderen und wir werden sitzengelassen und degradiert", äußerte sie sich in einem ihrer seltenen Interviews mit der italienischen Zeitung 'La Republica'.

Prada erklärte, dass viele ihrer Kollegen Italien den Rücken kehrten und sich nach Paris wandten. Als Beispiel führte sie Modemacher an, der früher als 'Jil Sander'-Designer seine Kollektionen regelmäßig in Mailand zeigte und nun zu 'Dior' nach Paris umsiedelte. "Man kann es ihnen nicht vorwerfen", gab Prada zu und fügte hinzu, dass Ruhm bei 'Dior' sicherlich gesteigert werde.

Auch die gebürtige Mailänderin beschloss vor diesem Hintergrund, ihre 'Miu Miu'-Linie in Paris zur Schau zu stellen - auf der Suche nach "dem Anreiz, der sich Glamour nennt".

"Wir leben in einer kulturell schwachen Welt. Wir sind ein Land, das niemals lernen wollte, wie man seine Vielfältigkeit und sein künstlerisches Erbe schützen und promoten kann", beklagte Miuccia Prada.

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