Missbrauchsvorwürfe gegen R. Kelly: Zeugen berichten neue Details

Die Schlinge um den Hals von R. Kelly, der minderjährige und erwachsene Frauen missbraucht haben soll, zieht sich weiter zu. Nun meldet sich sein Ex-Anwalt und eine neue Zeugin zu Wort

R. Kelly muss sich wegen sexuellen Missbrauchs vor der Justiz verantworten. Hier ist er am 25. Februar 2019 bei seiner Entlassung aus der U-Haft aus einem Gefängnis in Chicago zu sehen. Die Kaution von 100.000 Dollar soll laut US-Medienberichten ein weiblicher Fan gestellt haben.

Immer wieder wurde und wird R. Kelly, 52, des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Hochzeit mit der damals 15-jährigen Sängerin Aaliyah (†22), Sex-Sklavinnen, Kinderpornographie - die Vorwürfe wiegen schwer, hatten jedoch lange keine weitreichenden Konsequenzen für den "I Believe I Can Fly"-Interpreten. Das änderte sich am 22. Februar 2019: Die Polizei in Chicago nahm R. Kelly wegen des schweren sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen fest. Drei der vier Opfer sollen minderjährig gewesen sein. Beweisen soll das laut Opfer-Anwalt Michael Avenatti ein Video.

Ende Februar durfte R. Kelly nach einigen Tagen die Untersuchungshaft wieder verlassen, nachdem ein weiblicher Fan, so berichten es US-Medien, für ihn die Kaution hinterlegt hatte. In einem Interview mit US-Talkmasterin Gayle King, 64, bestritt der 52-Jährige vehement die Vorwürfe gegen seine Person. Doch die Gegenwehr dürfte kaum etwas bewirken: Wie das US-Portal "TMZ" am Donnerstag (7. März) berichtet, belastet eine neue Zeugin R-Kelly schwer. Ungeheuerliches hat auch der ehemalige Rechtsbeistand des Sängers, Ed Gensen, zu berichten.

Rochelle Washington (l.) und Latresa Scaff (r.) sind zwei der Frauen, die behaupten, als Minderjährige von R. Kelly missbraucht worden zu sein. An der Seite ihrer Anwältin Gloria Allred (Mitte) bekräftigen sie ihre Vorwürfe bei einer Pressekonferenz am 21. Februar 2019 in New York.

 

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R. Kelly: Wie schlimm ist es wirklich?

Zwei der Frauen, die Kelly missbraucht haben soll, sind Latresa Scaff, 40, and Rochelle Washington, 39. Nach einen Konzert Mitte der 1990er soll der Sänger sie mit Drogen und Alkohol gefügig gemacht und auf sein Hotelzimmer gelotst haben. Dort habe er sie später vergewaltigt. Beide Frauen waren zum damaligen Zeitpunkt minderjährig; eine 15 Jahre alt und die andere 16 Jahre alt.

Eine weitere Frau namens Sabrina könne die bereits bestehenden Missbrauchsvorwürfe in dem derzeit laufenden Prozess bestätigen, berichtet jetzt "TMZ". Demnach werde sie Details zu dem Vorfall aus dem Jahre 1995 vor Gericht erläutern, die den angeblichen Übergriff Kellys nach einem Konzert in Baltimore untermauern sollen. Sie will beobachtet haben, wie eine der beiden Klägerinnen nach den Vorfällen aus einem der Hotelaufzüge gekommen sei und sich vor Schmerzen gekrümmt habe. Sie habe unmittelbar ihre Hilfe angeboten und schon damals hätten die beiden Frauen ihr erzählt, dass R. Kelly sie in seinem Hotelzimmer attackiert hätte.

Erschütternde Enthüllung über R. Kelly

Hochzeit mit damals erst 15-jähriger Aaliyah (†)

Aaliyah Haughton (†22) war angeblich mit R. Kelly verheiratet


R. Kelly bekam "Anti-Sex-Spritze"

2008 musste sich R. Kelly bereits wegen Kinderpornographie verantworten. Sein damaliger Anwalt war Ed Genson, 77. Gegenüber der Zeitung "Chigaco Sun Times" gibt er jetzt zu:

"Er war schuldig wie die Hölle!"

Ob er kein schlechtes Gewissen habe, will der Reporter von Genson wissen, dass er den Sänger erfolgreich vor dem Gefängnis bewahrt habe. "Ich habe ihn nicht begünstigt. Was er getan hatte, hatte er zu diesem Zeitpunkt schon getan", lautet die vage Antwort. Er glaube nicht, dass der Sänger in den letzten Jahren etwas "Unangebrachtes" getan habe, sagt Genson - und enthüllt ein brisantes Detail: "Ich werde Ihnen ein Geheimnis verraten: Ich habe ihn zu einem Arzt gehen lassen, um Injektionen zu bekommen, Libido tötende Injektionen. Deshalb wurde er für nichts anderes verhaftet."

R. Kelly befindet sich derzeit wieder in Polizeigewahrsam, diesmal wegen ausstehender Unterhaltszahlungen an seine Ex-Frau. Schwerer sexueller Missbrauch kann in den USA laut "New York Times" mit einer Strafe von drei bis sieben Jahren Gefängnis geahndet werden. 

Verwendete Quelle: New York Times, Chicago Sun Times, PEOPLE, BBC

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