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Miriam Pielhau Mit Joko persönlich werden

Miriam Pielhau
© 94,3 rs2
Miriam Pielhau stellt sich in ihrem neuen Radiotalk einer ambitionierten Herausforderung: Von ihren Gästen will sie viel Persönliches erfahren - im Gespräch mit Gala.de erklärte sie aber, warum sie selbst privaten Fragen lieber ausweicht

Moderatorin Miriam Pielhau kehrt zu ihrer alten Liebe zurück: Beim Berliner Radiosender "rs2" moderiert die 38-Jährige ab Sonntag (12. Januar) von 10 bis 13 Uhr eine wöchentliche Talkshow mit wechselnden Gästen. Den Auftakt macht TV-Star Joko Winterscheidt. Für Miriam Pielhau bedeutet die neue Aufgabe eine große Herausforderung: Auf der einen Seite möchte sie spannende und private Geschichten von ihren Talkgästen erfahren, andererseits hat sie für sich selbst diesbezüglich strenge Regeln aufgestellt, und gab im Interview trotz Nachfrage auch nichts über ihr aktuelles Privatleben preis. Stattdessen hat sie verraten, wie sie diesen Drahtseilakt in ihrer Talkshow meistern will.

Am Sonntag startet die erste Ausgabe der "Miriam-Pielhau-Show". Sind Sie nervös?

Es ist eine schöne Form von Nervosität. Ich betrete kein komplettes Neuland, sondern weiß, wie Radio funktioniert. Auch die technischen Abläufe beispielsweise, denn Radiomoderatoren haben neben der - wie in meinem Fall - schönen Aufgabe des Prominententalks auch noch allerhand drum herum zu tun. Man sitzt am Mischpult, startet die Musik und die Jingles. Das habe ich fleißig geübt in den vergangenen Wochen, um wieder in die alte Routine zu kommen. Außerdem freue ich mich, dass ich mit dieser Personalityshow und meinem Steckenpferd Interview und Talk mein berufliches Jahr 2014 einläuten kann.

Was gefällt Ihnen am Radio besser als am Fernsehen?

Parallel zu meiner Fernsehkarriere habe ich bis 2007 lange Radio gemacht und musste nur aus zeitlichen Gründen pausieren, doch es war immer klar, dass das nur eine begrenzte Auszeit sein wird. Es ist einfach eine andere Form der moderativen Arbeit. In Live-Interviewsituationen muss man sehr auf den Punkt formulieren, Gesprächspartner auch mal charmant unterbrechen (lacht), in einer aufgezeichneten Fernsehsituation kann man das laufen lassen und später schneiden. Jetzt beim Radio habe ich Live-Gäste, da muss alles sitzen, das fördert mich noch intensiver in meiner Spontanität, Aufmerksamkeit und Flexibilität. Radio ist schneller, unmittelbarer als Fernsehen - und ganz im Ernst - da kann ich Sonntagsmorgens auch mal in Gemütlichkeitsklamotten auflaufen mit hochgezwirbelten Haaren und ohne Schminke im Gesicht (lacht).

Sie wollen mit Ihren Gästen auf einer privaten Ebene talken. Wie werden Sie das umsetzen?

Miriam Pielhaus erster Talkgast wird am 12. Januar TV-Star Joko Winterscheidt sein.
Miriam Pielhaus erster Talkgast wird am 12. Januar TV-Star Joko Winterscheidt sein.
© facebook.com/Miriam-Pielhau

Was eine große Chance darstellt, ist die Tatsache, dass ich beide Seiten kenne. Ich bin manchmal diejenige, die - so wie jetzt - die Fragen beantwortet, habe aber auch in verschiedenen Sendungen selbst Fragen gestellt. Meine Gäste wissen, dass ich weiß, wie das Geschäft funktioniert. Im Schönen wie im Schwierigen. Da ich mit vielen privat gut bekannt oder sogar befreundet bin, stehen sie möglicherweise bereitwilliger Rede und Antwort, als bei anderen Journalisten. Meine Gäste sprechen mit jemandem, der selbst oft genug zu privaten Dingen befragt wurde und da auch nur sporadisch Antwort gibt, lassen sich aber im Zweifel darauf ein, weil sie wissen, dass ich - wie ich glaube - ein gutes Gespür für die Grenze habe. Ich werde sicher nicht zur "Witwenschüttlerin" werden, aber möchte schon - wenn jemand dazu bereit ist - interessante Geschichten, Anekdoten und Erfahrungen erfragen. Das ist der aufregende Drahtseilakt. Ich freue mich auf der einen Seite auf spannende, pikante und noch nicht gehörte Geschichten, auf der anderen Seite reite ich niemanden ins mediale Nirvana. Diese Mischung macht es meiner Meinung nach ganz besonders - alles kann, nichts muss. Wenn sich Joko am Sonntag in der Stimmung fühlt, über Themen, über die er sonst nicht spricht, zu reden, dann werden wir vielleicht Dinge zu hören bekommen, die man sonst so noch nirgendwo gehört hat. Das ist letztlich der Anspruch: Eine gute Atmosphäre zu schaffen, in der sich meine Gäste so wohlfühlen, dass sie sich öffnen und vielleicht das eine kleine Türchen mehr aufmachen, als bei anderen.

Wo verläuft bei Ihnen persönlich die Grenze zwischen "noch nicht zu privat" und "definitiv zu privat"?

Wenn Sie meine vermeintlich privaten Aussagen aus der Vergangenheit analysieren - wobei meine Erkrankung da vermutlich die einzige Ausnahme bildet und dabei hatte ich vor allem die Motivation, anderen Betroffenen zu helfen - werden Sie feststellen, dass Sie im Wesentlichen gar nicht viel von mir wissen, weil ich recht allgemein antworte. Bis zum Öffentlichwerden meiner Erkrankung habe ich ein von der Presse weitestgehend unbeobachtetes Leben geführt, was gut so war und das Öffentlichwerden ist ja auch nicht auf meinem Mist gewachsen. Plötzlich wurde ich auf's Tableau gezerrt. Ich hege keinen Groll deswegen, nicht falsch verstehen, denn ich weiß ja, dass der Zirkus so funktioniert, da muss man lernen mitzuspielen. Ich habe für mich allerdings strenge Regeln. Die Grenze, die Sie wahrscheinlich meinen, liegt für mich dort, wo es um andere geht. Sobald Aussagen von mir die Privatsphäre von Menschen im meinem Umfeld tangieren oder beeinträchtigen könnten, halte ich doch lieber schnell die Klappe.

Sie sind dennoch sehr aktiv bei Twitter...

Ich nutze das - anders als manche anderen Kollegen - nicht unbedingt als Megaphon in Eigenwerbung sondern ich möchte unterhalten werden und mich gut unterhalten. Außerdem weiß niemand, ob Tweets oder Postings wirklich Geschichten aus meinem Leben sind, oder ob sie nur meiner blühenden Fantasie entspringen. Klar, ein Joggingfoto ist ein Joggingfoto. Aber das ist auch kein privater Skandal, ehrlich gesagt. Das entgegne ich auch immer den Leuten, die aufschreien und sagen, dass die eigene Privatsphäre im Netz komplett ungeschützt sei. Die Kunst besteht darin, zu kapieren, was ich Interessantes teilen könnte und was ich für mich behalte. Neulich habe ich von einem ehemaligen Chef beim Radio ein altes Foto geschickt bekommen, das mich mit Mick Jagger zeigt. Daraufhin habe ich ein altes Stones-Buch mit einem Mick-Jagger-Autogramm herausgekramt, fotografiert und ebenfalls veröffentlicht. Ich zeige also ein Autogrammfoto von einem Buch - das vermittelt einen privaten Eindruck, sagt aber nichts wirklich Ur-Privates über mich aus, außer, dass ich - wie vermutlich Millionen anderer Rolling-Stones-Fans auf der Welt - ein Rolling-Stones-Buch besitze.

Was machen Sie am kommenden Sonntag um kurz nach 13 Uhr als allererstes?

Hm, da hab ich mir noch gar nichts überlegt, das sollte ich vielleicht zelebrieren, da haben Sie Recht. Vielleicht nehme ich mir ein kleines Partyhütchen und eine Tröte mit, setze mich in die am Sonntag vermutlich recht leere Redaktion und tröte eine halbe Stunde glücklich vor mich hin.

Davon hätten wir dann aber gerne ein Selfie bei Twitter…

(lacht) Ja, genau, das mache ich dann!


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