Miriam Pielhau (†): Der Vater Golmorad Moradi spricht über den Tod seiner Tochter

Der Schmerz sitzt immer noch tief: Miriam Pielhau starb vor vier Monaten. In GALA spricht ihr Vater Golmorad Moradi über seinen Kummer und wie er versucht, vor seiner Enkeltochter die eigenen Tränen zu verbergen

Behutsam schlägt er die erste Seite des Fotoalbums auf. Golmorad Moradi strahlt, als er das Bild eines zuckersüßen Mädchens mit dunklen Haaren und knopfbraunen Augen entdeckt. "Das muss 1977 gewesen sein", erinnert er sich. "An diesem Tag bin ich zum ersten Mal mit meiner Tochter in den Zirkus gegangen. Sie war ganz fasziniert von den Tieren und rief: 'Papa, ich hab dich so lieb'."

Miriams Fotoalbum

Dann öffnet er seinen nächsten Schatz: Ein Album, das ihm seine Tochter vor wenigen Jahren geschenkt hat. Es zeigt sie bei Fotoshootings, mit ihrer Familie und mit Prominenten. "Da ist sie mit Stefan Raab. Hier mit Klaus Wowereit", sagt er stolz. Tränen schießen ihm in die Augen. Er ringt nach Worten: "Wenn ich mir die Fotos anschaue … Es ist so schwierig für mich. Sie fehlt mir so sehr. Ihre Stimme. Wir haben jede Woche miteinander telefoniert."

Vor vier Monaten verlohr er seine Tochter

Vor vier Monaten, am 12. Juli, hat Golmorad Moradi seine Tochter Miriam Pielhau verloren. Die beliebte Moderatorin starb nach einem langen Krebsleiden im Alter von nur 41 Jahren. "Es ist das Schlimmste, was einem Vater oder einer Mutter passieren kann – wenn dein Kind vor dir geht", sagt er mit leiser Stimme.

Es ging furchtbar schnell am Ende

Für die Öffentlichkeit – aber auch für den Vater selbst. Im Jahr 2008 erkrankte Miriam Pielhau an Brustkrebs. Sie kämpfte sich in den Alltag zurück, doch 2014 kam die niederschmetternde Diagnose: Der Krebs war wieder da, Metastasen im ganzen Körper. Erneut musste sie kämpfen, gab die Hoffnung nicht auf. Noch drei Wochen vor ihrem Tod glaubte man, Miriam Pielhau habe die tückische Krankheit besiegt. Denn in einem Interview sagte sie: "Ich bin gesund, das kann man sagen (…) Das Wort Wunder fiel bei meinen Ärzten, weil es eine absolut unwahrscheinliche Entwicklung war."

Das letzte Treffen

Zu dieser Zeit traf sie ihren Vater in Heidelberg. "Miriam hatte hier beruflich zu tun. Sie lud meine Lebensgefährtin und mich ein. Es war ein schöner und fröhlicher Abend." Es war das letzte Treffen von Vater und Tochter. "Ich wusste nicht, dass sie wieder krank war", sagt er mit zitternder Stimme. "Miriam wollte es mir wohl nicht sagen, weil sie wusste, ich hätte damit nicht umgehen können", so Moradi.

Es gab keine Hoffnung mehr

An einem Dienstag verstarb die beliebte Moderatorin. Erst am Wochenende zuvor erhielt Moradi einen traurigen Anruf. Danach wusste er, dass es für seine Tochter keine Hoffnung mehr gab. "Ich hätte Miriam meine Leber, mein Leben geschenkt, wenn das gegangen wäre. Aber die Ärzte sagten mir, sie sei viel zu schwach für eine Operation gewesen."

Erinnerungen an ihre Kindheit

Golmorad Moradi legt die Alben beiseite und starrt auf eine Wand. Auch hier finden sich überall Fotos seiner Tochter. In der 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Heidelberger Mehrfamilienhaus hängt an nahezu jedem freien Fleckchen ein Bild, das ihn an seine Tochter erinnert. Auf dem Esstisch vor der Küche liegen die drei Bücher, die Miriam Pielhau geschrieben hat – mit handschriftlichen Widmungen: "Für Papa …"

Moradi ist ein stolzer Mann und ein stolzer Vater: "Ich habe 40 Jahre gebraucht, um meinen ersten Artikel im 'Mannheimer Morgen' zu veröffentlichen. Sie hatte da schon drei Bücher geschrieben." Dann zeigt er uns Zeitungsartikel aus der "Westfalenpost": 1986 war Miriam in der sechsten Klasse am Gymnasium in Bad Berleburg und gewann den Lesewettbewerb. "Sie war ein schönes und cleveres Mädchen."

Als Miriam fünf Jahre alt war, trennten sich der gebürtige Iraner, der an der Uni Heidelberg Volkswirtschaft studierte, und seine deutsche Frau. Miriam blieb bei ihrer Mama. "Sie hat sie toll erzogen. Sie war großartig. Die beste Mutter der ganzen Welt", so der 75-Jährige. Getrennt, aber doch gemeinsam schickten sie ihr Mädchen in die Welt. "Uns war es immer wichtig, dass Miriam etwas aus ihrem Leben macht. Deshalb ging sie als Zehnjährige für sechs Wochen nach Oxford, um dort Englisch zu lernen."

Frühes Showtalent

Miriam Pielhau war eine gute Schülerin, sie wollte nach dem Abitur unbedingt Journalistin werden und zeigte schon als kleines Mädchen ihr Showtalent. "Sie war vielleicht fünf und spielte immer Radiomoderatorin. Auf einer Kassette nahm sie ihre Stimme auf und hörte sich diese anschließend an", sagt er versonnen. Miriam Pielhaus vierjährige Tochter habe dieses Talent geerbt, meint Moradi. "Ich hoffe, dass ich so alt werde, um zu erleben, wie sie eines Tages eine Showfrau im Fernsehen wird", lacht er. Die Kleine wächst nach dem Tod der Mutter bei ihrem leiblichen Vater, Musiker Thomas Hanreich, 44, in Berlin auf.

Die Abschiede 2016

Um diese Stars trauern wir

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27. Dezember 2016: Carrie Fisher (60 Jahre)  Kurz nach einem schweren Herzanfall ist die "Prinzessin Leia"-Darstellerin mit 60 Jahren in Los Angeles gestorben.
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Das Verhältnis zu seiner Enkelin

Die Ehe von Pielhau und Hanreich zerbrach kurz nach der Geburt. Moradi erzählt von seinem Opa-Dasein: "Ich skype mit ihr. Neulich habe ich sie gefragt: 'Was wünschst du dir von Opa, meine Liebste?' Da sagte sie, sie wünsche sich ein Krokodil. Als ich dann erstaunt meinte: 'Aber ein Krokodil ist doch gefährlich', lachte sie und meinte, es solle aus Plastik sein. Dann habe ich gleich zwei geschickt, eines für sie und eines für ihre jüngere Schwester, dem Kind von Thomas und seiner neuen Frau."

Moradi, der gesundheitlich angegriffen ist, hofft, seine Enkeltochter bald besuchen zu können. "Als sie zu mir sagte, dass ihre Mama jetzt nicht mehr da sei, habe ich versucht, nicht zu weinen", erzählt er und fährt fort: "Sie hat es gut bei ihrem Papa." Thomas sei ein "ganz liebenswürdiger Typ", für den Moradi Vatergefühle hege. Auch wenn es sich so ganz anders anfühlt als früher mit seiner kleinen Miriam.

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