Mick Schumacher: Mein Ziel: Weltmeister

Mick Schumacher tritt in die Fußstapfen seines Vaters Michael. Warum er es schaffen kann, so erfolgreich zu werden wie sein Idol

Er will es so. Und nicht anders. Mick Schumacher hätte Jurist werden können, Arzt oder Automechaniker. Irgendwo auf der Welt leben, wo es ihm gefällt, privat, unbeobachtet. Aber der 18-Jährige will Rennprofi sein und sagt selbstbewusst: „Mein Ziel ist es, auch Formel-1-Weltmeister zu werden.“ „Auch“ : Dieses kleine Wort macht deutlich, was den Blondschopf antreibt. Mick möchte in die Fußstapfen seines Vaters Michael Schumacher treten, des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters, der Rennlegende, des Ausnahmesportlers.

„Mein Vorbild ist mein Papa. Einfach weil er der Beste ist und mein Idol“, sagt Mick.

Plötzlich alt

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©Gala

Und während er da in die RTL-Kamera spricht, glaubt man ein Déjà-vu zu haben. Das Selbstbewusste Auftreten, dieser Blick, der Siegeswillen. All das haben seine Fans von Michael Schumacher doch noch so gut in Erinnerung – obwohl er seit über drei Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit auftrat und nur sehr wenige Menschen genau wissen, wie es dem 48-Jährigen überhaupt geht, nachdem er im Dezember 2013 bei einem Skiunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte.

Bis heute wird der Patient in seinem privaten Anwesen im Schweizer Gland versorgt. Unvergessen ist er trotzdem; ganz gleich, wie spärlich die Informationen auch fließen. Dass Sohn Mick sich angesichts dieses Übervaters nun aufmacht, die Familientradition fortzusetzen, erregt Staunen. Und mit welcher Entschlossenheit er dies tut, erst recht: Seit 2008 baut er seine Karriere kontinuierlich auf, kämpfte sich über diverse Meisterschaften im Kartfahren in den Formelsport.

Die Voraussetzung

2015, während seiner ersten Formel- 4-Saison beim Team Van Amersfoort Racing, schaffte er schon einen Sieg und zwei Podest-Platzierungen. Ein Jahr später, inzwischen beim italienischen Prema Powerteam, wurde er Zweiter der Gesamtwertung. Nun steht der nächste große Schritt an: Für Prema startet Mick Schumacher in der Europäischen Formel 3, dem Wettbewerb, der als Vorstufe zur Königsklasse gilt. Vom 14. bis zum 16. April tritt er das erste Rennen in Silverstone an. Und sein Teamchef René Rosin stellt klar: „Er hat den Speed im Blut. Das ist, mit was du geboren wirst, das kannst du nicht lernen.“

Insider zweifeln nicht daran, dass der junge Sportler, der als Vierjähriger seine ersten Runden auf der väterlichen Kartbahn drehte, in zwei Jahren, spätestens aber 2020 in einem Formel-1-Boliden sitzen wird.
Die besten Chancen, „Schumi 2“ dann unter Vertrag zu haben, rechnet sich Mercedes aus. Das Unternehmen verpflichtete Mick bereits als Markenbotschafter und drehte mit ihm gerade eine fünfteilige Führerschein-Comedy.

Mercedes begleitet die Familie von Michael Schumacher, dem Angestellten von einst, seit dem tragischen Unfall ohnehin sehr eng. Aber Ferrari, für die Michael ebenfalls jahrelang Rennen fuhr, gibt sich nicht geschlagen:

„Wenn Mick in die Ferrari-Akademie einsteigt, wird er einen roten Teppich vorfinden“, buhlt Nachwuchs-Chef Massimo Rivola um Mick.

Der übt sich derweil in Bescheidenheit und sagt: „Ich möchte mich als Fahrer weiterentwickeln und viel lernen.“ Die Voraussetzungen dafür könnten nicht besser sein. Schumi junior hat sein Leben mittlerweile komplett auf den Rennsport eingestellt.
Auch wenn er plant, das Abitur zu machen, erscheint er nur selten zum Unterricht. Er arbeitet seinen individuellen Lehrplan während seiner Reisen ab. Dann ist er in Italien auch mal an der Rennstrecke beim Lernen zu sehen, genauso wie er fleißig die Landessprache übt. Seine Hobbys Fußball und Eishockey müssen zurückstecken.

Die Familie

Micks Lebensmittelpunkt ist nach wie vor die Villa in Gland, ein direkt am Genfersee gelegenes, fest eingezäuntes Gebäude-Ensemble. Dort trainiert er in dem Fitnessraum, den sich Vater Michael in aktiven Zeiten eingerichtet hat; mit Geräten, die vor allem die Nacken- und Schultermuskulatur fordern, die Partien, die bei Rennpiloten besonders stark sein müssen. Sein Leben dem Sport unterzuordnen, das hat ihm sein Vater vorgelebt, wie auch den Umgang mit der Öffentlichkeit.

Mick hat sich einen Facebook- Account angelegt, gibt vereinzelt Interviews und geht Werbepartnerschaften ein. „Mick ist seit Kurzem Markenbotschafter von Mercedes- Benz und Partner der Deutschen Vermögensberatung DVAG“, sagt Sabine Kehm zu GALA. Die Pressesprecherin und enge Vertraute der Familie, früher rechte Hand von Michael Schumacher, begleitet Mick auch hin und wieder zu Rennen. So wie Mutter Corinna, 48, und Schwester Gina Maria, 20, die beide im Westernreiten erfolgreich sind. Anders als Mick scheuen sie aber öffentliche Auftritte und PR.

Fest steht die Familie zusammen, berichten Freunde. Und dass sie Micks Entscheidung, in die väterlichen Fußstapfen zu treten, voll mittrage. Auch wenn alle wissen, was für eine Belastung das ist.

„Der Druck ist extrem, weil Mick immer mit Michael verglichen wird“, sagt Jos Verstappen kürzlich zu GALA.

Der ehemalige Teamkollege von Michael und Vater des heutigen Formel-1- Piloten Max Verstappen weiter: „Mick vermisst natürlich seinen Vater – in der Familie und im Rennsport, wo ihm Michaels Erfahrung sehr helfen würde.“ Unterkriegen lässt Mick sich von diesem Schicksal aber nicht. Er ist stark. So stark wie sein Vater. Mindestens.

Michael Schumacher

Ein Leben auf der Überholspur

Juli 1988  Da wo alles begann: Michael Schumacher posiert während des Trainings auf der Kartbahn Kerpen-Manheim für ein Foto. Auch als er schon in den Formel-Klassen fuhr, nahm er weiterhin gelegentlich an Kartrennen teil.
November 1991  1991 unterschreibt Michael Schumacher einen Formel 1-Vertrag bei Benetton.
Januar 1992  Bevor Michael Schumacher 1987 erstmals in der Formel König startet, verbringt er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ralf Schumacher viel Zeit auf der Kartbahn.
September 1992  Stars unter sich: Schauspielerin Brigitte Nielsen und Michael Schumacher unterhalten sich in der Boxengasse.

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