Mick Schumacher: Diese beiden Männer stehen ihm zur Seite

Die Rennsaison geht für Mick Schumacher in die nächste Runde. Jetzt sind zwei Männer als Vertraute des jungen Sportlers besonders wichtig

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Diesen Satz aus einem Gedicht von Herman Hesse kennt wohl jeder. Und manchmal erlebt man Situationen, in denen man sagt: Ja, das stimmt. Ein bisschen war es so kürzlich beim Rennauftakt von Mick Schumacher, 16. Der Sohn von Michael Schumacher macht in diesem Jahr seinen ersten Schritt in Richtung Profi-Rennfahrer, startet in der "ADAC Formel 4 " für das Team "Van Amersfoort Racing".

Beim Saisonbeginn Ende April auf der Piste in Oschersleben fuhr er im dritten Rennen auf den ersten Platz, wurde zweimal als bester Neuling ausgezeichnet. Als Mick auf dem Siegertreppchen den Pokal bekam, sah man förmlich, wie der Druck von ihm abfiel. Sein vorher so konzentrierter Gesichtsausdruck wich der puren Freude. Etwas unsicher nahm Mick später einen Schluck aus der Champagnerflasche, die eigentlich zum Rumspritzen gedacht war. Ein zauberhaft guter Anfang. Nun geht die Saison weiter. Am kommenden Wochenende findet im österreichischen Spielberg die zweite Rennrunde statt.

Er tritt in große Fußstapfen

Kann Mick, dessen Vater Legendenstatus genießt, die gute Leistung wiederholen? Die Erwartungen sind nicht geringer geworden. Vater Michael, der ihn früher oft begleitete, kann ihn an der Strecke nicht unterstützen, er erholt sich auf dem Familienanwesen in der Schweiz immer noch von seinem Ski-Unfall . Ende 2013 hatte sich der siebenfache "Formel-1"-Champ bei einem Sturz ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Und Mutter Corinna? Sabine Kehm, die Sprecherin der Familie, sagt gegenüber GALA: "Ob sie kommt oder nicht, werden wir vorher nicht mitteilen." Beim ersten Rennen blieb sie fern, nach seinem Sieg telefonierte Mick mit ihr. So wird es in Zukunft wohl erst einmal bleiben.

" Corinna würde ihn gern begleiten, aber sie will den Rummel um ihren Sohn mit ihrer Anwesenheit nicht noch verstärken", sagt ein Bekannter der Familie zu GALA. Aber eine Vetrauensperson hat man in einer solchen Situation sicher gern dabei. Wer übernimmt diese Aufgabe? Zwei Männern kommt jetzt besondere Bedeutung zu. Zum einen ist da Micks Opa Rolf. Er lebt mittlerweile mit seiner Lebensgefährtin auf dem Anwesen der Familie. Schon früher, wenn Mick Kart-Rennen fuhr, war der heute 70-Jährige im Betreuer-Team dabei. Ende April war er ebenfalls nach Oschersleben gereist, stand im offenen "Van-Amersfoort"-Fahrerlager - seinen Yorkshire-Terrier im Arm – und nahm im Beisein des Enkels die 160-PS-Boliden in Augenschein.

Die zwei Männer an Micks Seite: Opa Rolf (l.) und Peter Kaiser. Der langjährige Kumpel von Michael Schumacher ist einer der Betreuer von Mick.

Wie Pech und Schwefel

Michael Schumacher

Ein Leben auf der Überholspur

Juli 1988  Da wo alles begann: Michael Schumacher posiert während des Trainings auf der Kartbahn Kerpen-Manheim für ein Foto. Auch als er schon in den Formel-Klassen fuhr, nahm er weiterhin gelegentlich an Kartrennen teil.
November 1991  1991 unterschreibt Michael Schumacher einen Formel 1-Vertrag bei Benetton.
Januar 1992  Bevor Michael Schumacher 1987 erstmals in der Formel König startet, verbringt er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ralf Schumacher viel Zeit auf der Kartbahn.
September 1992  Stars unter sich: Schauspielerin Brigitte Nielsen und Michael Schumacher unterhalten sich in der Boxengasse.

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Der andere Mann, der in dieser Zeit viel an Micks Seite ist, heißt Peter Kaiser. Der ehemalige Kart-Händler aus Rommerskirchen bei Köln ist seit Mitte der Achtzigerjahre einer der besten Freunde von Michael Schumacher. Sie kennen sich noch aus der Zeit bevor Micha, wie Kaiser seinen Kumpel gern nennt, zum legendären Schumi wurde. Beim Kartfahren kreuzten sich ihre Wege, lange Zeit hatten sie ein gemeinsames Kart-Team. Oft verändern sich Freundschaften, wenn der eine berühmt wird. Bei Schumacher und Kaiser war das nicht der Fall. "Als Kartkumpel und feinen Kerl sehe ich Michael noch heute", erzählte Kaiser einmal dem "Express". "Jeder von uns hat sich weiterentwickelt, aber die Freundschaft wurde tiefer." Spricht man mit Bekannten aus dem Familienumkreis, fallen Sätze wie "Die haben zusammengehalten wie Pech und Schwefel". Und natürlich habe sich dadurch eine enge Beziehung zwischen Mick Schumacher und Peter Kaiser entwickelt.

2012 zog der 46-jährige Kaiser mit seiner Frau Sabine und seinem achtjährigen Sohn Luis zu den Schumachers in die Schweiz. Das Anwesen ist weitläufig und bietet viel Platz. Heute fungiert Kaiser als Betreuer von Mick, der die Karriere als Profisportler hoch motiviert verfolgt. "Mick hat Testfahrten auf der Rennstrecke absolviert, sich weiter mit dem Auto und dem Set-up vertraut gemacht", sagt Sprecherin Sabine Kehm zu GALA. "Die Bedingungen, die man am Rennwochenende dann antrifft, kann man nicht eins zu eins vorher simulieren. Natürlich bedeutet das für Mick, dass er dafür reisen muss." Peter Kaiser ist hier jeden Tag dabei. Bevor Mick seinen Boliden auf der Piste startet, ist Kaiser einer der letzten, der mit dem Jungen spricht, ihm die Hand drückt. Michael Schumacher unterstützte seinen alten Weggefährten früher immer. Jetzt unterstützt dieser dessen Sohn Mick. Ein echter Freund eben.

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