Mick Jagger: Was haben diese Frauen gemeinsam?

Sie hatten was mit Mick Jagger! Zum "Rolling Stones"-Bühnenjubiläum blickt "Gala" auf die ganz speziellen Qualitäten des Band-Bosses zurück

Die Welt weiß viel über Mick Jagger und sein Liebesleben.

Micks Männlichkeit etwa, plauderte ausgerechnet Bandkollege Keith Richards aus, sei von verschwindender Winzigkeit. Und, weit schlimmer: Damit umgehen könne er auch nicht, erklärte Janice Dickinson, eine seiner zahllosen Affären. Der Sex mit dem Stones-Chef habe sich angefühlt wie ein Boxkampf, erzählte sie in einer Talkshow genüsslich. Besonders scharf habe sie Mick ohnehin nicht gefunden. Er sei ein "trophy man" gewesen - ein Typ, mit dem man aus Prestigegründen schläft, aber nicht unbedingt das Leben teilen will. Dass viele seiner Eroberungen nur aus diesem Grund mit Mick Jagger ins Bett gingen, störte den Ober-Stone keineswegs. Er galt immer als Sex-Maniac der Band, während Keith Richards, Ron Wood und vor allem Charlie Watts es auf weit weniger Affären brachten (Ron und Charlie kippten nach den Gigs lieber ein paar Whisky). Willige Mädchen empfingen die Rolling Stones überall. Schon bei ihrem ersten Liveauftritt am 12. Juli 1962 im Londoner "Marquee Club" flogen zur großen Freude der Jungs - Mick Jagger und Keith Richards waren gerade mal 18 Jahre alt - BHs und Höschen auf die Bühne. Für die beiden Alphamännchen wurde es bald zum großen Sport, sich gegenseitig die besten Girls abzujagen.

Um Uschi Obermaier etwa, die schmollmündige Deutsche mit dem Unschuldsblick, buhlten beide verbissen. Nach einem Konzert in der Schweiz Ende der Sechziger ließen sich Mick und Keith - getrennt - zu Uschis Münchner Wohnung chauffieren. Zu dritt hätten sie in der Küche gesessen und ein paar Joints zur Entspannung geraucht, erinnert sich Uschi Obermaier. Dann forderte Mick seinen Kollegen auf, schnellstens die Fliege zu machen. Die logische Begründung: Seine Frau Bianca reise am nächsten Tag an, ihm bleibe nur diese eine Nacht mit Uschi. Sie kommentierte die Ereignisse später so: "Das war das Tollste überhaupt, einer der Glanzmomente in meinem Leben." Übrigens: Keith durfte einen Tag später wieder vorbeischauen. Nicht mit allen Frauen lief es so locker wie mit Uschi Obermaier. Als Jaggers langjährige On-Off-Gespielin Marianne Faithfull von ihm schwanger war, sexelte der unausgelastete Mick mit ihrer besten Freundin Anita Pallenberg. Damals zusammen mit Keith Richards. Im Ausspannen war Mick Jagger sowieso Weltklasse: Eric Clapton etwa machte er die damals noch ultracoole Carla Bruni abspenstig. Und sein guter Kumpel Bryan Ferry musste Jerry Hall an ihn abtreten, die ab 1990 für neun Jahre seine Ehefrau war.

Mick Jagger

Ein Rockstar und seine Frauen

Mick Jagger und die Frauen: Prinzessin Margaret
Mick Jagger und die Frauen: Angela Bowie
Mick Jagger und die Frauen: Nathalie Delon
Mick Jagger und die Frauen: Uschi Obermaier

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Auf ein Geschlecht festlegen wollte sich der umtriebige Rockstar nicht, anders als seine Bandkollegen. Einmal erwischte ihn Angela Bowie, die damalige Ehefrau von David Bowie, mit ihrem Mann im Bett - dabei hatte sie doch eigentlich eine Affäre mit Mick ... Angeblich widmete Mick Jagger ihr als kleine Entschädigung für den Seitensprung die Sehnsuchtshymne "Angie". Auch das berühmte "Brown Sugar" schrieb er nach einer heftigen Liaison. Mit der afro-amerikanischen Sängerin Marsha Hunt, der er die ersten Zeilen angeblich direkt auf den Körper kritzelte, hat er eine Tochter, die heute 41-jährige Karis. Zunächst verleugnete er das Mädchen. Typisch: Wenn seine Gespielinnen Ansprüche anmeldeten, war er meist schneller weg als der Schlussakkord eines Stones-Songs. Sein ewiger Kontrahent Keith Richards zeigte sich in dieser Hinsicht weniger abgebrüht: Er guckte auch nach dem Aus zum Plaudern bei den Frauen vorbei, nahm Mix-Tapes für seine Favoritinnen auf und malte ihnen lustige Bildchen auf die Cover.

Sein ganzes Leben ist Rock 'n' Roll: Mick Jagger 2005 bei einem Konzert im kalifornischen Anaheim.

Viel erdulden mussten die langjährigen Beziehungen von Mick Jagger. Seine erste Gattin Bianca stellte im Nachhinein ernüchtert fest, dass ihre Ehe eigentlich schon am Hochzeitstag beendet gewesen sei. Der Grund? Der frisch Angetraute zwitscherte kurz nach dem Ja- Wort in Saint-Tropez mit einem der Groupies ab, die in der Bandvilla herumlungerten und sich das Warten auf den Meister mit Kiffen versüßten. Am härtesten traf es Jerry Hall, Ehefrau Nummer zwei. Sie entwickelte bald ein untrügliches Gespür für Situationen, in denen ihr Mann fremdgehen würde. Einmal stürmte sie wütend in sein Hotelzimmer, als er sich gerade mit dem Model Nicole Kruk vergnügte. Die lief kreischend davon, schlich sich aber am nächsten Tag zurück in Micks Bett. Der Presse erzählte Nicole später, dass er sie "wie ein Vampir" gebissen habe, während er völlig enthemmt über sie hergefallen sei. Als ihr Mann nach Jahren des Fremdgehens auch noch ein Baby mit dem brasilianischen Model Luciana Morad zeugte, beendete Jerry Hall die Ehe. Resigniert stellte sie fest: "Es gibt nichts Erniedrigenderes, als jemanden so zu lieben, dass man ihm alle Seitensprünge verzeiht." Fast alle.

Seine hemmungslosesten Zeiten hat Mick Jagger heute längst hinter sich. Seit elf Jahren ist er mit der britischen Designerin L’Wren Scott, 45, liiert, über Affären ist nichts bekannt. Heiraten will Mick Jagger, der am 26. Juli seinen 69. Geburtstag feiert, trotzdem nicht: "Um ehrlich zu sein, darüber denke ich gar nicht mehr nach", eröffnete er vor Kurzem dem Magazin "Woman & Home". Ganz neue Seiten hat er dank L’Wren an sich entdeckt, unter ihrer Ägide richtete er beispielsweise ein mit Kunstgegenständen gespicktes Apartment in Paris ein. Beibringen ließ er sich von seinen Frauen schon immer gern etwas. Ganz vorn liegt da seine einstige Kurzzeit-Gespielin Tina Turner. Sie lehrte ihn neue Tanzschritte, die er so lange vor ihren Augen wiederholte, bis sie perfekt saßen. Vielleicht die erste und einzige Frau, die es schaffte, Mick Jagger nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Martina Ochs

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