VG-Wort Pixel

Michelle Obama + Barack Obama Die Sehnsucht bleibt

Barack und Michelle Obama
Barack und Michelle Obama
© Getty Images
Michelle und Barack Obama stürzen sich mit einem XL-Urlaub begeistert in ihr neues Leben. Und der Rest der Welt? Hätte das einstige First Couple zu gern zurück

Als das Weiße Haus Anfang vergangener Woche das offizielle Porträt von Melania Trump, 46, veröffentlichte, hatte sich die neue First Lady sicher mehr Begeisterung erhofft. Immerhin hatte sie großen Aufwand betrieben: Im Dolce & Gabbana-Blazer und mit Photoshop-getuntem Make-up blickte sie zuversichtlich in die Kamera.

Gefeiert wurde eine andere

Vorgängerin Michelle Obama. Denn die zeigte sich mit ihrer natürlichen Haarpracht. Die Bilder von ihr sind weder inszeniert noch besonders vorteilhaft, dennoch flippten Fans im Internet aus. "Michelle hat das Glätteisen satt. Wie schön sie mit ihren natürlichen Haaren aussieht!", lautet eine von vielen Reaktionen auf die 53-Jährige und ihre naturkrausen Locken.

Der Unterschied könnte größer nicht sein. Und während die Welt zu begreifen versucht, dass im Weißen Haus nun einer pöbelnder Polit-Poltergeist mit versteinert agierender Gattin die USA vertreten, machen die Obamas unbeeindruckt Urlaub ohne Ende.

Ihr neues Leben

Minuten nach der Amtseinführung seines Nachfolgers im Januar bestieg Barack mit Michelle und den Töchtern Malia, 18, und Sasha, 15, einen Hubschrauber Richtung Palm Springs. Wo die Familie ganz entspannt bei Ex-Botschafter James Costos und Interior-Designer Michael Smith übernachtete, alten Freunden und Unterstützern. Ihr neues Leben konnte die Familie zuletzt kaum erwarten. "Ich werde mir zum ersten Mal seit Jahren nicht den Wecker stellen", freute sich Barack im November bei TV-Talker Jimmy Kimmel.

Ich werde Zeit mit Michelle verbringen. Wir haben einiges nachzuholen. 

Einen besonderen Urlaub hatte er ihr versprochen. Und wirklich: Nach Palm Springs flog das Paar auf Einladung von Milliardär Richard Branson weiter auf die British Virgin Islands. Dort strahlte Obama beim Kitesurfen wie ein Kleinkind im Bällebad. Wellen, Wasser, Geschwindigkeit – und vor allem keiner, der ihm sagt, was er wann zu tun hat. Und was er darf – im Weißen Haus war Extremsport Tabu.

Urlaub ohne Ende
Urlaub ohne Ende
© instagram.com/michelleobama

Große öffentliche Aufmerksamkeit

Als einstiger Präsident steht er zwar weiterhin unter dem Schutz des Secret Service, doch jetzt ist er mit minimaler Sicherheits-Entourage unterwegs und kann spontan zu Starbucks gehen, ohne dass seine Leute vorher die Lage checken. Allerdings weiterhin meistens mit Publikum: Vor einem Coffeeshop in New York brachten jubelnde Autofahrer Anfang März den Verkehr zum Erliegen, als Obama sich einen Kaffee holte. Und beim Dinner mit U2-Frontman Bono im "Upland" gab es von den anderen Gästen Standing Ovations. Obama reagiert in solchen Situationen gelassen, winkt und zieht weiter.

Sehnsucht nach der ehemaligen "First Lady"

Während er und Michelle in ihrem neuen bürgerlichen Leben ankommen, nennen viele Amerikaner Michelle immer noch "FLOTUS", auch wenn sie nicht mehr die "First Lady of the United States" ist. Die Sehnsucht nach ihrer Bodenständigkeit, Leidenschaft und Authentizität treibt dabei bisweilen seltsame Blüten. Aktuell macht sich der demokratische Abgeordnete Andrew Thapedi dafür stark, den 4. August, Obamas Geburtstag, in Chicago zum Feiertag zu erklären, wo Obama vor seiner Präsidentschaft lebte.

Gemeinnützige Arbeit statt Politik

Politische Ambitionen haben weder Michelle noch Barack, auch wenn es von Parteifreunden immer wieder Aufforderungen gibt. "Michelle war nie verrückt nach Politik", so Barack im November. "Sie sagte zu mir: 'Ich versuche, mein Leben zu organisieren, um Chaos zu vermeiden. Politik ist ein einziges Chaos.'" Der Ex-Präsident selbst meidet es – der traditionellen Gepflogenheit folgend –, die Politik seines Nachfolgers Donald Trump zu kommentieren. Stattdessen arbeiten die Obamas jetzt gemeinnützig. Anfang des Jahres launchten sie die Website der Obama Foundation. Die Stiftung will verantwortungsvolles Bürgertum fördern.

So sieht die Zukunft aus

Außerdem arbeiten Barack und Michelle jeweils an ihren Memoiren. Im Februar wurde der Deal mit Penguin Random House unterzeichnet. Das Honorar von 60 Millionen Dollar wollen sie spenden. Derzeit verbringt das Paar seine letzten Urlaubstage auf Tetiaroa im Südpazifik. Danach geht es zurück nach Washington.

Barack Obama ist seit 100 Jahren der erste Präsident, der auch nach der Amtszeit in der Hauptstadt bleibt. Im Nobel-Vorort Kalorama hat die Familie eine Stadtvilla bezogen und wird frühestens umziehen, wenn Sasha in zwei Jahren die Highschool beendet hat. Malia studiert ab Herbst in Harvard. Auf die Obamas wartet nun ein relativ normaler Alltag. Und auf uns die ernüchternde Erkenntnis, dass die Politwelt fortan ohne dieses faszinierende Paar auskommen muss.

Jessica Kohlmeier Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken