Michael Jackson Seine Familie kämpft vor Gericht

Vier Jahre nach dem Tod von Michael Jackson zieht die Familie des "King of Pop" gegen den Konzertveranstalter vor Gericht

Knapp vier Jahre nach dem Tod von Michael Jackson ist sein Tod wieder Thema vor einem Gericht. Seit Dienstag (2. April) läuft der Prozess, in dem die Familie des einstigen "King of Pop" Schadensersatz vom US-amerikanischen Konzertveranstalter "AEG Live" verlangt. Jacksons Mutter Katherine und seine drei Kinder werfen dem Unternehmen unter anderem vor, die Gesundheit und Sicherheit des Sängers aus Profitgier vernachlässigt zu haben und damit eine Mitschuld an dem Tod des Künstlers zu tragen.

Am Dienstag begann der Schadensersatz-Prozess in Los Angeles mit der Auswahl der Geschworenen und der Verlesung der Vorwürfe. Das Unternehmen hatte für den Sommer 2009 eine Comeback-Konzertreihe des Stars in London geplant und setzte angeblich alles daran, den gesundheitlich sehr angeschlagenen Michael Jackson bei der Stange zu halten. So soll "AEG Live" unter anderem für die Einstellung Conrad Murrays zur Verantwortung gezogen werden. Der Leibarzt sollte während der Proben für die Gesundheit und Fitness des Sängers sorgen und bekam dafür ein Gehalt von umgerechnet 115.000 Euro im Monat. Kurz vor dem geplanten Show-Auftakt starb Michael Jackson an einer Überdosis eines Narkosemittels, das ihm der Arzt verabreicht hatte. Laut diverser Medienberichte geht es bei dem Prozess um eine gigantische Summe: Die Mutter von Michael Jackson soll einen Betrag von umgerechnet 31 Milliarden Euro von dem Konzertveranstalter verlangen. Geld, das Michael Jackson nach seiner geplanten Tour und seinem Comeback hätte verdienen können.

Im Laufe des Prozesses dürften - ähnlich wie beim Strafprozess - pikante Details aus Michael Jacksons Leben ans Licht kommen. Es wird voraussichtlich um seine Medikamentensucht, seine mentale und körperliche Verfassung sowie um die Behandlung des Stars durch seine Manager und Mitarbeiter gehen. Besonders schwer wird das für seine Kinder sein: Für die nächsten Prozesswochen werden unter anderem Michael Jacksons ältere Kinder, der 16-jährige Prince Michael und die 14-jährige Paris im Zeugenstand erwartet. Der elfjährige Blanket muss vor Gericht nicht eidesstattlich aussagen.

"TMZ" zufolge soll sogar Superstar Prince als Zeuge auftreten. Auch er hat in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Konzertveranstalter gemacht. Conrad Murray, der ebenfalls auf der Zeugenliste steht, hatte in seinem eigenen Strafprozess eisern geschwiegen. Mit Spannung wird erwartet, ob der Arzt, der wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, in diesem Verfahren eine Aussage machen wird.

Laut einer Gerichtssprecherin sollen für das Verfahren insgesamt 45 bis 60 Prozesstage angesetzt sein. Damit kann es bis zu drei Monate dauern.

rbr

Mehr zum Thema

Gala entdecken