Michael Jackson Er könnte heute noch leben

Im Prozess gegen Dr. Conrad Murray, Michael Jacksons Leibarzt, geht ein Zeuge so weit wie bisher kein anderer: Kardiologe Alan Steinberg sagte aus, der King of Pop könnte heute noch leben - wenn die Fehler seines Arztes nicht gewesen wären

Im Prozess gegen Dr. Conrad Murray, Michael Jacksons ehemaliger Arzt, verdichten sich die Hinweise, dass der Mediziner tatsächlich für den Tod des King of Pop mitverantwortlich ist. Die Behauptung, Jackson habe sich die tödliche Dosis Propofol selbst verabreicht, nahm die Verteidigung am gestrigen Mittwoch (13. Oktober) wieder zurück.

Nachdem bereits eine Notärztin und eine behandelnde Ärztin des Krankenhauses, in das Michael Jackson eingeliefert worden war, gegen den Arzt ausgesagt und ihm Vorenthaltung von Informationen und zu nachlässiges Handeln vorgeworfen haben, erhob nun ein Kardiologe schwere Vorwürfe.

Dr. Alan Steinberg ging bei seiner Aussage dabei so weit wie bislang keiner vor ihm. "Michael Jackson könnte noch leben", so Steinberg vor Gericht. "Wenn Dr. Murray nur die richtigen Schritte eingeleitet hätte, als Michael nicht mehr atmete."

So habe Murray rund 20 Minuten gewartet, bis er den Notarzt rief und stattdessen zu falschen Wiederbelebungsmethoden angesetzt. Auch seine laufenden Behandlungen an Michael Jackson seien geradezu fahrlässig gewesen, so das Urteil Steinbergs über Murrays Leistungen als Leibarzt. Insbesondere die laufende Verabreichung des Beruhigungsmittels Propofol sei schlecht abgelaufen: Murray habe notwendige Maßnahmen wie regelmäßige Beobachtung der Herz- und Kreislauffunktionen einfach außer Acht gelassen, ebenso wie Vorkehrungen für einen Notfall.

Letztlich habe Murray gegen alle Regeln der ärztlichen Fürsorgepflicht verstoßen und Michael Jackson könnte definitiv noch am Leben sein, wenn diese eklatanten Verstöße nicht passiert wären, so Steinberg.

Die Äußerungen sind das bisher stärkste Argument der Anklage gegen Dr. Conrad Murray. Bisher hatte sich seine Verteidigung darauf gestützt, Jackson habe sich die tödliche Dosis Propofol selbst verabreicht. Diese Behauptung nahm Murrays Anwalt jedoch ohne Begründung wieder zurück.

Bis Freitag will die Staatsanwaltschaft ihre Zeugenbefragung abgeschlossen haben. Und bisher spricht alles für eine Mitschuld Murrays an Michael Jacksons Tod.

smb

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