Michael Douglas: Ein Vater kämpft um seinen Sohn

Verfeindete Drogendealer machen im Gefängnis Jagd auf Cameron, den Sohn von Michael Douglas. Mithilfe von Top-Anwälten will der Schauspieler ihn deshalb rausholen - bevor es zu spät ist

Der Maßanzug sitzt perfekt.

Seine Haare sind akkurat frisiert. Mit ernster Miene geht Michael Douglas zu der wartenden Limousine. Fast sieht es so aus, als sei er noch einmal in seine Paraderolle des Wall-Street-Moguls Gordon Gekko geschlüpft. Doch hier wird kein Hollywood-Film gedreht, hier spielt sich ein echtes Drama ab: Es geht um seinen Sohn Cameron.

Tragische Schicksalsschläge

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Gerade hat der 68-jährige Michael Douglas bei einer 40 Minuten langen Anhörung vor dem Berufungsgericht des "Manhattan Federal Court" ausgesagt. Das Ziel: Die viereinhalb Jahre Haftzeit, zu denen das Gericht seinen Sohn 2011 zusätzlich verurteilte, soll verkürzt werden. Im April 2010 war Cameron Douglas bereits wegen Drogendealens zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Macht insgesamt fast zehn Jahre hinter Gittern! Zu der Extrastrafe kam es, weil sich der 34-Jährige von seiner damaligen Anwältin Drogen in die Zelle schmuggeln ließ. "Natürlich verdient er für seine Taten eine angemessene Strafe. Aber das ist die wohl härteste, die jemals einem Häftling wegen Drogenbesitzes erteilt wurde", sagte Anwalt Paul Shechtman vor Gericht. Er und sein Kollege Nicholas De Feis fordern jetzt eine Haftverkürzung, damit Cameron so bald wie möglich eine Therapie beginnen kann. Die Aktion ist initiiert von Michael Douglas. Er will seinen Sohn so schnell wie möglich aus dem Gefängnis in Lewisburg, Pennsylvania, holen.

Manhattan, Ende Dezember: Gerade hat Michael Douglas vor dem Berufungsgericht für seinen Sohn ausgesagt.

Jeder Vater möchte seinen Sohn in Freiheit sehen, klar. Aber Michael Douglas geht es um mehr: Er hat Angst um Camerons Leben. Denn vor zwei Monaten griffen ihn Mitinsassen an und brachen ihm einen Oberschenkel und einen Finger. Bis heute muss Cameron Douglas deshalb an Krücken gehen. Offenbar wollte er gegen seinen Drogenlieferanten im Gefängnis aussagen, weshalb ein New Yorker Gangster eine Belohnung für denjenigen aussetzte, der Cameron verletzt. Seine Anwälte wollten sich dazu nicht äußern: "Solange kein Urteil gefällt wurde, dürfen wir nichts kommentieren", sagte Nicholas De Feis zu "Gala". Die richterliche Entscheidung wird wohl erst in ein paar Wochen verkündet.

Weil er als Schauspieler in Hollywood nicht aus dem Schatten seines Vaters heraustreten konnte, versuchte sich Cameron Douglas als DJ - so zum Beispiel 2004 im Hamburger Club "Betty Ford Klinik".

Camerons nicht enden wollende Drogensucht und seine jahrelange kriminelle Karriere hängen wie ein dunkler Schatten über dem Leben von Michael Douglas. Dabei hat der schon genug andere Sorgen: Erst vor zwei Jahren besiegte er nach monatelangem Kampf seinen Kehlkopfkrebs. Ehefrau Catherine Zeta-Jones nimmt wegen extremer Stimmungsschwankungen Medikamente. Michaels jüngerer Halbbruder Eric starb 2004 im Alter von nur 36 Jahren an einer Überdosis Drogen - und auch er selbst wäre fast am Alkohol und dem Dasein im Schatten seines übermächtigen Vaters Kirk Douglas zerbrochen. Während er den Kampf gewann, wiederholt sich nun beim Sohn die Geschichte. Das Wissen um seine Mitschuld am Drama um Cameron belastet Michael Douglas dabei besonders. "Meine Prioritäten waren denen meines Vaters stets sehr ähnlich. Die Karriere kam immer zuerst!", sagte er dem Magazin "Vanity Fair". Auch seine damalige Frau Diandra widmete sich lieber Charity-Projekten oder kümmerte sich um exotische Haustiere wie einen Ozelot - während sie ihren Sohn bei Nannys parkte.

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 03. Januar, am Kiosk erhältlich.

Alexander Nebe Mitarbeit: Julide Tanriverdi

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