Mesut Özil überrascht: Jetzt bricht er sein Schweigen

Fußballprofi Mesut Özil hat in den vergangenen Monaten für einige Schlagzeilen gesorgt. Jetzt spricht er erstmals über das Geschehene und wird dabei sehr deutlich. 

2019 war bisher kein einfaches Jahr für Mesut Özil. Ob der Eklat um das Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, 65, seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft oder der Überfall auf ihn und Arsenal-London-Kollegen Sead Kolasinac, 26. Geäußert hat er sich zu alldem nicht - jetzt bricht der 31-Jährige jedoch sein Schweigen und findet sehr direkte Worte. 

Mesut Özil: Türkei ist Teil seiner Identität

Im Interview mit "The Athletic" kommt Mesut Özil auf die Diskussionen rund um das umstrittene Foto mit Präsident Erdogan zu sprechen. Gemeinsam mit DFB-Kollege Ilkay Gündogan, 28, hatte er für ein Bild mit Erdogan posiert. "Er ist aktuell der Präsident der Türkei, und ich würde dieser Person immer Respekt zollen, wer auch immer es ist. Auch wenn ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, die Türkei ist Teil meiner Identität", erklärt Özil. Er hätte genauso reagiert, hätte Angela Merkel ihn treffen und sprechen wollen.

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Mesut Özil fühlte sich nicht respektiert

In der darauffolgenden Zeit habe Özil sich "schutzlos und nicht respektiert" gefühlt. "Ich wurde rassistisch beschimpft, sogar von Politikern und Prominenten. Niemand von der Nationalmannschaft hat sich hingestellt und gesagt: "Stopp! Das ist unser Spieler, ihr könnt ihn nicht so beleidigen." Alle haben geschwiegen und ließen es passieren", erhebt der Ex-Nationalspieler Vorwürfe. Der Sportler geht sogar noch weiter und beschreibt, er habe das Gefühl gehabt, dass von ihm eine Entschuldigung erwartet worden wäre. Ansonsten wäre er nicht mehr im Team willkommen gewesen und hätte aufhören müssen - das würde er aber niemals tun. Mit seiner eigenen Entscheidung, aus der DFB-Elf zurück zu treten, sei er bis heute sehr glücklich. "Rückblickend weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war." Der Weltmeister wünscht sich Respekt von den Fans für seine Leistung. "Meine Generation hat den deutschen Fußball verändert. Er ist seitdem schöner anzuschauen." Das Kapitel Nationalmannschaft sei für ihn vorbei.

Mesut Özil

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Mesut Özil

Mesut Özil macht im Interview mit "The Athletic" deutlich, dass Rassismus für in ein alltägliches Problem ist. "Rassismus war immer da, aber die Leute haben die Situation um mich als Ausrede genutzt, um ihn auszuleben." Er sei heftig beschimpft worden: "Ich habe sie schreien hören: Ziegenf*****, Scheiß-Türke und noch mehr Beschimpfungen, die ich jetzt nicht wiederholen möchte." Für ihn sei Rassismus nicht mehr nur ein Problem von Rechten, sondern habe sich in der Mitte der Gesellschaft verlagert. 

Auf offener Straße überfallen

Der Arsenal-London-Star kommt auch auf den Raubüberfall zu sprechen, der ihm gemeinsam mit seiner Frau Amine, 26, und Teamkollege Sead Kolasinac widerfahren ist. Während eines Gesprächs vor Kolasinacs Haus seien plötzlich zwei Männer auf sie zugekommen. Özil ging zunächst davon aus, sie wollten ein Autogram oder Foto - von wegen. "Sie riefen: "Gib uns deine Uhr!" Seads Reaktion war sehr, sehr mutig. Er attackierte einen der Typen." Der zweite Mann habe mit seinem Moped die Straße blockiert und Özil an der Weiterfahrt gehindert. "Ich hatte Angst um meine Frau, hatte Angst um Sead. Ich dachte nicht an mich selbst. Wenn sie die Tür meiner Frau geöffnet hätten, wäre etwas Schlimmes mit ihr passiert." Özil habe schließlich doch gemeinsam mit seine Frau und Kolasinac die Flucht ergreifen und sich in ein Lokal retten können. Mittlerweile habe das Paar den Angriff verdaut.

Seltener Schnappschuss mit Amine

Vor kurzem sorgten Mesut Özil und seine Frau Amine aber auch für positive Schlagzeilen. Sie begeisterten ihre Fans mit einem seltenen Pärchen-Schnappschuss auf Instagram.

Der Fußball-Star schrieb zu dem Liebes-Selfie: "Ein wunderschöner Tag mit meiner Frau. Danke für all die Geburtstagswünsche! Allah segne euch alle." Mit einem süßen Herzchen-Emoji bestätigt Özil, dass die beiden auch nach all den schwierigen Zeiten immer noch glücklich miteinander sind. 

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