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Menowin Fröhlich "Ich habe mir selbst nicht mehr gefallen"

Menowin Fröhlich
Menowin Fröhlich
© Ronan Budec
Der ehemalige "DSDS"-Finalist Menowin Fröhlich erzählt im Interview mit Gala.de, wie sein Gefängnisaufenthalt ihn geprägt hat, was man 2012 von ihm erwarten darf und warum er gerne "The Voice of Germany" schaut

"Das A und O ist, die Zähne zusammen zubeißen "

, sagt Menowin Fröhlich im Interview mit Gala.de. Der ehemalige "Deutschland sucht den Superstar"-Finalist verbrachte das Jahr 2011 zu einem Großteil im Gefängnis, wurde im Januar wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen zu einer Freiheitsstrafe von 313 Tagen verurteilt. Nun blickt der 24-Jährige optimistisch in die Zukunft - und erzählt, wieso ihn der Aufenthalt im Gefängnis zu einem besseren Menschen gemacht hat. Mit der Ballade "Waiting for Christmas" und jeder Menge Zukunftsplänen im Gepäck stellt sich Menowin den Fragen von Gala.de.

313 Tage hast du dieses Jahr im Gefängnis verbringen müssen. Wie hat dich diese Zeit verändert?

Ich würde sagen, dass ich in den zehn Monaten, die ich im Gefängnis war, eine gewisse Reife entwickelt habe und erwachsener geworden bin. Ich habe verstanden, worum es in meinem Business geht. Entscheidungen, die ich treffe, überdenke ich inzwischen sieben-, achtmal. Das A und O ist, die Zähne zusammen zubeißen und durchzuhalten. Ich wollte immer Anerkennung als Musiker, habe aber mein altes Leben weitergelebt. Das geht einfach nicht. In der Hinsicht kann man sagen, habe ich mich wirklich geändert. Ich hoffe, das werden die Leute auch zu spüren kriegen.

2012 will Menowin Fröhlich musikalisch voll durchstarten. Neben einem neuen Album ist auch eine Deutschland-Tournee geplant.
2012 will Menowin Fröhlich musikalisch voll durchstarten. Neben einem neuen Album ist auch eine Deutschland-Tournee geplant.
© Ronan Budec

Hattest du eine Art Sonderstellung oder einen Promibonus unter den Mitinsassen?

Nein eben nicht, und genau das finde ich auch gut. Im Gefängnis wird wirklich jeder gleich behandelt. Ich hatte nie so etwas wie einen Promistatus. Es hat alles seinen korrekten juristischen Lauf genommen. Wenn ich in der letzten Zeit mal raus musste, zum Beispiel um meine Single aufzunehmen, dann durfte ich das nur, weil ich mich sehr gut geführt habe. Es hat sich so ergeben, der Zeitpunkt war richtig und die Leute waren damit einverstanden. Wenn ich da drin Randale gemacht hätte, wäre nix gewesen mit 'Hey Menowin, mach mal 'ne Weihnachts-CD'.

Dein neuer Song "Waiting for Christmas" ist am 18. November erschienen. Was hat dich zu dem Song inspiriert?

Es ist ja tatsächlich so, dass ich dieses Jahr ganz besonders auf Weihnachten warte, und ich wollte meinen vielen Fans damit Danke sagen. Sie haben mir so viel Post geschickt und ich bin mit ihnen über die Zeit in Kontakt geblieben, sodass es auch als ein Geschenk für meine Fans gedacht war, eine Weihnachts-Single aufzunehmen.

Mit deiner Entlassung aus dem Gefängnis stehen dir viele neue Türen offen. Was darf man 2012 von dir erwarten?

Erwarten kann man jetzt erst mal, dass im Januar eine Dance-Single von mir rauskommt. Und dann will ich natürlich so schnell wie möglich mein Album fertigstellen. Außerdem planen wir eine Deutschland-Tour, da gehört natürlich sehr viel Arbeit dazu. Ich werde mich darauf konzentrieren, dass mein Album ein Kracher wird, und ich eine super Show bieten kann.

In welche musikalische Richtung möchtest du dich bewegen?

Ich werde viel experimentieren. Ich will auf jeden Fall versuchen, meinen Style zu finden, aber dass es dennoch eingängig ist und man Lust auf mehr bekommt. Mehr will ich noch gar nicht verraten, das muss jeder selbst entscheiden.

Ist Dieter Bohlen ein Faktor in deinen Planungen?

Es gibt keine konkreten Kontakte. Wenn Interesse bestehen würde, und man sich einig ist, gemeinsam ein Album zu machen, das nach Dieter und nach Menowin klingt, dann sagt man natürlich nicht nein. Ich bin da nicht abgeneigt, aber zunächst will ich mich auf meine eigenen Sachen konzentrieren.

Zweimal (2005 und 2010) hast du an "DSDS" teilgenommen. Würdest du dich noch einmal bei einer Casting-Show bewerben?

Ich würde andere Wege gehen. Ich hatte natürlich bei "DSDS" auch sehr schöne Zeiten, das möchte ich gar nicht bestreiten. Abraten würde ich davon niemandem. Aber es muss passen. Casting-Shows bieten einem Künstler, der neu in die Branche einsteigen will, eine riesige Plattform. Was er daraus macht, ist ihm überlassen.

Was hältst du von der aktuellen Sendung "The Voice of Germany"?

Ganz ehrlich: "The Voice of Germany" schaue ich auch. Es interessiert mich, was dort geboten wird. Es ist etwas komplett Neues, bei dem nur die Stimme eine Rolle spielt. Da kommt keiner rein, der null Talent hat, und sich vor der ganzen Nation zum Affen macht. Da sind Leute, die kein allzu großes Selbstvertrauen, aber eine super Stimme haben. Diesen Leuten bietet die Show eine tolle Chance. Außerdem mag ich die Musik von Xavier Naidoo sehr gerne, vor allem seine alten Songs.

Weihnachten ist traditionell das Fest der Familie, und du hast nun die Möglichkeit, zu deiner zurückzukehren. Wie wirst du Weihnachten feiern?

Ich freue mich einfach nur auf meine Kinder. Es ist eine riesige Freude, frei zu sein, und zu wissen, dass man nicht mehr zurück muss. Man ist nicht mehr in irgendeiner Form eingeschränkt. Ich kann mit meinen Kindern zusammen feiern, sie lachen sehen und mit ihnen gemeinsam essen. Dann habe ich auch um mich, was ich brauche, um den anstrengenden Weg, den ich gehen will, auch bestehen zu können. Es ist ein ganz besonderes Weihnachten, das man nie in seinem Leben wieder vergisst.

Durch eiserne Disziplin hast du in den letzten Monaten neun Kilo abgenommen. Bedeutet der Gewichtsverlust für dich auch eine neue Selbstwahrnehmung?

Genau darum geht es. Im Sport muss man auch viel Disziplin aufbringen und genau da habe ich meinen Fehler gesehen und musste an mir arbeiten. Ich habe mir selbst nicht mehr gefallen und mir gesagt, dass ich etwas verändern muss. Geschafft habe ich es durch viel Bewegung und eine Umstellung meiner Ernährung. Man fühlt sich viel ausgewogener, und diese Einstellung möchte ich in Zukunft auf jeden Fall beibehalten.

Kathrin Stark

gala.de


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