VG-Wort Pixel

Melek Civantürk "Ich wollte anderen Mut machen"

"Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Melek Civantürk hat den Krebs besiegt. Hier verrät sie, was ihr half, so schnell wieder auf die Beine zu kommen

Melek strahlt und lacht, als wäre nie etwas gewesen.

Als wäre nie diese zermürbende Krankheit bei ihr festgestellt worden: Krebs. Im "Gala"-Interview erzählt die 20-Jährige von ihrer Therapie und ihrem Optimismus.

Wie fühlt es sich an, wieder bei "Germany’s Next Topmodel" dabei zu sein?

Das ist ein geiles Gefühl! (lacht) Ich bin überglücklich. Als Heidi mir das im letzten Jahr bei meinem Ausstieg angeboten hatte, war das ein unglaublicher Trost und eine große Hilfe für mich. Es war ein Ziel, auf das ich hinarbeiten konnte.

Waren Sie in den vergangenen Monaten unsicher, ob Sie es noch mal versuchen sollten?

Anfangs schon. Ich wusste ja nicht, ob meine Haare bis zum Drehstart der neuen Staffel wieder lang genug sein würden. Bis dahin habe ich eine Perücke getragen, und es hat gedauert, bis ich mich getraut habe, die abzusetzen.

Während der Therapie fielen Ihnen die Haare aus ...

Ja, das war schlimm, obwohl ich ja wusste, dass das passieren wird. Ich habe es vermieden, mir mit der Hand über den kahlen Kopf zu fahren, und ich konnte mich nicht selber im Spiegel anschauen, weil ich meinen Anblick nicht mochte. Jetzt ist das anders, ich finde mich wieder hübsch und schaue mich wieder gern an.

Wie haben Sie die Krebstherapie erlebt?

Die Diagnose ist zuerst einmal ein Schock. Ich habe irgendwann festgestellt, dass meine Lymphknoten ziemlich angeschwollen waren, und bin zum Arzt gegangen. Der hat dann recht schnell erkannt, dass ich Lymphdrüsenkrebs habe. Die härteste Sache war für mich die Strahlentherapie. Mein Hals wurde bestrahlt und verbrannte sozusagen von innen. Ich konnte nichts essen und nichts schlucken. Dagegen war die Chemotherapie nicht so schlimm. Da war mir lediglich übel.

Wer hat Ihnen in dieser schweren Zeit besonders geholfen?

Mein Freund. Er war die ganze Zeit bei mir, obwohl es auch für ihn schrecklich war. Er und meine Familie haben versucht, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr sie mit mir leiden. Aber man sieht ja trotzdem an den Augen der anderen, wie schlecht es auch ihnen geht. Man muss sich ablenken. Meine Eltern haben mir zum Beispiel ein Auto geschenkt. Meine Mama wusste, dass ich mir das schon länger gewünscht hatte. Das sind dann so Sachen, die einen glücklich machen, wenn auch nur für einen kurzen Moment.

Sie sind offensiv mit Ihrer Erkrankung an die Öffentlichkeit gegangen. Warum?

Ich wollte nicht, dass die Leute denken, ich hätte einfach keine Lust mehr, bei "Germany’s Next Topmodel" mitzumachen. Außerdem wollte ich anderen Krebspatienten Mut machen, offen über ihre Krankheit zu sprechen. Ich hab mich für den Krebs auch nicht geschämt. Die vielen lieben E-Mails, die ich bekomme habe, haben mir sehr geholfen.

Hat die Krankheit Sie verändert?

Eigentlich überhaupt nicht. Ich hatte vor dem Krebs Spaß an meinem Leben und habe das auch jetzt noch. Ich bin immer noch die gleiche Person wie zuvor. Gut, ich weiß jetzt meine Gesundheit mehr zu schätzen. Wie für viele war sie früher für mich selbstverständlich. Das ist jetzt anders.

Wie ehrgeizig sind Sie nun bei der aktuellen "Topmodel"-Staffel?

Einfach nur dabei zu sein ist mir zu wenig. Ich möchte ganz weit kommen. Die Sache ist mir wichtig, der Modelberuf ist schließlich mein Traumjob.

Haben Sie einen Glücksbringer?

Ich habe einen kleinen Teddy dabei, den ich von meinem Freund bekommen habe. Annette Dönisch

gala.de

Mehr zum Thema


Gala entdecken