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Melania Trump Warum sie und Michelle Obama keine Freunde sind

Melania Trump (l.) und Michelle Obama, die 45. und 44. First Ladies der USA 
Melania Trump (l.) und Michelle Obama, die 45. und 44. First Ladies der USA 
© Getty Images
Gala sprach mit US-Autorin und First-Lady-Expertin Kate Andersen Brower über die First Lady der USA, Melania Trump, und ihr Leben im Weißen Haus. Dabei klärt sich auch, warum Melania und Vorgängerin Michelle Obama keine Freundinnen sind

Seitdem 20. Januar 2017 ist Melania Trump die 45. First Lady der USA - und gemeinsam mit ihrem Ehemann Donald Trump, 71, der Liebling der Klatschpresse. Was Melania tut, was sie sagt, was sie trägt, ob sie die Hand ihres Gatten nimmt oder nicht, alles wird akribisch registriert und analysiert. Doch wie sieht ihr Leben wirklich aus? Gala hat nachgefragt bei US-Autorin und First-Lady-Expertin Kate Andersen Brower, die regelmäßig für den Nachrichtensender "CNN" kommentiert.

Nicht jeder ist zufrieden mit Melanias Leistung als First Lady: Zu wenig Engagement, zu wenig Präsenz. Sehen Sie das genauso? 
Sie ist in einem schwierigen Job ohne Jobbeschreibung und ohne Bezahlung. Außerdem folgt sie auf Michelle Obama, einer sehr beliebten First Lady. Ich glaube, Melania ist eine zögerliche First Lady und sie scheint es nicht zu mögen, im Weißen Haus zu sein. Sie erinnert mich an 33. First Lady der USA, Bess Truman. Sie verließ Washington, um bei jeder Gelegenheit in ihre Heimatstadt Independence, Missouri, zurückzukehren.

Was macht Melania den ganzen Tag? Ihre öffentlichen Termine halten sich in Grenzen.
Es gibt viele Gerüchte. Ich weiß, dass sie darüber nachdachte, sich auf die [Bekämpfung der] Opioid-Abhängigkeit zu konzentrieren und, wie sich das auf Kinder auswirkt. Aber ich bin mir nicht sicher, was damit passiert ist. Melania tut sich schwer, eine zentrales Thema zu finden, wie es moderne First Ladies tun sollten. Michelle Obama engagierte sich zum Beispiel für gesunde Ernährung und Sport, Laura Bush für die Alphabetisierung. 

Könnte es Melania durch ihren Mann schwieriger haben als First Lady? Nie war ein US-Präsident so umstritten wie Donald Trump. 
Ja. Ich denke, es ist schwierig. Weil Trump die Menschen so polarisiert und Melania deshalb keine enge Beziehung zu ihren Vorgängerinnen entwickelt hat. Laura Bush und Michelle Obama sind Freunde, zum Beispiel. Es sind nur fünf Frauen am Leben, die wissen, wie es ist, im Weißen Haus zu leben. Einige von ihnen haben mir gesagt, dass es schwer ist, obwohl es ein außergewöhnliches Privileg ist. Aber sie hatten gegenseitige Unterstützung und Rat, Melania nicht.
Vielleicht tut Melania sich auch schwer, weil sie gar keine First Lady sein will. Michael Wolff, der Autor des Skandalbuches "Fire and Fury" behauptet, sie sei bei Trumps Sieg in Tränen ausgebrochen. 
Ich habe auch gehört, dass sie nicht wollte, dass er gewinnt. Und ich weiß, dass Leute, die an der Trump-Kampagne gearbeitet haben, genauso schockiert waren wie die meisten Leute, als er gewonnen hat. Dafür hat Melania nicht unterschrieben, als sie Donald geheiratet hat. 

Kate Ansersen Brower, Autorin des Bestsellers "First Women" (2016, Harper Collins)
Kate Ansersen Brower, Autorin des Bestsellers "First Women" (2016, Harper Collins)
© Foto: Privat

Apropos Ehe: Die soll ja nur noch Fassade sein. Erkennbar daran, dass Melania Donald in der Öffentlichkeit gerne mal die kalte Schulter zeigt. 
Mir wurde von jemandem erzählt, der sie gut kennt, dass sie sehr stur ist und nur das tut, was sie tun möchte. Ich denke in mancher Hinsicht ist es erfrischend, dass sie nicht sofort ins Weiße Haus eingezogen ist und nach den Vorwürfen von Stormy Daniels nicht zu ihrem Mann stand. 

Sie meinen damit, dass Melania kurzfristig die Reise mit ihrem Mann nach Daovos zum Weltwirtschaftsgipfel cancelte und zur Rede zur Nation im Kapitol in Washington nicht gemeinsam mit ihm im Auto fuhr.
Ja. In beiden Fällen hat Melania Trump etwas Ungewöhnliches getan und sich behauptet. 

Besteht die Ehe nur noch auf dem Papier?
Ich denke, sie haben eine ganz andere Ehe als die meisten Paare. Selbst in New York führten sie in vielerlei Hinsicht getrennte Leben. Er sucht den Ruhm, sie meidet das Rampenlicht.

Dennoch verlässt sie Donald Trump nicht. 
Fürs Erste ist Melania eine weitere von vielen First Ladies, die die Demütigung mangelnder Loyalität ihres Mannes erdulden müssen. 

Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn, den elfjährigen Barron. Er musste Hohn und Spott einstecken, weil er bei Auftritten schüchtern und müde wirkte. Wie ist die Situation wohl für ihn im Weißen Haus?
Es ist sehr schwierig für Kinder im Weißen Haus und mir wurde gesagt, dass Barron im letzten Sommer im Fußballtraining gehänselt wurde. Er ist für sein Alter extrem groß ist und die Leute denken, dass er älter ist als er ist. Also stellen sie manchmal unfaire Erwartungen an ihn.

First Woman - The Grace and Power of America's Modern First Ladies" von Kate Andersen Brower ist 2016 im Harper-Collins Verlag-erschienen.

jre Gala


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