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Melania Trump First Lady undercover: Warum sie keine Interviews gibt

Melania Trump scheut das Gespräch mit den Medien
Melania Trump scheut das Gespräch mit den Medien
© Getty Images
Melania Trump ist seit 611 Tagen die First Lady der USA. Interviews und TV-Auftritte, wie ihre Vorgängerinnen, macht sie keine. Warum eigentlich? 

Bevor Melania Trump, 48, durch den Sieg ihres Mannes Donald Trump, 72, bei der US-Präsidentschaftswahl im November 2016 zur First Lady wurde, zierte sie als professionelles Model Magazin-Cover wie "Vogue" und "GQ", gab TV- und Print-Interviews und schritt über die roten Teppiche New Yorks. Doch seit 20. Januar 2017, dem Tag der Vereidigung Trumps, hat sich ihr Verhalten zu den Medien geändert. 

Das hat nichts mit ihrem Status als Präsidentengattin zu tun. Michelle Obama, 54, zum Beispiel, trat wiederholt in den Shows von Ellen DeGeneres, 60, und Jimmy Fallon, 44, und sogar in der Sesamstraße auf, James Cordon, 40, holte sie gar zum "Carpool Karaoke" ab. Dreimal war sie während der Regierungszeit von Barack Obama, 57, auf dem Cover der "Vogue", First Lady Barbara Bush (†92) gab sogar "PEOPLE" ein Interview. Nancy Reagan (†94) trat in den 1980ern in der US-Sitcom "Diff'rent Strokes" auf, um ihre Anti-Drogen-Kampagne zu bewerben. Doch warum scheut sich Melania vor den Medien? Vier mögliche Gründe.

1. Die Trumps sind unbeliebt

Herausgeber haben mit dem Ehepaar Trump auf dem Titelblatt keine guten Erfahrungen gemacht, schreibt die "Washington Times".
"Für manche Menschen ist es ein moralisches Problem", sagte ein Herausgeber, der anonym bleiben will. "Es gibt keinen Weg, die Trumps zu bringen, ohne (...) [jemanden] zu ärgern. Du kannst nur verlieren." Kaum einer möchte als Unterstützer des umstrittenen Präsidenten gelten. Die Chefin der US-"Vogue", Anna Wintour, ist zum Beispiel bekennende Anhängerin Hillary Clintons, 70, gewesen. Ein/e Trump bei ihr auf dem Cover - unwahrscheinlich. 

2. Unangenehmen Fragen an Melania

Donald Trump hat einen schlechten Ruf. Gerüchte um außereheliche Affären, frauenfeindliche Äußerungen, Beleidigungen politischer Gegner, Twitter-Tiraden, der Krieg gegen die angebliche Fake-Presse, Enthüllungsbücher über seinen katastrophalen Führungsstil im Weißen Haus - die Liste der Negativ-Schlagzeilen tendiert gen Unendlich. Sehr wahrscheinlich, dass Melania zu keinem dieser unangenehmen Themen Stellung beziehen will. Doch selbst wenn sie sich darauf verlassen könnte, dass heikle Fragen ausbleiben, gibt es noch ein anderes Problem. 

3. Zu wenig Stoff für eine Titelgeschichte

Der US-Nachrichtensender "NBC" wirft die These auf, dass Melanias Zurückhaltung mit Statements über Politik, interessante Themen wie ihr Privatleben und ihre erst langsam in Fahrt kommende eigene Agenda "Be Best" dazu führen würden, dass keine erfolgreiche Titelstory zu Stande käme.  Und: Dass viele Magazine negativ über die Trumps schreiben, dürfte ebenfalls Einfluss auf Melanias Bereitschaft haben, Interviews zu geben. Im November 2017 setzte sie sich gegen eines öffentlich zu Wehr. 

"Wieder einmal hat ein Teil der liberalen Medien, diesmal 'Vanity Fair', eine Geschichte mit ungenannten Quellen und falschen Behauptungen geschrieben. Als Magazin für Frauen ist es beschämend, dass sie weiterhin anzügliche und falsche Geschichten schreiben, die Frau Trump erniedrigen sollen , anstatt sich auf ihre positive Arbeit als First Lady und als unterstützende Ehefrau und Mutter zu konzentrieren", gab Trump über ihre Sprecherin bekannt. 

4. Melania wollte nie First Lady werden

Dieses Gerücht hält sich seit anderthalb Jahren ebenso hartnäckig wie das über eine heimliche Trennung der Trumps. Neuen Aufwind gewann es mit der Veröffentlichung des Enthüllungsbuches "Fire and Fury: Inside the Trump White House" von Michael Wolff. Sie soll Melania nach dem Wahlsieg ihres Ehemannes geweint haben, "aber nicht aus Freude.". Tatsächlich habe Melania weniger öffentliche Reden gehalten als Michelle Obama und Laura Bush im gleichen Zeitraum. "Sie scheint viel unbehaglicher auf der öffentlichen Bühne zu sein als ihre Vorgänger", sagt Susan Mackey-Kallis, Kommunikationsprofession an der Universität Villanova, gegenüber der "Washington Times". Die Gerüchte gehen gar so weit, dass von einer Doppelgängerin die Rede ist, die Melania bei öffentlichen Auftritten vertritt. 

Verpasste Chance für das Weiße Haus

Dass Melania Trump die Medien nicht für ihre Zwecke nutzt ist ein Nachteil, findet Lauren A. Wright, Dozentin für "Policits and Public Affairs" an der Princeton University. "Frau Trump hat dieses Toolkit, das sie zu einem einzigartigen, starken Vertreter macht. Es ist so selten, dass ein Weißes Haus das nicht ausnutzt ", sagt sie zur "Washington Times". Solche Auftritte in populären Programmen wie "Carpool Karaoke" böten "eine wirklich gute Gelegenheit, ein unterschiedliches Publikum zu erreichen, ohne unpräsidial zu wirken." 

jre Gala

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