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Melania Trump Damit hat die First Lady ihren Mann im Griff

Unergründlich wirkt Melania Trump bei ihren öffentlichen Auftritten. Ihre Rolle als First Lady füllt sie besser aus als viele erwartet haben
Unergründlich wirkt Melania Trump bei ihren öffentlichen Auftritten. Ihre Rolle als First Lady füllt sie besser aus als viele erwartet haben
© Getty Images
Melania Trump hat sich offen gegen ihren Mann gestellt. Wer dabei ihre engste Verbündete ist und was sie gegen den Präsidenten in der Hand hat

An manchen Abenden brannte das Licht bis spät in die Nacht. Ungewöhnlich für den privaten Bereich im zweiten Stock des Weißen Hauses. Geht Präsident Donald Trump, 72, doch gern früh schlafen, nachdem er meistens gegen 18 Uhr Feierabend macht und dann beim Fernsehgucken noch ein paar Tweets postet. 

Donald Trump: Politische Wende

Vergangene Woche aber hielten den mächtigsten Mann der Welt zwei Damen wach. Und das nicht so liebevoll, wie es der Chauvi mit Fremdgeh-Gen vermutlich am liebsten hat. Ganz ohne Zärtlichkeit und Sanftmut zeigten Melania Trump, 48, und Ivanka Trump, 36, Ehemann und Vater, wer wirklich das Sagen hat in der Familie. Und nahmen ihn so lange in die Zange, bis dieser am Mittwoch eine 180-Grad-Wende machte und per Dekret das zurücknahm, was zuvor für einen weltweiten Aufschrei gesorgt hatte: die Trennung von illegal eingewanderten Eltern und ihren Kindern an der Südgrenze zu Mexiko.

Unter Beobachtung von Kirstjen Nielsen und Mike Pence unterzeichnete Donald Trump am 20. Juni eine neue Regierungsverordnung zur Einwanderung im Oval Office des Weißen Hauses. "Es geht darum, Familien zusammenzuhalten", sagte Trump bei der Unterzeichnung. "Ich mochte den Anblick von getrennten Familien nicht", fügte er hinzu.
Unter Beobachtung von Kirstjen Nielsen und Mike Pence unterzeichnete Donald Trump am 20. Juni eine neue Regierungsverordnung zur Einwanderung im Oval Office des Weißen Hauses. "Es geht darum, Familien zusammenzuhalten", sagte Trump bei der Unterzeichnung. "Ich mochte den Anblick von getrennten Familien nicht", fügte er hinzu.
© Getty Images

Peinlicher Versuch einer Schadensbegrenzung  

Mehr als 2500 Mädchen und Jungen waren bereits in Auffanglagern untergebracht worden, als Trump bei der Unterzeichnung der Verfügung lächelnd meinte, mit seiner Unterschrift mache er "viele Familien glücklich". Der peinliche Versuch einer Schadensbegrenzung, verbunden mit der Bekräftigung, dass er die Grenze zu Mexiko weiterhin stärken und an seiner "Null-Toleranz-Politik" gegen illegale Einwanderer aus Süd- und Mittelamerika festhalten wolle. 

George Clooney, Oprah Winfrey & Co. protestierten gegen Trumps Vorgehen

Melania und Ivanka standen etwas abseits im Oval Office, als der Präsident seine Unterschrift in die Kameras hielt. Dabei waren sie die Hauptakteurinnen in einer überhaupt nicht lustigen Polit-Posse, die sowohl die Opposition, als auch Teile seiner eigenen Partei und gewichtige Stimmen aus dem Showbusiness gegen Trump aufgebracht hatte. Die demokratische Abgeordnete Barbara Lee aus Kalifornien etwa sprach von einer "barbarischen Einwanderungspolitik", nachdem sie eines der Heime besucht hatte, in denen weinende Kinder teilweise in Käfigen und schlecht versorgt untergebracht waren. Schilderungen, die unzählige Stars auf den Plan riefen. Neben George Clooney oder Oprah Winfrey protestierten auch fünf ehemalige First Ladys, unter ihnen Hillary Clinton und Michelle Obama, gegen das harte Vorgehen. 

"Unsere Kinder werden uns fragen, was wir getan haben, was wir gesagt haben, wo wir standen", stellen George und Amal Clooney klar. 
"Unsere Kinder werden uns fragen, was wir getan haben, was wir gesagt haben, wo wir standen", stellen George und Amal Clooney klar. 
© Getty Images

Ivanka Trump drohte ihrem Vater

Strippen-Zieherin: Ernste Miene, unschuldiges Weiß. Ivanka Trump war als persönliche Beraterin dabei, als ihr Vater vergangene Woche mit einem Dekret dafür sorgte, dass Kinder und ihre Eltern wieder vereint wurden. Nun soll der Kongress ein neues Gesetz erarbeiten.
Strippen-Zieherin: Ernste Miene, unschuldiges Weiß. Ivanka Trump war als persönliche Beraterin dabei, als ihr Vater vergangene Woche mit einem Dekret dafür sorgte, dass Kinder und ihre Eltern wieder vereint wurden. Nun soll der Kongress ein neues Gesetz erarbeiten.
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Normalerweise beflügelt Donald Trump so viel Gegenwind, wie seine bisherige Amtszeit gezeigt hat. Kritik macht ihn trotzig, Gegnern widmet er höchstens ein paar höhnische Zeilen im Internet. Fehler einräumen oder gar den Kurs korrigieren? Er doch nicht. Dass er nun mit dem Dekret, das Kinder wieder mit ihren Eltern vereint, seine eigene Politik zurücknahm, ist dem Einsatz von Ehefrau und Tochter zu verdanken. So unerbittlich, wie er gegen illegale Einwanderung vorgehen will, so kompromisslos haben sie ihm seine eigenen Grenzen aufgezeigt. "Ivanka hat sogar gedroht, ihren Job als seine persönliche Beraterin hinzuschmeißen", berichtet eine Vertraute der Präsidententochter GALA. 

"Ich mag es nicht, wenn Familien getrennt sind"

Schon als der Präsident Anfang Juni mit der harten Praxis begonnen hatte, postete sie im Internet kritische Worte:"Ich mag es nicht, wenn Familien getrennt sind." Im direkten Gespräch mit ihrem Vater sei sie dann konkreter geworden. "Ivanka hat ihm Bilder von den leidenden Kindern gezeigt und ihm deutlich gemacht, dass sie seine Entscheidung unter keinen Umständen tolerieren werde", so die Vertraute. Dass seine eigene Tochter sich bei einem derart wichtigen Thema gegen ihn wendet, hat Trump verunsichert. Bisher war sie seine beste Allzweckwaffe, PR-Maschine, Fürsprecherin und Blitzableiterin in Personalunion. Ivanka hatte höchstens mal kritisiert, dass er aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen ist, aber dann war auch schnell wieder alles gut. 

Melania Trump stellt sich öffentlich gegen ihren Ehemann 

Zeichen setzen: Mitten in der Diskussion um die Einwanderungspolitik besuchte Melania Trump vergangene Woche ein Auffanglager an der Grenze zu Mexiko. Und war willkommen...
Zeichen setzen: Mitten in der Diskussion um die Einwanderungspolitik besuchte Melania Trump vergangene Woche ein Auffanglager an der Grenze zu Mexiko. Und war willkommen...
© Getty Images

Nun aber drängte die Dreifach-Mama ihren Vater zu einer politischen Kehrtwende, Seite an Seite mit Melania, jede auf ihre Art. Die First Lady ließ über ihre Sprecherin Stephanie Grisham ausrichten: "Frau Trump hasst es zu sehen, wie Kinder von ihrer Familie getrennt werden, und hofft, dass sich die beiden Lager im Kongress endlich auf eine erfolgreiche Einwanderungsreform einigen können." Trump kann es sich nicht leisten, dass sich die beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben offen gegen ihn stellen. Während er seine Lieblingstochter tatsächlich vergöttert, muss in der erkalteten Ehe zumindest die Fassade gewahrt werden. Und genau damit hat Melania ihn in der Hand. 

Die First Lady bestimmt die Spielregeln 

Der Deal ist, dass Melania ihre Rolle als First Lady bis zum Ende der Amtszeit erfüllt – nach ihren Spielregeln. Als Mutter des zwölfjährigen Barron mit anzusehen, wie andere Mütter leiden, und selbst als herzlos abgestempelt zu werden, übersteigt ihre Toleranz. Schnell machte sie sich auf und besuchte ein Auffanglager für Kinder im Grenzgebiet. Dass sie dabei einen Parka mit der Aufschrift "Das ist mir völlig egal" trug, kann einzig und allein als Botschaft an ihren Gatten gemeint sein. Und, so scheint es: Er hat verstanden.

Gala

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