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Donald + Melania Trump Trotz Auszug aus dem Weißen Haus keine Scheidung?

Donald und Melania Trump
Donald und Melania Trump
© Getty Images
Für Melania Trump endet die Zeit als First Lady der USA. Viele Beobachter sind sich sicher, dass sie sich nun von ihrem Ehemann trennen wird. Warum es anders kommen könnte.

Melania Trump, 50, und Donald Trump, 74, sind auf den ersten Blick ein ungleiches Paar: Er laut, rüpelhaft und impulsiv, sie ruhig, höflich und diszipliniert. Er liebt das Rampenlicht, sie meidet es. Und dann ist da noch der Altersunterschied von 24 Jahren. Doch von diesen offensichtlichen Differenzen solle man soll sich nicht täuschen lassen, meint "Washington Post"-Journalistin Mary Jordan, 60.

Sie schreibt in ihrem Buch "The Art of Her Deal: The Untold Story of Melania Trump" über die First Lady: “Sie wird als eine gutherzige Prinzessin gesehen, die vor ihrem räuberischen und mobbenden Ehemann gerettet werden muss; als verletzliche Einwanderin, die von seinen präsidialen Ambitionen übermannt wurde und in der Nacht, in der er gewählt wurde, weinte; als geistloses und oberflächliches Model, das nicht viel zu sagen hat über die Welt; als glückliche Schönheit, die einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Doch sie ist nichts davon."

Wie Melania Trump wirklich tickt

Selbstbewusst ist ein Wort, das einem einfällt, wenn man liest, was Melania in einem Interview mit Mary Jordan 2016 über sich selbst sagte. Sie sei niemand, der die Aufmerksamkeit suche oder ein großes Mitteilungsbedürfnis habe. Den für viele Beobachter naheliegenden Schluss, sie sei schüchtern, wies sie entschieden zurück: "Ich rede, wenn ich es will, und nicht, wann jemand anderes es will." Diese Handschrift trägt auch ihre "Amtszeit" als First Lady. Im Gegensatz zu Vorgängerin Michelle Obama, 57, und der Kritik der Medien zum Trotz sah und hörte man Melania nur wenig. Ihr größtes Projekt, die Kinderhilfsinitiative "Be Best", lief mehr oder weniger unter dem Radar. Dennoch, so erzählte es ein Freund von ihr, habe sie die Rolle als First Lady mit der Zeit "genossen" und das Leben in Washington geliebt.

Melania Trump müsse alles anderes als befreit werden, meint Mary Jordan. Sie sei eine Art Spiegel von Donald Trump: "unabhängig, ehrgeizig, imagebewusst, unsentimental und vorsichtig gegenüber denen außerhalb ihres inneren Kreises." Ihr Einzelgänger-Instinkt führe dazu, schreibt Mary Jordan, dass die Trumps kaum Freunde hätten – und ein getrenntes Leben führen würden. Sie seien "oft im selben Gebäude, aber nur selten im selben Raum."

Das zeigte sich auch zu Beginn der Amtszeit Trumps: Erst im Juni 2017, fünf Monate nach der Inauguration und nach dem Ende des laufenden Schuljahres, zog Melania mit Sohn Barron (damals 11) nach Washington. Der Präsident akzeptierte es. Ihre Unabhängigkeit voneinander sei "Teil ihres Deals und er ist beiden recht", schreibt Journalistin Mary Jordan über die Trumps.

Das sagt die First Lady über ihre Ehe

"Wir haben eine großartige Chemie und um mit einem Mann wie meinem Mann zusammen zu sein, muss man wissen, wer man ist", erklärte Melania Trump in einem Interview mit Barbara Walters, 91, im Jahr 2015. "Sie müssen ein sehr unabhängiges Leben führen und ihn unterstützen, Sie müssen sehr klug und schnell sein und für ihn da sein, wenn er Sie braucht." Diesem Grundsatz blieb Melania selbst dann treu, als öffentlich wurde, dass ihr Mann sie kurz nach der Hochzeit betrogen hatte ­– mit einer Porno-Darstellerin namens Stormy Daniels, 41, welche anschließend sogar Schweigegeld von Trumps Anwalt erhielt.

"Das ist weder meine Sorge noch mein Fokus. Ich bin eine Mutter und die First Lady, und ich habe Wichtigeres zu denken und zu tun", machte Melania Trump im Interview mit "ABC News" im Oktober 2018 unmissverständlich klar. Ihre Loyalität zahlte sich aus: Ebenfalls 2018, behauptet Mary Jordan, habe Trump den Ehevertrag zugunsten Melanias und Barrons überarbeiten lassen.

Auf Konfrontation mit Donald Trump

Viele Beobachter bleiben nach vier Jahren Amtszeit Trumps mit der Meinung zurück, dass Melania Trump sich zu wenig und zu selten von ihrem Mann distanziert hat. Doch es gab sie, diese Momente. Nicht nur dann, wenn sie die dargebotene Hand ihres Mannes vor aller Augen wegschlug. Sondern zum Beispiel 2018, als Donald Trumps Null-Toleranz-Politik zum Thema illegale Einwanderung zur Trennung von Kindern und Eltern an der Grenze zu Mexiko führte. Melania zeigte sich zweimal vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. Unvergessen bleibt die Jacke, die sie zu dem Anlass trug, mit der Aufschrift "I really don’t care - do you?", "Es ist mir wirklich egal – und dir?" – ein Statement an ihre Kritiker, wie Melania später zugab. 

Dem TV-Sender ABC sagte Melania Trump nach dem Besuch: "Es war herzzerreißend." Zu dem Hinweis, dass die Politik ihres Ehemannes zu der Situation geführt habe, antwortete sie: "Ja, und ich habe es ihn wissen lassen. Ich sagte ihm, dass das nicht hinnehmbar ist." Tatsächlich stoppte Donald Trump danach die Separation der Familien – ein Zeichen dafür, dass Melanias Einfluss auf ihn womöglich größer ist als gedacht.

Ein letztes Mal setzte die First Lady kurz vor dem Machtwechsel im Weißen Haus ein Zeichen. Am 11. Januar 2021 verkündete sie, "enttäuscht und entmutigt" vom Sturm aufs Kapitol zu sein und verurteilte die Randale mit den Worten: "Gewalt ist niemals akzeptabel."

Und Donald Trump? Der weiß sehr genau, was er an seiner Frau hat. Und so verabschiedete er sich am Vortag der Inauguration Joe Bidens von der Nation mit den Worten, er spüre eine "überwältigende Dankbarkeit für die Liebe und Unterstützung unserer spektakulären First Lady Melania".

Keine Scheidung bei den Trumps?

Melania zähle die Stunden bis zum Ende der Amtszeit Donald Trumps und wünschte sich nichts sehnlicher als die Scheidung – eine Annahme, die so alt ist wie die US-Wahl 2016 selbst. Fakt ist: Die anfänglichen "Free Melania"-Rufe sind verstummt. Die First Lady habe die Chance genutzt, sie als eigenständige Person zu positionieren, meint Mary Jordan. Ihr Buch schließt sie mit den Worten: "Melania hat einen komplizierten Deal mit einem komplizierten Mann abgeschlossen und einen komplizierten Job übernommen. Sie war nicht Jackie Kennedy, Hilary Clinton oder sonst jemand. Sie war Melania, und sie machte diesen Deal zu ihrem eigenen." So, wie sie auch ihre Ehe zu einem Deal gemacht hat – einer, der das Team Trump auch nach dem Ende im Weißen Haus zusammenhalten könnte.

Verwendete Quelle: "The Art of Her Deal: The Untold Story of Melania Trump" von Mary Jordan, erschienen 2020 bei "Simon & Schuster"

Gala


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