Max Raabe im GALA-Interview: "Meine Lieder sind nie autobiografisch"

Max Raabe setzt bei seinem neuen Album "Der perfekte Moment.. wird heut verpennt" auf die goldene Mischung aus Schlager und Pop und trifft damit bei seinen treuen Fans, aber auch ganz neuen Zuhörern mal wieder genau ins Schwarze

Max Raabe

Den perfekten Moment so einfach verpennen? Genau das tut Sänger Max Raabe seit dem 27. Oktober - zumindest auf seinem neuen Album "Der perfekte Moment.. wird heut verpennt". Im Interview erklärt der Leiter des Palast Orchesters, wie die Arbeit mit Annette Humpe und den "Rosenstolz"-Kollegen Peter Plate und Ulf Leo Sommer verlief und ob dem 54-Jährigen auch junge Fans hinterherlaufen.

Die Songs auf Ihrem neuen Album wirken zuerst glücklich, dann melancholisch und schließlich auch ein bisschen depressiv. Sind das auch die Phasen, die Sie beim Schreiben eines neuen Albums durchleben?
Meine Lieder sind nie autobiographisch. Dennoch spiegelt sich immer eine momentane Stimmung wieder, die aber eindeutig Humor und Selbstironie erkennen lassen. Im Grunde hat das Album eine spätsommerliche Gelassenheit.

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Wie genau sah die Arbeit mit Annette Humpe und den Rosenstolzlern aus? Wer war für was zuständig?
Ich habe in allen drei Arbeitskreisen ganz unterschiedliche Arbeitsweisen kennen gelernt - mit Annette Humpe am Küchentisch, mit den Jungs von Rosenstolz im Studio und Achim Hagemann am Klavier. Wenn die Texte auch ganz deutlich meine Handschrift tragen, gehe ich dennoch auf jeden Vorschlag ein. So funktioniert es auch bei der Musik, wo ich mich aber deutlich zurück halte, damit es nicht nach 20er Jahre klingt.

Sie scheinen eine Affinität zu Tieren auf CD-Covern zu haben. Bei "Küssen kann man nicht alleine" war es ein Hund, bei "Für Frauen ist das kein Problem" eine Ente, bei "Der perfekte Moment… wird heut verpennt" ein Rabe. Zufall oder Konzept?
Der Hund bei "Küssen kann man nicht alleine" war eine Zufallsbekanntschaft. Und die Ente konnten wir für unser Vorhaben nur gewinnen, indem unentwegt Brotkrumen zwischen Kamera und mich geworfen wurden. Der Rabe war ein Vorschlag unseres Graphikers Dirk Rudolph. Ich fand die Idee gleich großartig. Der Rabe war ein dressierter Mietvogel – die Amsel war ausgebucht.

Sie bringen schon seit Jahren ein Album nach dem anderen raus und gehen entweder alleine oder zusammen mit dem Palast Orchester in der ganzen Welt auf Tournee. Denken Sie – wir wollen es alle nicht hoffen – manchmal auch ans Aufhören?
Unser letztes Studio-Album kam vor knapp fünf Jahren heraus. Die Zusammenarbeit mit den genannten Popfachkräften ist unglaublich beglückend. Diese Freude möchte ich mit dem Publikum teilen.

Grundsätzlich sind Ihre Zuhörer/Zuschauer eher etwas älter. Haben Sie auch jüngere Fans, die nach dem Konzert beim Hinterausgang auf Sie warten?
Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viel Post ich von 5 bis 12-Jährigen erhalte, die mir Bilder malen und ihre Eltern und Großeltern zwingen, mit ins Konzert zu kommen. Mit der Mischung aus Repertoire der 20er und 30er Jahre und den neuen Stücken ist unser Publikum noch bunter geworden.

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