Matthias Schweighöfer: Abschiedsworte für Reich-Ranicki

Vor vier Jahren verkörperte er den Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki in dem Film "Mein Leben" - nun äußerte sich Matthias Schweighöfer zu dessen Tod. Auch andere Stars trauern um den Kritiker

Am Mittwoch (18. September) wurde bekannt, dass der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki im Alter von 93 Jahren in Frankfurt gestorben ist. Sein ehemaliger Kollege und Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Frank Schirrmacher, gab die Nachricht via Twitter bekannt. Nur zwei Stunden zuvor hatte er Reich-Ranicki besucht.

Neben Ranickis Familie und Freunden trauern auch viele Stars um ihn. Matthias Schweighöfer nutzte seine Facebook-Seite, um seiner Trauer Ausdruck zu verleihen: "Es war mir eine große Ehre Marcel verkörpern und kennenlernen zu dürfen. Ein großer Mensch ist nun gegangen und ich verneige mich vor ihm! Danke Marcel, für all das, was Du uns hinterlässt. Ich werde immer an Dich denken!", schrieb er.

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Schweighöfer hatte Marcel Reich-Ranicki 2009 in dem Film "Mein Leben" verkörpert. Er basiert auf der gleichnamigen Autobiografie des Literaturpapstes und behandelt unter anderem Reich-Ranickis Zeit im Warschauer Ghetto. Der jüdischstämmige Reich-Ranicki konnte zusammen mit seiner Frau Tosia fliehen und baute sich vor seinem Rückgang nach Deutschland eine Existenz in London auf. Seine Eltern wurden jedoch in Treblinka ermordet.

Matthias Schweighöfer als Marcel Reich-Ranicki in dem Film "Mein Leben". Neben ihm ist Katharina Schüttler zu sehen, die Reich-Ranickis Freundin und spätere Ehefrau Teofila (Tosia) Langnas spielt.

Neben Schweighöfer äußerte sich auch Thomas Gottschalk, der die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im Jahr 2008 moderierte und Marcel Reich-Ranickis legendäre Ablehnung des Ehrenpreises der Stifter damit hautnah erlebte. "Man musste ihn lieben, weil er gesagt hat, was er dachte - und sich keine Sekunde darum scherte, was andere davon halten würden. Fürchten musste man ihn, weil er dabei weder Freund noch Feind kannte", sagte Gottschalk "Spiegel Online".

Hellmuth Karasek, der von 1998 bis 2001 mit Reich-Ranicki in der Sendung "Das literarische Quartett" zu sehen war, sagte dem Onlineportal: "Ich habe mit Marcel Reich-Ranicki einen der für mich wichtigsten Menschen der Welt verloren. Er hat mich an den Rand seiner Bedeutung und seines Ruhms geführt. Sein Tod erfüllt mich mit tiefer Trauer".

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in einem Statement: "Wir verlieren in ihm einen unvergleichlichen Freund der Literatur, aber ebenso der Freiheit und der Demokratie. Ich werde diesen leidenschaftlichen und brillanten Mann vermissen."

Marcel Reich-Ranicki gab im März 2013 bekannt, dass er an Prostata-Krebs leidet. Im Juni war er wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus.

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