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Sportjournalistin Ulla Holthoff Mats Hummels' Mutter ist jetzt Model

Ulla Holthoff + Mats Hummels
Ulla Holthoff + Mats Hummels
© Picture Alliance
Ulla Holthoff ist die Mutter von Mats Hummels, Fußballexpertin - und neuerdings auch Model.

Eigentlich ist der Rasen ihr Metier: Ulla Holthoff, 61, war die erste Frau, die im deutschen Fernsehen ein Fußballspiel kommentierte. GALA sprach mit der Sportjournalistin über den Einfluss auf ihren Profi- Sohn und darüber, wie es war, zum ersten Mal selbst vor der Kamera zu stehen.

Ulla Holthoff: Erfolgreich durch ihre Kompetenz

GALA: Wie hat Ihnen Ihr Model-Job gefallen?
Ulla Holthoff: Ich habe mich zuerst sehr unwohl gefühlt, weil ich als TV-Journalistin immer nur hinter der Kamera gearbeitet habe und nie vor die Kamera wollte. Ich habe als Kind immer nur negative Rückmeldung auf mein Aussehen bekommen, daher sehe ich mich selbst nicht so gern. Ich habe immer noch diese Kindheitssätze im Kopf: "Wie siehst du denn wieder aus?!" Aber am Ende hat es auch Spaß gemacht.

Sie haben 1990 als erste Frau ein Fußballspiel im ZDF kommentiert. Wie haben Sie sich damals behauptet?
Das habe ich nur durch meine Kompetenz geschafft. Ich verstehe tatsächlich viel von Fußball, da mein Ex-Mann (Hermann Hummels, Anm. d. Red.) lange Spieler und Trainer war und ich mich auch im Studium in der Fußballwelt bewegt habe. Da waren die Kollegen zum Teil erstaunt, wenn ich mehr gesehen habe als sie. Es war für mich kein Problem, mich durchzusetzen, zumal ich mein Äußeres damals bewusst burschikoser gestaltet habe. Ich habe mich eher sportlich- männlich gekleidet als feminin.

"Ich wollte als Kind immer ein Junge sein"

Woher kommt die Faszination für den Fußball?
Ich wollte als Kind immer ein Junge sein. Ich fand Mädchen total doof, weil sie in den Sechzigern nicht gerade viel Freiräume hatten. Meine Eltern meinten, dass ich nicht aufs Gymnasium gehen und Abitur machen müsste, Realschule war das Höchste der Gefühle. Nach dem Motto: "Mädchen heiraten und machen den Haushalt." Daraus wollte ich ausbrechen.

Hat es mit Ihnen zu tun, dass Ihre Söhne Mats und Jonas Fußballer geworden sind?
Ich habe sie auch zu Musikschule und Theatergruppen animiert, aber sie wollten von Anfang an Fußball spielen. Seit sie laufen können, haben sie den ganzen Tag einen Ball am Fuß gehabt. Ihr Vater hat sie zum Fußballplatz mitgenommen, und im Fernsehen haben sie mich über Fußball sprechen sehen, das hinterlässt wahrscheinlich ein Gefühl, dass das gut und wichtig ist. Dann machen sie das automatisch auch. Meine Versuche, als ehemalige Schwimmerin ihnen das Schwimmen beizubringen, sind hingegen kläglich gescheitert.

Mats Hummels hat sich alleine für Dortmund entschieden

Fragt Ihr älterer Sohn Mats Sie auch mal um Rat?
Nein. Als er damals seinen ersten Profivertrag unterschrieb, haben wir versucht, ihm Perspektiven aufzuzeigen. Letztlich hat er sich aber selbst für Dortmund entschieden. Weder ich noch sein Vater haben ihm dazu geraten. Wenn man sieht, dass Kinder für etwas brennen, sollte man sie darin nicht verunsichern, sondern sie ihren eigenen Weg gehen lassen.

Mats und Cathy haben einen kleinen Sohn. Geben Sie als Oma Erziehungstipps?
Eher weniger. Wir unterhalten uns über vieles, was der Entwicklung gut oder weniger gut tut. Aber das ist kein Rat, sondern es sind Gespräche. Da würde ich meinen Kindern nie reinreden – es sind ihre eigenen Kinder.

<br/> Gala

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