Martin Rütter: "Meine Mama leidet an Demenz"

Martin Rütter, der "Hundeprofi", spricht über die Krankheit seiner Mutter. Und wie er lernte, diese anzunehmen

Martin Rütter

Die Wände hängen voller Fotos. Sie zeigen den beliebten TV-Hundetrainer Martin Rütter, 48, als jungen Mann. Oder mit Vierbeinern. Eines zeigt ihn auch mit Moderator Günther Jauch und Rütters Mutter Hanni – der Bewohnerin dieses Zimmers in einem Duisburger Seniorenzentrum. Die Bilder bieten Hanni Orientierung. Auch an der Zimmertür klebt eine Autogrammkarte ihres Sohnes. "Hinge hier nur ein Namensschild, würde ihr das nicht helfen“, sagt Martin Rütter, bekannt aus der TV-Serie "Der Hundeprofi unterwegs“. "Das Bild zeigt ihr, hier ist irgendwie zu Hause.“

Martin Rütter fühlte sich hilflos

Wie es ist, wenn die eigene Mutter seit Jahren Demenz hat, verrät Martin Rütter in einer einfühlsamen Reportage, mit der er Angehörigen Mut machen möchte. Sie zeigt, wie Erkrankte in speziellen Einrichtungen leben und rät, wie man mit der Diagnose umgehen sollte, wenn ein Familienmitglied davon betroffen ist. Rütter gesteht: "Für mich war es ein langer Prozess, diese schleichende Krankheit zu akzeptieren.“

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Hilflos habe er sich gefühlt. Er erinnert sich an ein Weihnachtsfest mit der Familie: Statt den Enkeln beim Auspacken der Geschenke zuzuschauen, verschwand seine Mutter in die Küche. Als ihr Sohn nach ihr sah, hatte sie ihren Kopf "in eine zwei Kilo schwere Kartoffelsalatschüssel gesteckt – wie ein Kind“. Dass daraufhin alle auf die alte Dame einschimpften, macht Martin Rütter heute traurig: "Es ist im Nachhinein so beschämend, dass man damals nicht klüger war. Wenn sie ein Kind gewesen wäre, hätten wir alle gelacht und noch ein Foto geknipst. Heute würden wir das vielleicht so machen, aber damals war uns das als Familie nicht möglich.“

Es gibt gute und schlechte Tage

Für Rütter war es "brutal“, seine Mutter in ein Pflegeheim zu geben. "Ein unglaublich schlechtes Gewissen“ habe er gehabt und sich gefragt: "Warum pflegen wir die Mama nicht bis zum Ende?“ Doch in den Phasen, in denen seine Mutter selbst erkannte, wie krank sie war, wurde sie aggressiv.

Martin Rütter besucht seine Mutter oft. Wenn er die Tür zu ihrem Zimmer öffnet, lacht sie laut los. So drückt sie aus, dass sie sich über seinen Besuch freut. Denn das Sprechen hat Hanni verlernt. Sie hat gute und schlechte Tage. Kleinigkeiten sind ihr oft unmöglich, etwa mit dem Löffel Zucker oder Milch in einer Tasse Kaffee zu verrühren. Doch mittlerweile sieht Martin Rütter, dass seine Mutter in dem Seniorenzentrum gut aufgehoben ist. Er sagt: "Ich habe nicht mehr diese Traurigkeit wie anfangs.“

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