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Marie Nasemann "Die Redaktion hat probiert, mich zum Heulen zu bringen"

Marie Nasemann
© Picture Alliance
Es ist ein Thema, das Marie Nasemann heute noch unangenehm ist: ihre Skoliose. Auf Instagram traut sie sich erstmals, ein Foto ihrer Wirbelsäulenerkrankung zu teilen – und berichtet von schmerzhaften Joberlebnissen.

Viele würden Marie Nasemann, 33, vermutlich als klassische Schönheit bezeichnen. Doch das Model ist unsicher mit seinem Körper, löscht Bilder, auf denen seine Wirbelsäulenerkrankung deutlich zu sehen ist, normalerweise sofort. Doch diesmal nicht. In ihrer Instagram Story nutzt die einstige "Germany’s Next Topmodel"-Kandidatin einen Urlaubsschnappschuss, um ausführlich über ihre Skoliose zu berichten – und erinnert sich an schmerzhafte Job-Momente. Auch ein Seitenhieb gegen GNTM bleibt nicht aus.

Marie Nasemann traut sich, Foto ihrer Skoliose zu teilen

Bereits in ihrem Buch "Fairknallt" offenbarte Marie 2021, als junge Teenagerin die Diagnose Skoliose erhalten zu haben. "Alles war unsymmetrisch, und rechts kam die Schulter nach vorne und ein Schulterblatt stand deutlich hervor. [...] Der Orthopäde verpasste mir ein schreckliches Plastikkorsett, das ich 23 Stunden am Tag tragen sollte. Ich weigerte mich, damit in die Schule zu gehen, und trug es nur zu Hause", schildert Nasemann darin.

Noch heute schränkt Marie ihre sogenannte dreidimensionale Verkrümmung der Wirbelsäule ein. Sie hat nicht nur körperliche Schmerzen, etwa beim Tragen ihrer Kinder in der Babytrage, sondern tut sich schwer damit, Bilder zu teilen, auf denen ihre, wie Nasemann sagt "56 Grad" verkrümmte Wirbelsäule zu erkennen ist. Im Schweden-Urlaub hat sich das Model dann doch ein Herz gefasst und richtet sich mit einem Bikinifoto an ihre "SkolioseSisters".

"Solche Bilder, auf denen man meine Wirbelsäulenerkrankung so deutlich sieht, würden normalerweise schnellstmöglich von meinem Handy verschwinden. Denn meine Skoliose ist das Einzige an meinem Körper, dass ich wirklich überhaupt nicht mag", gibt Marie zu. Bis heute habe sie sich nicht damit "anfreunden" können.

Sie wurde gedemütigt und hat "heimlich auf dem Klo geweint"

Marie wollte sich sogar aus "ästethischen Gründen" schon operieren lassen, habe sich dann aber doch gegen einen Eingriff entschieden, da dieser "ziemlich heftig" sei und "Risiken" birgt, erklärt sie in ihrer Story weiter. Gründe für ihre Überlegung dürften vermutlich auch in Maries schmerzhaften Joberfahrungen als Schauspielerin und Model begründet liegen.

"Bei einem Modeljob in Athen hat mich ein Stylist vor dem ganzen Team mal Quasimodo genannt. Habe dann heimlich auf dem Klo geweint", verrät die Mutter von mittlerweile zwei Kindern. "Ein Beleuchter beim Film kam mal von hinten und hat meine Schultern nach hinten gedrückt und gesagt, dass ich mich mal gerade hinstellen soll". Sie habe versucht, "sich nichts anmerken zu lassen".

Marie über GNTM-Zeit: "Die Redaktion hat probiert, mich zum Heulen zu bringen"

Eine weitere schmerzhafte Begebenheit bei GNTM bleibt der 33-Jährigen ebenfalls besonders im Gedächtnis. Damals im Jahr 2009 sei ihre Skoliose "bei einem Casting für die Marke Samsung thematisiert" worden.

"Die Redaktion hat probiert, mich zum Heulen zu bringen", offenbart Marie und verrät zudem: "Habe Jahre später erfahren, dass Samsung am liebsten mich gebucht hätte, aber von Produktionsseite aus nicht durfte". Immerhin könne Marie Nasemann heute selbstbewusster mit solchen Situationen umgehen.

Verwendete Quellen: instagram.com, hessing-kliniken.de, "Fairknallt:
Mein grüner Kompromiss"

jse Gala


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