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Maria Höfl-Riesch Nach dem Sport steht nun ihr Mann ganz oben


Ski-Star Maria Höfl-Riesch beendet die Karriere - in "Gala" spricht sie über ihre Zukunftspläne

Am Ende war es ein Bauchgefühl, das Maria Höfl-Riesch dazu trieb, ihre kometenhafte Karriere zu beenden. Drei Olympiasiege, eine olympische Silbermedaille. Zwei Weltmeistertitel, dazu vier WM-Bronzemedaillen. Einmal Gewinnerin des Gesamtweltcups. 27 Weltcupsiege und weitere 54 Podestplatzierungen - Maria Höfl-Riesch gehört zu den erfolgreichsten Skirennläuferinnen aller Zeiten. Ihr größtes Ziel, nach dem Doppelsieg bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver auch in Sotschi noch einmal Gold zu holen, hat sie erreicht - jetzt verabschiedet sie sich aus dem Skizirkus. Über 15 Jahre lang war das Skifahren ihr "Hauptlebensinhalt", sagt die Sportlerin im Interview mit "Gala". Die Entscheidung, all das aufzugeben, sei ihr enorm schwer gefallen. Noch fühlt sie Wehmut, doch die Freude auf ein neues Leben überwiegt. Ein Leben ohne zeitliche Zwänge, in dem vor allem ihr Mann Marcus, der wegen ihrer Karriere zurückstecken musste, an erster Stelle stehen soll.

In Sotschi feierte Maria Höfl-Riesch nach Gold in der Super-Kombination ihre Silbermedaille im Super-G.
In Sotschi feierte Maria Höfl-Riesch nach Gold in der Super-Kombination ihre Silbermedaille im Super-G.
© Reuters

Stimmen die Gerüchte, dass Sie das neue Aushängeschild des Skisports in der ARD werden sollen?

Es gibt diesbezüglich mit mehreren Sendern Gespräche. Natürlich möchte ich meinem Sport erhalten bleiben und auch im nächsten Winter in irgendeiner Form dabei sein. In welchem Umfang und in welcher Funktion genau, muss noch konkretisiert werden.

Wie steht es mit der Familienplanung?

Ich habe immer wieder betont, dass Familienplanung bei uns ein Thema ist, aber sicher nicht jetzt, sofort nach der Karriere. Es geht eine Phase zu Ende, die von zeitlichen Zwängen geprägt war. Ein Korsett, um das man alles herumplanen musste. Für meinen Mann und mich ist erst einmal wichtig, dass wir uns aufeinander konzentrieren, Zeit für uns haben. Deswegen ist in nächster Zeit noch kein Kind geplant.

Ihr Mann darf sich also in Zukunft über mehr Zuwendung freuen?

Für meinen Mann war es während meiner Skikarriere oft nicht einfach, zumal er durch seine Firma selbst extrem eingespannt ist. In einer Skisaison liegen die Nerven manchmal blank, man ist sehr fokussiert, ein bisschen wie in einem Tunnel. Dafür hatte Marcus vollstes Verständnis, er konnte das gut nachempfinden, hat mich immer unterstützt. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er das alles so mit mir durchgezogen hat. In Zukunft werde ich versuchen, ihn zu unterstützen.

Welche Dinge möchten Sie nun unbedingt machen, für die Sie vorher schlichtweg keine Zeit hatten?

Es sind viele kleine Sachen, die andere als Normalität empfinden: Freunde treffen, die Familie besuchen, solche Dinge. Wir haben in den letzten Jahren fast alle Einladungen absagen müssen, weil es zeitlich meistens nicht machbar war. Ich freue mich sehr, dass wir da jetzt flexibler sein können. Das macht auch ein Stück Lebensqualität aus.

Was fühlen Sie bei dem Gedanken an die nächste Saison?

Wenn der nächste Winter kommt und die Rennen losgehen, werde ich sicher mit einem weinenden Auge zuschauen, weil ich nicht mehr dabei bin. Aber ich denke, dass ich mich recht schnell daran gewöhnen werde. Außerdem ist es spannend, die Rennen als Außenstehender zu betrachten. Für mich wird das eine völlig neue Perspektive sein, die sicher auch ihren Reiz hat.

Janina Kirsch Gala

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