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Maria Höfl-Riesch "Zum Glück ist die Angst wieder weg"

Maria Höfl Riesch
Maria Höfl Riesch
© MHM/maria.com.de
Exklusiv für "Gala" fotografierte Deutschlands Ski-Ass Maria Höfl-Riesch ihren Alltag. Dazu ein Gespräch über Schicksalsmomente am Berg – und die Familienplanung für die nächsten Jahre

Himmel, ist die Frau schlank!

Bei einer Skirennläuferin, die mit 130 km/h die steilsten Pisten runterbrettert, hätte man mehr sichtbare Muskeln erwartet. Vielleicht wirkt Maria Höfl-Riesch auch nur deshalb so schmal, weil sie imposante 1,81 Meter groß ist.

Seit April 2011 ist Maria Riesch mit ihrem heute 38-jährigen Manager Marcus Höfl verheiratet.
Seit April 2011 ist Maria Riesch mit ihrem heute 38-jährigen Manager Marcus Höfl verheiratet.
© Maria Höfl-Riesch

Mit einem knappen, freundlichen "Maria" stellt sie sich bei der Begegnung im Hotel "Rosatsch" in St. Moritz vor. Wir wollen zusammen die Fotos anschauen, die sie für "Gala" geschossen hat. Nachher muss sie noch zum Training. Endspurt. Das letzte Rennen der Saison startet am 14. März. Ihre große Konkurrentin, die Amerikanerin Lindsey Vonn, liegt im Gesamtweltcup unerreichbar vorn. Aber Platz zwei will Maria noch packen.

Unter Ihren Schnappschüssen ist einer von der Kandahar-Abfahrt in ihrem Heimatort Garmisch-Partenkirchen. Fotografieren Sie oft die Gegenden, die Sie als Skifahrerin zu sehen bekommen?

Nein, ich fotografiere überhaupt eher selten. Obwohl es schon etwas sehr Magisches hat, wenn du frühmorgens um sieben Uhr zum Training als erstes rauf auf den Berg fährst. Die Sonne geht auf, alles ist so still, die Piste liegt noch unbenutzt vor dir. Eigentlich bin ich auf der Arbeit – aber ich genieße diesen Moment total.

"Die Semmelschmarrn von meiner Oma habe ich schon als Kind geliebt."
"Die Semmelschmarrn von meiner Oma habe ich schon als Kind geliebt."
© Maria Höfl-Riesch

Die Weltcupsaison, die in diesen Tagen zu Ende geht, lief für Sie eher durchwachsen. Können Sie gut verlieren?

Nein, ich bin ein schlechter Verlierer, das war bei mir schon als Kind so. Fragen Sie meinen Mann mal, wie das ist, wenn wir abends Backgammon spielen. Aber als Leistungssportler muss du diesen Ehrgeiz und diesen Siegeswillen auch haben, sonst kannst du nicht an der Weltspitze mitfahren.

Wie ist es beim Training? Ziehen Sie das immer knallhart durch oder haben Sie auch mal einen Durchhänger, was die Motivation angeht?

Klimmzüge finde ich schrecklich. Weil ich so groß bin, habe ich einen ungünstigen Hebel und muss mich jedes Mal irre quälen. Liegestütze sind auch nicht mein Ding.Wie viele packen Sie am Stück? So 30.

Wow! Und Klimmzüge?

Verrate ich nicht. Das ist zu peinlich.

"Kitzbühel ist mein Zuhause, seit ich verheiratet bin."
"Kitzbühel ist mein Zuhause, seit ich verheiratet bin."
© Maria Höfl-Risch

Was mögen Sie an Ihrem Körper?

Meine langen Beine. Lange Beine finde ich bei Frauen generell schön.

Und welchen Körperteil finden Sie bei einem Mann am ästhetischsten?

Ein knackiger Hintern ist nicht verkehrt.

Zwei Kreuzbandrisse mussten Sie in Ihrer Karriere wegstecken. Fährt die Angst immer mit, dass Sie stürzen und sich erneut schwer verletzen könnten?

Mittlerweile ist die Angst zum Glück wieder weg. Aber das war schon eine schwere Zeit damals. Plötzlich wurde mir bewusst, dass alles von heute auf morgen vorbei sein kann.

Haben Sie beim Fahren einen Glücksbringer dabei?

Ja, meinen Ehering trage ich immer, auch unter dem Handschuh. Der ist ganz wichtig. Deshalb habe ich ihn auch fotografiert.

"Beim Musikhören (Ai Se Eu Te Pego von Michel Teló) vor dem Rückflug vom Weltcuprennen in Andorra."
"Beim Musikhören (Ai Se Eu Te Pego von Michel Teló) vor dem Rückflug vom Weltcuprennen in Andorra."
© Maria Höfl-Riesch

Ihre jüngere Schwester Susanne ist ebenfalls Skifahrerin, hat aber den ganz großen Durchbruch noch nicht geschafft. Momentan ist sie verletzt – auch das Kreuzband. Belastet so eine Situation das schwesterliche Verhältnis?

Susanne hat es schlimm erwischt, ihr ganzes Knie war hinüber. Manchmal fühle ich mich ihr gegenüber schuldig, aber ich kann es ja nicht ändern. Sie war jedenfalls nie sauer auf mich. Ich kann nur versuchen, ihr jetzt zu helfen, sie zu trösten und sie aufzubauen.

Angenommen, Sie würden eine Biografie schreiben. Wie heißt der Abschnitt, in dem Sie sich gerade befinden?

(überlegt) Schwer zu sagen. Als Skifahrerin bin ich eher in Richtung Karriere-Ende unterwegs. Das heißt nun nicht, dass ich morgen aufhöre, aber viele Jahre werden es nicht mehr sein. Privat bin ich im vergangenen Jahr mit meiner Heirat angekommen – und stehe damit gleichzeitig am Anfang eines sehr schönen langen Lebens.

"Ich mag nicht nur Skistiefel. Das hier sind meine Lieblings-High-Heels von Miu Miu. Ganz simpel übers Internet gekauft."
"Ich mag nicht nur Skistiefel. Das hier sind meine Lieblings-High-Heels von Miu Miu. Ganz simpel übers Internet gekauft."
© Maria Höfl-Riesch

Wollen Sie Kinder?

Ja, auf jeden Fall. Das wird allerdings erst passieren, wenn ich nicht mehr fahre. Mein Mann und ich haben uns in Kitzbühel ein Grundstück gekauft, wir wollen bauen. Aber momentan reicht uns noch unsere Wohnung.

Wie viele Kinder sollen es denn mal sein?

So ein bis zwei, das wäre schön. Wir wollen jedenfalls keine sechs Kinder adoptieren ...

Nach der Saison geht es sicher erst mal in den Urlaub. Wohin zieht es Sie denn?

Marcus und ich fliegen im Frühjahr in die Karibik – Sonne, Strand und Meer, da freue ich mich schon drauf. Und davor ein paar Tage nach New York.

Dort leben auch die Guttenbergs, mit denen Sie gut befreundet sind. Haben Sie noch Kontakt?

Ja, wir simsen uns regelmäßig. Und wir werden uns dort wahrscheinlich treffen. Hauke Herffs

gala.de


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