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Marcy Borders (†) Die "Staubfrau" ist tot

Ihr Foto ging um die Welt: Marcy Borders wurde als "Staubfrau" berühmt, nachdem sie am 11. September 2001 bei ihrer Flucht aus dem brennenden World Trade Center fotografiert worden war. Jetzt ist sie mit 42 Jahren an Krebs gestorben

Von Kopf bis Fuß mit Staub bedeckt steht Marcy Borders am 11. September 2001 in den Trümmern des World Trade Centers. Fassungslos schaut sie in die Kamera von AFP-Fotograf von Stan Honda. Die Sekretärin der Bank of America war gerade aus dem 81. Stock des Nordturms des World Trade Centers geflohen, als der benachbarte Südturm einstürzte und eine Wolke aus Staub und Asche über die damals 28-Jährige hinwegfegte. In dem Moment drückte Honda auf den Auslöser und fing das Grauen des Terroranschlags in diesem berühmten Foto ein. Das Bild der "Staubfrau" ging daraufhin um die Welt.

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Sie war durch den Terroranschlag traumatisiert

Die Amerikanerin hatte sich zwar unverletzt auf die Straße retten können, nachdem ein Flugzeug mehrere Stockwerke über ihr in den Nordturm des World Trade Centers gekraft war, doch die Erlebnisse vom 11. September hatten ihr Leben dennoch für immer aus der Bahn geworfen.

Sie erlitt ein Trauma, wurde depressiv und hatte Alkohol- und Drogenprobleme. Borders wurde arbeitsunfähig, verlor ihren Job bei der Bank und zwischenzeitlich auch das Sorgerecht für ihre Kinder. In Interviews sprach sie immer wieder über ihre Albträume von Flugzeugen, Explosionen und schreienden Menschen.

Borders kämpfte sich zurück ins Leben

Die ehemalige Sekretärin kämpfte jahrelang gegen ihre Süchte an: Eine Entzugskur half ihr 2011 wieder auf die Beine. Sie fand wieder einen Job, erhielt das Sorgerecht für ihre Kinder zurück und unterstütze sogar eine politische Kampagne.

Diagnose: Magenkrebs

Drei Jahre später, im Sommer 2014, dann der Rückschlag für Marcy Borders: Ein Arzt diagnostizierte bei ihr Magenkrebs. Für sie stand fest, dass der Krebs durch den Giftstaub ausgelöst worden war, den sie damals eingeamtet hatte.

Keine Unterstützung vom Staat

Doch beweisen konnte sie diese Vermutung nicht. Daher erhielt sie auch keine Unterstützung vom Staat. Sie galt als Überlebende, nicht als Opfer des furchtbaren Anschlags. Marcy Borders muss selbst für die teuren Medikamtente und Chemotherapie aufkommen. Die Behandlungskosten stürzen sie in den Ruin, sie häuft Schulden in Höhe von 190.000 Dollar an.

Am vergangenen Montag endete Marcy Borders Kampf zurück ins Leben: Sie starb mit 42 Jahren an ihrer Krankheit. Ihr Bruder teilte den Tod der "Staubfrau" auf Facebook mit.

"Sie ist nicht nur die Staubfrau. Sie ist meine Heldin"

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio twitterte: "Marcy Borders' Tod ist eine schwierige Erinnerung an die Tragödie, die unsere Stadt vor fast 14 Jahren durchgemacht hat."

Marcy Borders Tochter, Noelle Borders, sprach mit der US-Zeitung "New York Post" über den Tod ihrer Mutter. "Meine Mutter hat einen unglaublichen Kampf gekämpft", sagte sie. "Sie ist nicht nur die 'Staubfrau'. Sie ist auch meine Heldin."

Gala

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