Marcel Reich-Ranicki Teofila Reich-Ranicki ist tot

Teofila und Marcel Reich-Ranicki
Teofila und Marcel Reich-Ranicki
© Action Press
Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki trauert um seine Frau Teofila. Sie verstarb im Alter von 91 Jahren

Teofila Reich-Ranicki, die Ehefrau von Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, ist tot. Sie verstarb am Freitag im Alter von 91 Jahren. Das bestätigte Reich-Ranicki laut "Bild" gegenüber "dapd". Teofila und Marcel Reich-Ranicki waren seit 1942 verheiratet und lebten seit 1973 gemeinsam in Frankfurt.

Das Paar war 1943 aus dem Warschauer Ghetto geflüchtet, überlebte den Holocaust und kam 1958 in die Bundesrepublik. Teofila Reich-Ranicki, die von ihren Freunden Tosia genannt wurde, war weitaus mehr als nur die Frau an der Seite des Literaturkritikers. 1999 stellte sie erstmals eine Reihe ihrer Aquarell-Zeichnungen aus, die während ihrer Zeit im Warschauer Ghetto entstanden waren. Sie zeigen unter anderem abgemagerte Kinder oder prügelnde Nazis. Später veröffentlichte Teofila die Kunstwerke in dem Buch "Es war der letzte Augenblick - Leben im Warschauer Ghetto".

Ursprünglich wollte die kunstinteressierte Teofila Kunsthistorik studieren. Dies wurde zunächst durch den Kriegsausbruch verhindert. Nach 1945 studierte sie schließlich ein Semester an der Warschauer Kunsthochschule. Dann arbeitete sie in der Polnischen Presseagentur und im Polnischen Rundfunk. In den 60er Jahren arbeitete sie als Übersetzerin und übertrug Kinderbücher und Filmskripte aus dem Polnischen ins Deutsche.

Teofila und Marcel Reich-Ranicki haben einen Sohn, Andrew Ranicki. Er wurde 1948 geboren und arbeitet als Professor für Mathematik an der Universität Edinburgh.

rbr

gala.de

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