Manuela Schwesig: "Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder vollständig gesund werde"

Nach ihrer Krebsdiagnose im vergangenen Jahr meldet sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aus dem Neujahrsurlaub. Hier tankt sie Kraft für die nächsten schweren Monate im Kampf gegen die Krankheit.

Im September 2019 steht das politische Treiben in Berlin für einige Momente still. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, 45, zieht sich aus dem Vorstand der Bundes-SPD zurück. Der Grund erschüttert parteiübergreifend: Die zweifache Mutter leidet an Brustkrebs. Schwesig nimmt sofort den Kampf auf. Sie unterzieht sich einer Therapie. Ihre Amtsgeschäfte als Ministerpräsidentin führt sie weiter. Die 45-Jährige lässt sich nicht unterkriegen. Sie mobilisiert alle Kräfte und verbringt aktuell einige Tage mit Ehemann Stefan und den Kindern Julian 13, und Julia, drei, im Urlaub auf Hiddensee. Die Akkus müssen wieder aufgefüllt werden. 

Manuela Schwesig: "Zeit mit der Familie ist die beste Medizin"

"Wir fahren seit vielen Jahren über Silvester nach Hiddensee. Einer der schönsten Orte überhaupt. Hier kann ich so richtig abschalten“, erklärt Schwesig im Gespräch mit der "Bild". Eine Auszeit, die der Politikerin guttun wird - weitab vom anstrengenden Politzirkus und von bedrückenden Krankenzimmern. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut, sagt sie und betont: "Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder vollständig gesund werde." Sie verbringe viel Zeit mit der Familie, die beste Medizin, findet sie. 

Menschen geben ihr Kraft

Entwarnung geben kann Manuela Schwesig noch nicht. "Die Therapie geht in den ersten Wochen des neuen Jahres planmäßig weiter", gibt sie einen Ausblick auf die nächsten Wochen im Kampf gegen den Krebs. Ihren Mut und ihre Zuversicht schöpft sie dabei nicht nur aus dem engeren Umfeld: "Ich habe in den letzten Monaten viel Zuspruch aus Mecklenburg-Vorpommern und aus ganz Deutschland bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Und das gibt mir Kraft für das, was da noch kommt."

Starke Worte einer Frau, die sich einer großen Doppelbelastung aussetzt. Trotz Krankheit arbeitet sie unter Hochdruck für ihr Bundesland. "Ich übe mein Amt als Ministerpräsidentin weiter voll aus und bin froh, dass ich weiterhin viele Termine selbst wahrnehmen kann. An Tagen meiner Behandlung vertreten mich unsere Ministerinnen und Minister. Einiges musste ich leider absagen."

Tragische Schicksalsschläge

Auch Stars werden vom Leben hart getroffen

Manuela Schwesig: Die Trauer ist groß: Schlager-Musiker und "Goodbye Deutschland"-Liebling Jens Büchner stirbt am 17. November 2018 im Alter von 49 Jahren in einem Krankenhaus auf Mallorca an den Folgen von Lungenkrebs. Er hinterlässt eine Großfamilie, bestehend aus Ehefrau Daniela ...
Manuela Schwesig: ... fünf leiblichen Kindern, drei Stiefkindern und einer Enkelin. Die Kleinen vermissen ihren Papa natürlich sehr, doch es gibt auch Momente des Glücks, in denen Jenna Soraya und Co. auch wieder lachen können. "Papa wäre so stolz auf dich", schreibt sie dazu ...
Manuela Schwesig: In einem Posting auf Instagram Stories erinnert sich Witwe Daniela an ihre Hochzeit mit Jens im Juni 2017. Dazu spielt sie das Lied "Einmal" von Mark Forster. "Einmal, einmal, das kommt nie zurück. Es bleibt bei einmal, doch ich war da zum Glück. Nicht alles kann ich wieder haben Freude, Trauer, Liebe, Wahnsinn. Einmal, und ich war da zum Glück", heiß es im Refrain.
Schock in der Sportwelt: Radsportlerin Kristina Vogel ist nach einem Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmt und sitzt von nun am im Rollstuhl. Im "Spiegel"-Interview spricht die Olympiasiegerin erstmals über den folgenschweren Unfall bei dem ihr Rückenmark am Brustwirbel durchtrennt wurde: "Egal, wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen. Und das lässt sich nicht mehr ändern. Aber was soll ich machen? Ich bin der Meinung, je schneller man eine neue Situation akzeptiert, desto besser kommt man damit klar." Hut ab für diesen Kämpfergeist. 

78

"Ich hatte eine Riensenangst"

Die Diagnose erhält Manuela Schwesig am 16. August 2019, erzählt sie. Eine Nachricht, die bei ihre eine "Riesenangst" auslöst, wie sie sagt. "Auf einen solchen Moment ist niemand gefasst: Was wird aus meiner Familie, meinen Kindern? Das waren furchtbare Wochen, in denen mein Mann Stefan mir sehr zur Seite stand."

Eine Zeit der Unsicherheit beginnt. "Dann endlich wurde klar, dass mein Brustkrebs heilbar ist. Und welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Da konnte ich aktiv werden", erinnert sich die 45-Jährige. "Die Diagnose Brustkrebs ist nicht das Ende. Es gibt Hoffnung, und es lohnt sich zu kämpfen."

Manuela Schwesig schaut positiv in die Zukunft, was ihre Gesundheit betrifft, aber auch auf das Bundesland, das sie verantwortlich führt. "Das Jahr fängt gut an. Wir tun etwas für Familien und Kinder. Mecklenburg-Vorpommern schafft am 1. Januar 2020 die Elternbeiträge für die Krippe, Kindergarten, Hort und Tagespflege ab. Damit sind wir Vorreiter in Deutschland." Trotz ihres persönlichen Schicksals hat sie das der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nicht aus den Augen verloren.

Sie will Mut machen

Der Brustkrebs bleibt jedoch dabei ihr vorläufig ständiger Begleiter. Er ist kein Freund, befeuert sicherlich in manchen Stunden schlimme Ängste - und trotzdem: Die Zuversicht bleibt. "Krebs ist nicht gleich Krebs. Gerade bei Brustkrebs sind die Heilungschancen sehr gut, 85 Prozent und mehr." Deshalb sei es ihr wichtig, anderen betroffenen Frauen Mut zu machen, sagt Manuela Schwesig, und es wird deutlich: Diese Frau hat unheimlich viel Power, auch wenn die Kraftreserven in diesen Tagen erst noch einmal vollständig aufgefüllt werden müssen. Ein guter Grund für sie, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

Verwendete Quelle: Bild

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche