Maike Kohl-Richter im Porträt : Das ist die geheimnisvolle Witwe von Helmut Kohl (†)

Maike Kohl-Richter bleibt auch nach dem Tod ihres Ehemannes und Altkanzlers Helmut Kohl ein Mysterium. Wir versuchen der Person hinter den Schlagzeilen näherzukommen

Maike Kohl-Richter

Maike Kohl-Richter ist eine Frau der Prinzipien. Sie hat beispielsweise genaue Vorstellungen davon, wie die Lebensleistung ihres verstorbenen Mannes Helmut Kohl (†) zu würdigen sei. Dies wurde zuletzt bei der Organisation der Trauerfeierlichkeiten für den Altkanzler, im generellen Umgang mit den Stiefsöhnen oder bezüglich der Handhabung von Unterlagen des großen Staatsmannes Helmut Kohl, zum Zwecke der historischen Auswertung deutlich.

Wer ist Maike Kohl-Richter?

Die 53-Jährige wächst im Siegerland auf, engagiert sich früh im CDU-Ortsverband und stieg alsbald zur Vorsitzenden der Jungen Union im örtlichen Kreisverband auf. Sie studiert Volkswissenschaften in München und heuert Mitte der 1990er Jahre als Beamtin in der Wirtschaftsabteilung des Kanzleramtes in Bonn an. Ihr damaliger Vorgesetzter: Helmut Kohl (†). 1998 wechselt sie ins Finanzministerium unter der Leitung von Friedrich Merz. Dieser wird bald zu einem der schärfsten Kritiker von Helmut Kohl, aufgrund dessen Verschwiegenheit in der CDU-Spendenaffäre. Maike Kohl-Richter verlässt daraufhin das Ministerium und arbeitet als Journalistin bei der "Wirtschaftswoche". Wann genau aus der Begegnung mit dem rheinland-pfälzischen Staatsmann Liebe wurde ist en detail nicht überliefert.
Eigenen Angaben zufolge lebte sie seit 2005 mit dem kürzlich verstorbenen Kanzler zusammen. Im Jahr 2008 haben sie geheiratet.

Die Hochzeit

Am 8. Mai geben sich Maike Richter und Helmuth Kohl (†) das Jawort. Trauzeugen sind übrigens der ehemals langjährige "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und Medienmogul Leo Kirch (†). Bereits zu diesem Zeitpunkt war das Verhältnis zu den beiden Söhnen von Helmut Kohl nachhaltig gestört. Beide waren nicht zur Hochzeit eingeladen. Walter Kohl hat seine Erfahrungen im Umgang mit Maike Kohl-Richter in seinem 2011 erschienenen Bestseller "Leben oder gelebt werden", in dem er die zweite Ehefrau seines Vaters maßgeblich für das zerrüttete Verhältnis verantwortlich macht.

Viele Kontroversen

Dieser Tage wird viel über Maike Kohl-Richter berichtet. Sie soll also maßgeblich am innerfamiliären Zwist der Familie Kohl beteiligt sein, wichtige zeithistorische Papiere vor der Überprüfung zurückhalten, die Trauerfeierlichkeiten einseitig diktiert haben und vor allem den Umgang der politischen Klasse mit dem ehemaligen CDU-Ehrenvorsitzenden bemängeln. Da sich Maike Kohl-Richter mit öffentlichen Statements sehr zurückhält, bleibt es schwer zu beurteilen, inwieweit sie in vielen Punkten einfach den letzten Willen von Helmut Kohl (†) entsprochen hat, oder aber an dieser Stelle ihre vermeintlich kontroverse Persönlichkeit zum Ausdruck kommt. Mit Sicherheit jedoch wird vor allem der direkte Kontakt zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Maike Kohl-Richter anlässlich der Trauerfeierlichkeit im europäischen Parlament zu Straßburg am 1. Juli 2017 in Erinnerung bleiben.

Angela Merkel und Maike Kohl-Richter im europäischen Parlament von Straßburg.

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