Mads Mikkelsen: Klage gegen Klatschblatt

Mads Mikkelsen hat Anzeige gegen das dänische Klatschblatt "Se og Hør" erstattet, weil es seine Kreditkartendaten ausspionierte. Auch Dänemarks Prinz Joachim ist von dem Medienskandal betroffen

Mads Mikkelsen ist Opfer eines Medienskandals in seiner Heimat Dänemark geworden. Der Schauspieler hat jetzt Anzeige gegen das dänische Klatschblatt "Se og Hør" sowie zwei Journalisten, die für die Zeitschrift arbeiteten, erstattet. Wie "spiegel.de" berichtet, wurden am Mittwoch (14. Mai) die Wohnungen der Reporter und mehrere Büroräume der Zeitschrift durchsucht.

Der Vorwurf: Die beiden Reporter sollen zwischen 2008 und 2012 einem Informanten bei der IT-Firma IBM 10.000 Kronen (etwa 1.300 Euro) monatlich gezahlt haben, um an Kreditkartendaten heranzukommen. So hätten sie nicht nur herausgefunden, wofür Mads Mikkelsen sein Geld ausgab, sondern auch, wo sich der Hollywoodstar aufhielt. Einer der Journalisten, Ken Rasmussen, hat gerade ein Enthüllungsbuch dazu veröffentlicht, in dem er sich für seine außergewöhnlichen Recherchetechniken rühmt.

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Mads Mikkelsen ist nicht der einzige Leidtragende in dem Medienskandal: Auch Dänemarks Prinz Joachim und dessen Frau Marie seien betroffen, berichtet "spiegel.de" weiter. Laut dem Enthüllungsbuch von Ken Rasmussen habe man ebenfalls die Kreditkartendaten des zweitältesten Sohns von Königin Margrethe ausspionieren lassen. Dadurch haben man laut "globalpost.com" die Flitterwochen des Prinzen und seiner zweiten Frau, die sie 2008 in Kanada verbrachten, nachverfolgen können.

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Es sollen weitere Personen des öffentlichen (dänischen) Lebens ausspioniert worden sein, darunter auch der ehemalige dänische Premierminister Lars Løkke Rasmussen. Gemeinsam mit Mads Mikkelsen haben fünf Personen Anzeige erstattet - Prinz Joachim soll nicht dazu zählen.

Das Anzapfen von Kreditkartendaten sei nicht die einzige unlautere Recherchemethode der Zeitschrift "Se og Hør" gewesen, wie "spiegel.de" weiter berichtet: Die Luftkontrollgesellschaft "Naviair" hat bestätigt, dass ein Mitarbeiter vor zehn Jahren dem Klatschblatt Informationen über Flüge der königlichen Familie zugespielt hatte. Zwei Reporter des Blattes verrieten in einem anonymen Interview mit dem dänischen Fernsehsender "TV2" außerdem, dass die Fluggesellschaft SAS dem Blatt über Jahre hinweg Informationen zu Flügen der dänischen Königsfamilie sowie anderer Prominenter lieferte - gut bezahlt, versteht sich.

Der dänische Medienskandal erinnert stark an den Lauschangriff der britischen Zeitung "News of the World", der 2011 ans Licht kam. Wie im Dezember 2013 im Prozess um den Skandal bekannt wurde, wurden etliche Sprachnachrichten von Prinz William und Herzogin Catherine abgehört - 155 mal habe er sich in Catherines Mailbox gehackt; das Handy von Prinz William zapfte er 35-mal, das von Prinz Harry immerhin neunmal an, verriet jetzt ein ehemaliger "News of the World"-Redakteur "USA Today".

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