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Madonna Auftritt mit "Pussy Riot"

Madonna mit Nadeschda Tolokonnikova (links) und Marija Aljochina von "Pussy Riot".
Madonna mit Nadeschda Tolokonnikova (links) und Marija Aljochina von "Pussy Riot".
© Instagram.com/Madonna
Madonna ist bei einem Konzert zugunsten von "Amnesty International" mit zwei Mitgliedern der Protestband "Pussy Riot" aufgetreten

Madonna hat ein deutliches Zeichen in Richtung Russland abgesetzt: Bei einem "Amnesty International"-Konzert in New York trat sie am Mittwoch (5. Februar) gemeinsam mit zwei Mitgliedern der Band "Pussy Riot" auf. Die Musikerin performte erst mit anderen Acts wie Lauryn Hill, Blondie und "Imagine Dragons" im Barclays Center in Brooklyn. Im Anschluss an ihren Auftritt hielt Madonna eine kleine Rede, mit der sie Nadeschda Tolokonnikova, 24, und Marija Aljochina, 25, für ihre Arbeit als Freiheitskämpferinnen würdigte und holte die beiden Frauen danach auf die Bühne.

Die Polit-Aktivistinnen waren erst im Dezember 2013 aus der Haft freigelassen worden. Im Februar 2012 hatten die drei Mitglieder von "Pussy Riot" - die dritte im Bunde ist Jekaterina Samuzewitsch, 31,- mit Masken vermummt die Christ-Erlöser-Kirche in Moskau, das zentrale Haus der Russisch-Orthodoxen Kirche, gestürmt und vor dem Altar ein "Punk-Gebet" gesprochen. Mit ihrer Aktion wollten sie auf Missstände in ihrem Land aufmerksam machen und ihre - negative - Meinung über Präsident Wladimir Putin kundtun. Die Kirche wählten sie deshalb aus, weil sie aktiv für mehr Frauenrechte und damit zum Beispiel gegen das Abtreibungsverbot einsetzen wollten, für das sich die Kirche stark macht.

Die drei Mitglieder von "Pussy Riot" wurden für ihre politische Demonstration hart bestraft: Sie wurden sofort in Untersuchungshaft gebracht, am 17. August 2012 dann wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu je zwei Jahren Straflager verurteilt. Alle drei legten Berufung ein, aber nur Jekaterina Samuzewitsch kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Der Grund: Sie war schon früher von einem Sicherheitsbeamten aus der Kirche entfernt worden und hatte an der als blasphemisch angesehenen Aktion im Altarraum nicht mehr teilgenommen.

Aljochina und Tolokonnikova mussten ihre Haftstrafen unter - wie sie berichten - menschenunwürdigen Verhältnissen antreten. Mehrere Male begaben sie sich in Hungerstreik, um so bessere Haftbedingungen zu erpressen. Im Dezember 2013 - nach über einem Jahr im Straflager - wurden die beiden Frauen entlassen. Aljochina hatte den plötzlichen Richtungswechsel der russischen Regierung als "PR-Gag" bezeichnet, sie geht davon aus, dass Präsident Putin vor den Olympischen Spielen in Sotschi, die am 7.Februar eröffnet werden, schlechte Presse vermeiden wollte.

Bei ihrem Auftritt in New York kritisierten die beiden Frauen die Willkür, mit der Putin seine politischen Geschäfte betreibt. "Wir forden ein freies Russland, ein Russland, das frei von Putin ist", sagte Nadeschda Tolokonnikova laute einem Bericht von "reuters.com". Marija Aljochina fügte hinzu, dass sie ihre Aktion nicht bereue. Sie wolle weiterhin in Russland leben und weiter dafür kämpfen, dass Putin abtritt.

Die beiden Frauen werden sich in den kommenden Tagen Gefängnisse in den USA ansehen und Gespräche mit Organisationen führen, um sich ein Bild darüber zu machen, wie die Haftzustände in Russland verbessert werden könnten. Am Montag (10. Februar) werden sie in Berlin erwartet, hier werden sie bei der "Cinema for Peace"-Gala auftreten, wie "bild.de" berichtete.

Madonna bittet Marija Aljochina auf die Bühne.
Madonna bittet Marija Aljochina auf die Bühne.
© Splashnews.com

Madonna zeigte ihre Unterstützung nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf ihrem Instagram-Account: "Endlich ist Pussy Riot frei. Kann ich ein 'Hell, Yeah!' dafür bekommen?", schrieb sie unter ein Foto, das sie mit Aljochina und Tolokonnikova - alle drei in Rockerpose - zeigt.

Schon früher hatte sich Madonna für die Feministinnen eingesetzt: Bei einem Konzert in Moskau im Sommer 2012 bezog sie deutlich Stellung zu den Geschehnissen in Russland. "Als Amerikanerin habe ich das Recht und die Freiheit, meine Meinung öffentlich zu vertreten. Das ist ein Segen", sagte sie und fuhr fort: "Ich werde jetzt etwas über Pussy Riot sagen: Ich bin mir sicher, dass es verschiedene Weltanschauungen gibt. Und ich möchte niemandem zu nahe treten, weder der Kirche noch der Regierung. Aber ich denke, dass diese drei Mädels die Freiheit verdient haben. Ich bete dafür, dass sie bald freigelassen werden."

dlö Gala


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