Verschwundene Madeleine McCann: Vater Gerry McCann gibt emotionales Interview

Maddie McCann verschwand im Mai 2007 spurlos aus einer Ferienanlage in Portugal. Ihr Vater Gerry McCann spricht in einem Interview "BBC" über den Moment, als er merkte, dass seine Tochter nicht mehr in ihrem Bett liegt und die quälende Zeit danach

Gerry McCann spricht über seine vermsiste Tochter Maddie McCann

Der schlimmste Albtraum wurde für Gerry McCann, 50, und Kate McCann, 50, am Abend des 3. Mais 2007 Wirklichkeit: Als Kate im Urlaub während eines Abendessens nach ihrer im Hotelzimmer verbliebenen Tochter Madeleine sieht, ist ihr Bett leer. Sie rennt zurück zu ihrem Mann und den gemeinsamen Freunden und überbringt die schockierende Nachricht. In einem emotionalen Interview für die Dokumentation "Pearl: Two Fathers, Two Daughters", die am 29. September auf "BBC Radio 4" ausgestrahlt wurde, sagt Gerry McCann über diesen Moment: "Wir waren alle völlig geschockt, Kate schrie:' Sie ist nicht mehr da, sie ist weg!' Ich sagte nur: ,Sie kann doch nicht einfach weg sein!'" Doch Maddie war weg - und sollte es bis heute, über elf Jahre später, bleiben.

Madeleine McCann verzweifelt gesucht

"Ich fing an, im Schlafzimmer zu suchen und sie war nicht da. Dann überall in der Wohnung, sogar Orte, wo ich wusste, dass sie nicht sein konnte. Unter der Spüle, in Schränken und es war unwirklich, dass sie [Kate] sagte, Madeleine sei verschwunden." Er sei zur Rezeption gelaufen, berichtet McCann, um die Polizei zu rufen. Es habe "ewig" gedauert, bis diese eingetroffen sei. Die Minuten verstreichen, Maddie bleibt verschwunden. "Ich weiß noch, wie Kate und ich da saßen, aufgelöst und völlig verzweifelt", sagt der 50-Jährige heute. Bei der Überlegung, was mit Madeleine passiert sein könnte, kam den Eltern Das schlimmste in den Sinn. 

Collien Ulmen-Fernandes

Sie bangt um ihre Tochter

Collin Ulmen-Fernandes
Collien Ulmen-Fernandes spricht offen über ihre Angst um ihre Tochter.
©Gala

 "Ich konnte die dunkelsten Gedanken nicht aus unseren Köpfen bekommen, dass jemand sie genommen und missbraucht hat."

Er sei auf den Boden gesunken, sagt Gerry, und habe einen Angehörigen angerufen. "Bete für sie", habe er gefordert. Doch all das Beten und Hoffen sollte trotz groß angelegter Suchaktion seitens der Polizei und der Bevölkerung vergeblich sein. "Ich fühlte mich so krank und schwach wie noch nie, konnte nichts essen, kaum etwas trinken, nicht schlafen. Dann gab es diese Adrenalin-Schübe, aber auch Angst, Unruhe (...) Es war dramatisch", beschreibt der Mediziner den Ausnahmezustand.
Das Paar, dass zwei weitere Kinder hat, bleibt den Sommer über in Portugal. "Wir dachten, wir könnten nicht ohne Maddie nach England zurückfahren.. Doch dann merkte ich, dass dadurch alles noch schlimmer wurde". Zeitweise standen die McCanns selbst unter Verdacht, etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun zu haben. Die Familie kehrt schließlich im August nach England zurück. Dort ist nichts mehr, wie es war - bis auf eine Ausnahme.


Das Leben ohne Maddie

Die Eltern haben es nicht übers Herz gebracht, etwas an Madeleines Zimmer zu ändern, wie Gerry gegenüber "BBC Radio 4" offenbart. "Das ist noch immer so wie es früher war - aber mit einem Schrank voller Geschenke, zum Geburtstag, zu Weihnachten und besonderen Anlässen. Auch die Deko ist die gleiche: Von der Decke leuchten immer noch die Sterne." Er vergehe kein Tag, an dem er nicht an sie denke, sagt der traurige Vater. "Manchmal sehe ich Madeleines Schwester Amelie [sie und ihr Zwillingsbruder sind heute 13] und frage mich: Wie würde Maddie jetzt aussehen?" 
Statt zu fünf ist die Familie nun zu viert. Auch nach nach elf Jahren will Gerry McCann nicht aufgeben daran zu glauben, dass seine Tochter lebt. "Die Zeit lindert den Schmerz, die Trauer und den Verlust. Das Schlimmste ist aber die Ungewissheit - aber ich wünsche mir auf keinen Fall, dass sie tot ist (...) Ich glaube ganz sicher nicht an den Himmel, aber ich habe das Gefühl, dass wir uns wieder sehen. Irgendwann."

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