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Luisa Neubauer "In meiner Generation ist es selbstverständlich, dass Frauen laut werden"

Luisa Neubauer
© Getty Images
Luisa Neubauer gilt als "deutsche Greta". Die Klima-Aktivistin über prominente Fans, erbitterte Gegner und ihr Treffen mit Angela Merkel.

Es ist Sonntag, aber Luisa Neubauer, 24, arbeitet. "Wir haben immer viel zu tun bei Fridays For Future, aber dieser Monat ist besonders intensiv, und die To-Do-Listen sind lang", sagt Deutschlands bekannteste Aktivistin der Klimaschutzbewegung, die vor zwei Jahren von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg, 17, gegründet wurde.

Luisa Neubauer: So war ihr Treffen mit Angela Merkel

GALA: Sie und Greta haben kürzlich Angela Merkel zum Gespräch in Berlin getroffen. Wie haben Sie die Kanzlerin erlebt?
Luisa Neubauer: Sie hat sehr aufmerksam zugehört.

Hatten Sie den Eindruck, sie nimmt Ihr Anlegen ernst?
(denkt lange nach) Zumindest in der Theorie. Nur ist die Klimakrise wirklich alles andere als ein theoretisches Problem. Wir haben Frau Merkel ganz konkret aufgefordert, nicht länger zu warten. Denn wenn wir uns umschauen, sehen wir: Die Klimakatastrophe ist längst da.

Im Sommer haben Sie eine Petition verfasst, die auch von vielen Prominenten unterzeichnet wurde. Was bedeutet Ihnen deren Unterstützung?
Das ist eine schöne Bestätigung. Wir haben uns explizit an Menschen wie Billie Eilish, Leonardo DiCaprio und Angelina Jolie gewandt, weil wir einfordern, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden, die sie durch ihre Reichweite besitzen. Wir Menschen brauchen Vorbilder, die uns inspirieren. So wie Jane Fonda. Sie trägt ihr nachhaltiges Bewusstsein nach außen, indem sie ihre Kleider mehrfach trägt, indem sie zivilen Ungehorsam vorlebt.

Erleben Sie auch Gegenwind?
Was nicht kleinzureden ist: Es scheint die Beschäftigung vieler Menschen zu sein, den Klimaaktivismus und mich ganz persönlich zu hassen. Das ist eine merkwürdige Erfahrung, weil ich jedes Mal denke: Hey, ich wünschte, ich müsste das nicht tun!

Luisa Neubauer über ihr Verhältnis zu Greta Thunberg

Bei Fridays For Future stehen auffällig viele junge Frauen in den vorderen Reihen. Zufall?
In erster Linie sind es junge Menschen, die immer mehr verstehen, wie sehr sie gerade um ihre Zukunft betrogen werden. Dass sich so viele junge Frauen einbringen, hat damit zu tun, dass wir die emanzipierteste Generation überhaupt sind. In meiner Generation ist es viel selbstverständlicher, dass Frauen laut werden.

So wie Greta Thunberg. Wie ist Ihr Verhältnis?
Wir verstehen uns sehr gut.

Was sagen Sie dazu, dass manchmal von Konkurrenz zwischen Ihnen die Rede ist?
Damit kann ich nichts anfangen. Wir sind zwei unterschiedliche Menschen, die an unterschiedlichen Positionen aktiv sind. Es ist schön, dass vieles von dem, wer wir sind und was wir machen, sich so gut ergänzt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass sich nicht so viele Leute den Kopf darüber zerbrechen, wie es der Freundschaft von Greta und mir geht. Die großen Fragen sind andere.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

Gala

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