Lou Reed: Tod einer Rocklegende

Überraschend ist der ehemalige "The Velvet Underground"-Frontmann Lou Reed am Wochenende gestorben. Er wurde 71 Jahre alt

Der legendäre Rockmusiker und ehemalige "The Velvet Underground"-Frontmann Lou Reed ist am Sonntag (27. Oktober) im Alter von 71 Jahren gestorben. Die Website des US-Musikmagazins "Rolling Stone" berichtete als Erstes über seinen Tod. Wie sein Agent Andrew Wylie mitteilte, starb Reed an den Folgen einer Lebererkrankung.

Der Gitarrist und Sänger hatte sich im Mai dieses Jahres einer Transplantation unterzogen, weil seine Leber nach langjährigem Alkohol- und Drogenmissbrauch versagt hatte. "Er lag im Sterben", berichtete seine Frau Laurie Anderson damals der britischen Zeitung "The Times". Sie glaubte nicht daran, dass ihr Mann sich jemals vollständig davon erholen werde. Die Performance-Künstlerin und der Musiker waren seit den 90er-Jahren ein Paar, 2008 hatten sie geheiratet.

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Lou Reed wurde 1942 in Brooklyn geboren und entdeckte früh seine Liebe zur Musik. Bereits im Teenageralter gründete er seine erste Band. Nach seinem Anglistik-Studium schrieb er Songs für das Label "Pickwick Records", später formierte er mit dem Violinisten John Cale die Band "The Primitives". 1965 ging aus dem Duo die legendäre Gruppe "The Velvet Underground" hervor, weitere Mitglieder waren Gitarrist Sterling Morrison und Schlagzeugerin Maureen Tucker.

Der Stil bewegte sich vom Rock 'n' Roll hin zu experimentellem Sound. Die Band gilt als Wegbereiter des Punkrock. Die Songtexte, die zum Großteil von Reed geschrieben wurden, behandelten unter anderem Sadomasochismus, Homosexualität und Drogensucht, was in der Öffentlichkeit für einige Aufregung sorgte.

Andy Warhol engagierte die Band für sein Multimediaprojekt "Exploding Plastic Inevitable" und produzierte das erste Album der "Velvets".

Wegen künstlerischer Differenzen löste sich "The Velvet Underground" 1970 auf, Reed trat seitdem als Solokünstler in Erscheinung. 1972 kam sein erstes Album "Lou Reed" auf den Markt, im selben Jahr veröffentlichte er das Album "Transformer", das von David Bowie produziert wurde. Die Single "Walk On The Wild Side" ist eines der bekanntesten Lieder von Reed. Von Lou Reed stammt auch der Song "Perfect Day", der durch den Film "Trainspotting" 1996 hohen Bekanntheitsgrad erlangte.

Seitdem hat Lou Reed insgesamt 20 Studioalben veröffentlicht, dazu kommen zehn Live-Platten und diverse Kollaborationen. Zuletzt erschien 2011 das Album "Lulu", das er mit "Metallica aufgenommen hatte.

Nicht nur mit seiner Musik machte Reed Schlagzeilen, auch mit seinem exzessiven Lebenswandel. "Ich brauche Drogen, um überhaupt normal sein zu können", erklärte er einmal. Ende der 70er-Jahre teilte er sich mit David Bowie und Iggy Pop eine Wohnung in Westberlin, Drogen- und Alkoholkonsum waren hier alltäglich. In den 80er-Jahren schaffte er den Entzug, seine Leber war jedoch zu dem Zeitpunkt bereits zerstört.

Lou Reed war offen bisexuell, zwischen seinen drei Ehen führte er Beziehungen mit Männern und Transvestiten. Seine erste Ehe mit Bettye Kronstadt hielt nur von 1972 bis 1973. 1980 heiratete er die Designerin Sylvia Morales, die später seine Managerin wurde. Als er Laurie Anderson kennenlernte, trennte er sich von seiner Frau.

Anderson und er waren seit 1995 ein Paar, heirateten aber erst 2008. Gemeinsam lebten sie in einem Haus auf Long Island im Bundesstaat New York. Dort ist der Ausnahmemusiker auch gestorben. Laut einem Bericht in der "New York Times" hatte sich sein gesundheitlicher Zustand in der vergangenen Woche verschlechtert. Wie sein behandelnder Arzt berichtete, brach Reed die Therapie ab, um nach Hause zurückzukehren. "Wir waren uns einig, dass wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatten", sagte der Mediziner Charles Miller der Tageszeitung.

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