Lou Bega: "Mambo No. 5 hat mir viele Türen geöffnet"

Im Gespräch mit GALA verrät Lou Bega alles über sein neues "Best of"-Album, die aktuelle Single "Hands up for love" und wie sich sein Leben durch die Hitsingle "Mambo No. 5" verändert hat

Lou Bega

Lou Bega meldet sich endlich zurück: Mit neuer Single und neuem Album will er wieder voll durchstarten. Im Gespräch mit GALA hat er verraten, wie hoch seine Erwartungen an sich selber sind, was er in den vergangenen Jahren gemacht und ob "Mambo No. 5" für ihn eher Fluch oder Segen ist.

Ihr letzter Charterfolg liegt einige Jahre zurück. Wie hoch sind die Erwartungen an die neue Single "Hands up for love" und das neue Album?

Ich seh' das schon lange nicht mehr so. Du kannst nicht beim ersten Mal 10 Millionen Platten verkaufen und das dann jedes Mal erwarten. Wichtig ist, dass meine Fans und neue Generationen das entdecken. Ich habe auch bei "Mambo No. 5" nicht erwartet, dass ich irgendwo hinkomme und das ist jetzt auch so. So kann man auch nicht enttäuscht werden. Das Album ist voll mit Songs, die die Welt braucht. Es ist ein Antidepressivum.

Wie lange hat der Entstehungsprozess gedauert?

Das war eine wunderbare Geschichte. Mit dem Mann, mit dem ich damals "Mambo No. 5" geschrieben und auch produziert habe, bin ich 15 Jahre lang musikalisch nicht mehr zusammen gewesen und dann haben wir uns wieder getroffen "Hands up for love" war das Ergebnis unseres Treffens.

Wird es noch mehr neue Singles geben?

Nein, heutzutage gibt es ja auch keine wirklichen Singles mehr. "Hands up for love" soll das neue Album an die Leute bringen. Da sind Lieder drauf, die zum Beispiel in Deutschland nie erschienen sind, in anderen Ländern aber total erfolgreich waren. Das ist bis hierhin mein kleines Lebenswerk.

"Mambo No. 5" war 1999 ein riesiger Hit - wie hat sich dieser Erfolg angefühlt?

Darüber könnte ich ein Buch schreiben, das bleibt nicht an diesem einen Jahr kleben, sondern verändert dein ganzes Leben. Bis dahin erfüllte ich das Klischee des Musikers, der nicht genau weiß, ob er davon leben kann und ob Leute ihn überhaupt hören wollen. Ich habe damals schon viele Songs geschrieben und dann eben diesen Titel für einen Film und keiner wollte das machen. Dann kam es raus und ich hatte keine Erwartungen. Ich dachte: 'Entweder kommt es in den Mülleimer oder es wird Geschichte'. Jetzt wissen wir, dass "Mambo No. 5" ein bisschen zur Musikgeschichte gehört und dass ein Nobody aus München so etwas machen kann. Bis heute ist das meine Eintrittskarte überall hin. Ich war letzte Woche in Mexiko: 75.000 Leute, die damals teilweise noch nicht auf der Welt waren, kennen den Text zu dem Song und das ist schon verrückt. Das hat alles verändert und nicht nur mein Leben, sondern auch das Leben von vielen Leuten um mich herum. Man stelle sich vor, man ist 25 Jahre alt, ungebunden, hat siebenstellige Beträge auf dem Konto, man ist in Nizza und trifft Hollywood-Stars. Das ist alles eine große Veränderung, aber nur der erste Teil. Es ist eine lange Geschichte.

Also nervt Sie "Mambo No. 5" auch gar nicht?!

Nein. Wie kann das nerven?! Es ist ein Baby. Als Songschreiber schreibst du viele Babys. Die meisten davon gibst du weg, was immer ein bisschen traurig ist. "Mambo" ist das erste Baby, das ich quasi als Vater in die Welt gebracht habe und mich bis heute darum kümmere. Und es bringt mir so viel zurück. Mittlerweile kann es schon laufen, ist fast volljährig. Es arbeitet für mich, bringt Geld und Freude. Es bringt Leute zusammen. Es ist Magie und auf Magie kann man nicht sauer sein.

Danach wurde es in Deutschland recht still um Sie - war das ein Misserfolg?

Ich wusste damals ja schon, dass nichts mehr so sein wird wie "Mambo No. 5". Alles danach ist also eine Art Misserfolg, weil dieses Lied alles übertrumpft. Das Lied gehört zu den Top 3 Songs der letzten vierzig Jahre. Man kann nichts damit vergleichen und das tue ich auch nicht.

Konnten Sie immer von der Musik leben?

Ich habe meine erste Single mit 15 rausgebracht, da musste ich aber noch acht Jahre warten, bis der große Durchbruch kam. In dieser Zeit habe ich viele verschiedene Jobs gemacht: Paketausfahrer zum Beispiel.

Was sagt Ihre Tochter denn dazu, dass Papa so ein bekannter Mann ist?

Sie ist acht Jahre alt und ich denke, für sie spielt das keine große Rolle. Sie bildet sich nichts darauf ein. Für sie bin ich Daddy, der etwas nicht erlaubt oder auch mal ein Eis mitbringt.

Werden Sie heutzutage auf der Straße noch erkannt?

Das kommt darauf an, wie ich mich gebe. Es kommt vor, dass ich keine Lust darauf habe. Dann trage ich eine Mütze oder eine kurze Hose. Wenn ich dann aber einen Anzug trage oder etwas schicker aussehe, ist es anders. Ich kann - Gott sei Dank - wählen. Da gibt es Leute, die haben es schwerer, nicht erkannt zu werden. Aber es ist immer ok, wenn die Menschen ein Foto oder ein Autogramm haben wollen. Wenn ich Menschen eine Freude machen kann, dann mache ich das gerne.

Welcher war der peinlichste Moment Ihrer Karriere?

Das war auf einer Konzertreise mit Cher in den Vereinigten Staaten und mir ist vor 20.000 Leuten das Mikro aus der Hand geglitten und auf den Boden gefallen. Es hat gedauert, bis jemand das Mikro dann gefunden hatte. Das war unangenehm.

Wie geht es jetzt für Sie weiter? Geht es auf Tour?

Jetzt mache ich in Deutschland Promotion, das mag ich ganz gerne. Es geht auch bald wieder nach Südamerika dafür. Im Herbst geht es dann mit der Tour los. Aber auch im Sommer sind ein paar Gigs geplant.

Wird es wieder so lange dauern, bis die Fans etwas von Ihnen hören?

Nein, nicht mehr. Ich habe beschlossen, das in einem geregelteren Takt zu machen. Heute ist es einfach eine schnelllebigere Zeit als früher.

Was ist Ihr Sommerhit 2016?

Das kann ich immer erst so im Juli oder August sagen. Das ist für mich jetzt noch nicht so absehbar.

Und was ist Ihr absoluter Lieblingssong?

Das kommt auf die Stimmung an. Gerade habe ich wieder verstärkt Prince gehört, gerade "Purple rain". Dann mag ich noch Michael Jackson und Whitney Houston.

Lou Bega

Sein Leben nach Mambo No. 5

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