"Let's Dance"-Loiza Lamers: Ihr Weg vom Jungen zur Frau

Das Transgendermodel Loiza Lamers fühlt sich angekommen. Jetzt fehlt nur noch Mr. Right. 

Loiza Lamers

Es sollte ihr größtes TV-Abenteuer werden, doch das Happy End blieb leider aus. Loiza Lamers, 25, schied vergangene Woche (20. März) bei "Let's Dance" aus. Mit ihrer Lebensgeschichte hatte sich die Gewinnerin von "Holland’s Next Top Model" 2015 zuvor in die Herzen vieler Zuschauer getanzt. Im GALA-Interview erzählt die Niederländerin jetzt von ihrem schweren Weg vom Jungen zur Frau.

GALA: Wann haben Sie realisiert, dass Ihr Körper und Ihr seelisches Geschlecht nicht zusammenpassen?

Loiza Lamers: Ich wusste das schon immer. Ich war sehr jung, als meine Eltern bemerkt haben, dass etwas "nicht stimmt", weil ich unglücklich war. Ich hatte nie ein Coming-out. Sie haben es von sich aus gemerkt.

"Let's Dance" 2020

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Ihre Eltern sind mit dem Thema Transsexualität von Anfang an sehr offen umgegangen.

Das hat mich auch sehr beeindruckt. Ich erinnere mich noch, als mein Vater meiner Mutter erklärte: "Mein Junge sagt die ganze Zeit, er will ein Mädchen sein. Lass uns was unternehmen." In meinem Fall war das die Geschlechtsangleichung.

"Ich bin sehr oft gemobbt worden"

Wie haben Ihre Freunde reagiert?

Für meine Klassenkameraden war es vielleicht für einen Moment seltsam, dass ich nun als Mädchen zur Grundschule kam. Aber dann haben wir zusammen gespielt, und alles war gut. Anders war es mit den Menschen aus meinem Wohnort, die mich nicht gut kannten. Ich bin sehr oft gehänselt und gemobbt worden.

Was ist Ihnen passiert?

Ich wurde vom Fahrrad getreten, geschlagen, und mir wurde ins Gesicht gespuckt.

Wie sind Sie in so jungen Jahren damit umgegangen?

Wenn mir jemand wehgetan hat, nahm mich meine Mama in den Arm und versicherte mir, dass ich gut bin, wie ich bin. Sie hat mir immer das Gefühl gegeben, dass ich geliebt werde und dass ich sein kann, wer ich möchte. Das hat mir durch die schlimme Zeit geholfen und bedeutet mir heute alles. 

"Let's Dance" 2020

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Jorge González, Motsi Mabuse und Joachim Lambi 
Mit Jorge González, Motsi Mabuse und Joachim Lambi bleibt die Jury, wie im vergangen Jahr, bestehen.
©Gala

"Ich wollte 'normal' sein"

Hatten Sie jemals den Gedanken, nicht mehr leben zu wollen?

Ja, klar. Als Teenager dachte ich: Alles ist unfair. Warum bin ich Transgender? Ich wollte "normal" sein, einen Freund haben. Ich wusste nicht, was der Sinn des Lebens sein soll. Das war echt hart, aber ich bin froh, dass ich weitergemacht habe.

Apropos Freund: Was macht die Liebe?

Ich war noch nie verliebt, hatte nie eine Beziehung. Während meiner Geschlechtsanpassung war das auch keine Option. Ich musste mich auf mich konzentrieren. Jetzt bin ich aber bereit für die Liebe. Ich kann es kaum abwarten, die Schmetterlinge im Bauch zu fühlen.

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