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Nach Vorwürfen Linda de Mol gibt die Trennung von Jeroen Rietbergen bekannt

Linda de Mol und Jeroen Rietbergen
Linda de Mol und Jeroen Rietbergen
© Dutch Press Photo Agency / Action Press
Mehrere Frauen werfen Jeroen Rietbergen, Linda de Mols Partner, angeblich sexuelles Fehlverhalten während der Zeit bei "The Voice of Holland" vor. Rietbergen trat mit sofortiger Wirkung zurück und der Sender zog Konsequenzen. Jetzt meldet sich auch Linda de Mol zu Wort.

Jeroen Rietbergen, 50, Bandleader von "The Voice of Holland", tritt mit sofortiger Wirkung von der Gesangsshow zurück. Das gab der Partner von Moderatorin Linda de Mol, 57, in einer persönlichen Stellungnahme durch seinen Anwalt am 15. Januar 2021 bekannt. Die Gründe wiegen schwer: Mehrere Frauen behaupten nach "RTL Nieuws"-Angaben, sie seien während ihrer Zeit bei der Sendung Opfer von Rietbergens sexuellem Fehlverhalten geworden. Die angeblichen Taten wurden durch Recherchen des YouTube-Programms "Boos" aufgedeckt, das von dem öffentlich-rechtlichen Sender BNNVARA betrieben wird.

Jeroen Rietbergen bezieht Stellung zu schweren Vorwürfen

"Am 12. Januar wurde ich von den Redakteuren von Boos, BNNVARA, mit der Ankündigung kontaktiert, dass Boos über sexuelle Gewalt berichten würde. [...] Ich wurde gebeten, auf verschiedene anonyme Nachrichten von Frauen zu antworten, in denen mir vorgeworfen wird, ich hätte mich sexueller Handlungen schuldig gemacht und mich im Rahmen einer Machtposition, die ich innerhalb [von 'The Voice of Holland'] einnehme, eines übergriffigen Verhaltens schuldig gemacht", heißt es unter anderem in Jeroen Rietbergens persönlicher Stellungnahme. Es gehe hierbei um Geschehnisse, die laut seiner Aussage bereits einige Jahre zurückliegen.

Rietbergen gibt selbst zu, während seines "langjährigen Engagements" bei "The Voice of Holland" "sexuellen Kontakt mit einigen an der Sendung beteiligten Frauen" gehabt und "sexuell orientierte Whatsapp-Nachrichten" ausgetauscht zu haben. Er hätte jedoch nicht das Gefühl, als "Pianist und Bandleader [...] eine Machtposition" inne zu haben. "Ich habe die Kontakte damals als wechselseitig und gleichberechtigt angesehen", erklärt er, gibt aber auch zu verstehen, dass es ihm inzwischen bewusst sei, dass seine "eigene Wahrnehmung überhaupt nicht relevant" wäre, "sondern vielmehr die [...] der betroffenen Frauen".

Jeroen Rietbergen: "Mit großer Scham habe ich dann meine Frau informiert"

"Mit großer Scham habe ich dann meine Frau informiert. Das Ergebnis war, dass unsere Beziehung endete und wir uns trennten, was für meine Familie sehr schmerzlich war. Mir war mehr als klar, dass mein Verhalten gegenüber einer Reihe von Menschen inakzeptabel war, aber auch, dass ich ohne professionelle Hilfe nicht in der Lage sein würde, damit fertig zu werden", gibt Jeroen Rietbergen zu verstehen.

Er habe daraufhin begonnen, eine Therapie zu machen, die dazu geführt habe, dass er sein "Verhalten drastisch und dauerhaft ändern konnte. [...] Meine Familie ist nun wieder beisammen, so schwierig die Situation für meine Frau auch war und jetzt wieder ist."

Linda de Mol: "Ich habe jetzt meine Beziehung beendet"

Zwei Tage später, am 17. Januar, meldet sich auch Linda de Mol erstmals nach den schweren Vorwürfen gegen ihren Partner zu Wort – und gibt das Ende der Beziehung bekannt. "Seit ein paar Tagen lebe ich in einem schrecklichen Albtraum. Es sind so viele Dinge aufgetaucht, von denen ich nichts wusste und von denen ich nicht weiß, was wahr ist und was nicht, weil sie anonym sind", erklärt Linda de Mol auf ihrer Homepage. "Ich habe jetzt meine Beziehung beendet, Jeroen lebt nicht mehr bei mir. Ich werde zunächst meine Arbeit niederlegen, in der Hoffnung, dem einen Platz geben zu können und ich bitte alle, meine Familie in Ruhe zu lassen. Danke für all eure freundlichen und verständnisvollen Nachrichten, das ist das Einzige, was ein wenig Trost spendet, wenn das Herz gebrochen ist."

RTL setzt "Voice of Holland" vorerst ab

Nach Jeroen Rietbergens Stellungnahme kündigte RTL zudem an, die Ausstrahlung von "The Voice of Holland" auszusetzen. Der Sender halte die Vorwürfe laut "RTL Nieuws" für so "schwerwiegend und schockierend", dass in Zusammenarbeit mit den Produzenten ITV beschlossen wurde, eine "sorgfältige, unabhängige Untersuchung" einzuleiten: In einer Erklärung des Senders heißt es außerdem: "Wir nehmen das sehr ernst. Die Teilnehmer, die Mitarbeiter, alle müssen in völliger Sicherheit arbeiten können. Hier gibt es keinen Spielraum für Interpretationen. Jetzt geht es darum, die Fakten auf den Tisch zu bringen."

Informationen zu Hilfsangeboten

Sie haben sexuellen Missbrauch oder Ähnliches erlebt? Das Hilfetelefon des "Hilfeportals Sexueller Missbrauch" ist anonym und kostenlos unter 0800/2255530 zu folgenden Zeiten erreichbar: Mo, Mi, Fr: 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr; Di, Do: 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Auch die "Nummer gegen Kummer" bietet von Montag bis Samstag, von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr kostenfrei und anonym unter 116111 Hilfe an. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite des "Hilfeportals Sexueller Missbrauch".

Verwendete Quellen: rtlnieuws.nl, rtlnieuws.nl/sites/default/files/content/documents/2022/01/15/reactie-Rietbergen.pdf, linda.nl/

jse / aen Gala

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